Der Tagebau Delitzsch Süd-West1984
Entwicklung
des Tagebaues
Delitzsch Süd-West
Mit Einblicken zum Geschehen im Stammbetrieb und des Tagebaugroßgerätebaues in der DDR
Aus der Geschichte des Revieres Bitterfeld und etwas mehr…
Mehr zur Geschichte des Bitterfelder Reviers in den Bänden der Chronik Des Braunkohlenbergbaus Im Revier Bitterfeld - Bitterfelder Bergleute e. V. und in Eine Zeitreise in die technisch- technologische Entwicklung des Tagebaues Breitenfeld-Thomas Schmidt
1260 28.12.60 Goslar-Rammelsberg eine Urkunde gibt erste Hinweise auf die Sozialfürsorge für Bergleute und belegt die Unterstützung der Sankt-Johannis-Bruderschaft durch Bischoff Johann I. von Brakel, dem Oberhirten von Hildesheim. Die Bruderschaft kümmerte sich um Unterstützung kranker Bergleute und half Hinterbliebenen verstorbener Bergleute vor starker Notlage. Damit ist die Knappschaft die älteste Sozialversicherung. Viele ihrer Leistungen gab es schon vor Bismarck und der kaiserlichen Sozialgesetzgebung von 1881. Momente der Erinnerung TS.
1702 26.8.02 Freiberg Auf Antrag von Oberberghauptmann von Schönefeld entsteht durch ein Reskript ( Verfügung ) des Kurfürsten von Sachsen ein staatlicher Fond, die sogenannte Stipendienkasse, zur akademischen Ausbildung im Berg-u. Hüttenfach zu Freiberg in Sachsen. Die Technische Universität ist die älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt – die Alma Mater Fribergensis. Momente der Erinnerung TS.
1872 13.7.72 Gustav Adolf Pistor, Namensgeber gleichnamiger Kohlengrube wird in Elberfeld geboren. Momente der Erinnerung TS.
1888 03.05.88 Golpa der Lehrer Carl Wolf und der Landwirt Werner von der Lehe stellen beim königl. Revierbeamten, Bergrat Kästner den Antrag auf Eröffnung des Braunkohlenwerkes Golpa. Als Betriebsführer wird der Steiger Robert Diefert angestellt. Momente der Erinnerung TS.
1891 Die "Grube Louise" lässt auf Sandersdorfer Flur 1891/92 die bisher tiefste Bohrung im Revier mit 325,37 m bis in die paläozoischen Schichten zur Erkundung der Kohlevorräte teufen. Damit wird erstmals bekannt, dass die Mächtigkeit der Schicht des Eozän 25 bis 60 m betragen kann. Momente der Erinnerung TS.
1907 bis 1909 Raum Bitterfeld ein großes Gebiet wird flächendeckend geologisch untersucht. In der Gemarkung Paupitzsch fand man eine Flözstärke von 11,5 m, NW von Seelhausen von 9,2 m und bei Seehausen von nur noch 3 m. Momente der Erinnerung TS.
1907 1907 Grube Leopold bei flächendeckenden Untersuchungen kommt man im Bitterfelder Revier auf eine Flözstärke von 9,2 bis 15,65 m. Momente der Erinnerung TS.
1908 1908 Als ältester Tagebau wird die Grube Leopold aufgeschlossen. Momente der Erinnerung TS.
1908 1908 Holzweißig Baubeginn der Brikettfabrik und Kraftwerk Holzweißig. Momente der Erinnerung TS.
1910 18.1.10 Muldenstein erster Spatenstich am Bahnkraftwerk Muldenstein. Momente der Erinnerung TS.
1911 5.1.11 Muldenstein nach einjährigem Bau wird das Kraftwerk Muldenstein angefahren. Momente der Erinnerung TS.
1911 23.2.11 Tgb. Sachsenburg das Zechenbuch wird begonnen-der letzte Eintrag erfolgte am 25.10.1914. Momente der Erinnerung TS.
1911 14.05.11 Bitterfeld Bitterfelder Anzeiger: der „Verein für städtische Angelegenheiten‘‘ führte eine Versammlung durch, bei der u.a. über einen Verkauf der Goitsche (Stadtforst) durch den Forstfiskus an Siemens-Schuckert informiert wurde. Momente der Erinnerung TS.
1911 Aufschluss Grube „Roberts Hoffnung bei Bergwitz. Spektrum 8/1992.
1911 16.10.11 Tgb. Sachsenburg für Golpa II, südl. Zschornewitz liegt der erste Betriebsplan vor. Momente der Erinnerung TS.
1914 25.10.14 Tgb. Sachsenburg letzter Eintrag ins Zechenbuch. Momente der Erinnerung TS.
1914 1914 Grube Leopold Auf Seelhausener Gemarkung werden Beobachtungsbrunnen zur Überwachung der Grundwasserstände angelegt. Momente der Erinnerung TS.
1915 Dezember Inbetriebnahme des zu der Zeit größten Wärmekraftwerkes der Welt in Zschornewitz mit 128.000 KW installierter Leistung. Momente der Erinnerung TS.
1917 17.11.17 Bitterfeld der Magistrat sieht sich genötigt, wegen nicht zu übersehender Umweltschäden durch den nahenden Tagebau, ein Schreiben an die staatliche Stellen zu richten, die Goitsche (den Stadtwald) unter Naturschutz zu stellen. Momente der Erinnerung TS.
1918 14.06.18 Deutschland Inkrafttreten des Gesetzes über das staatliche Kohlebergbaurecht. Momente der Erinnerung TS.
1930 1930 Bitterfelder Kohlegruben, es entsteht der Grundwasserbeobachtungsverband Seelhausen. Dieser Vereinigung gehören Bitterfeld, Holzweißig, Döbern, Niemegk, Löbitz, Sausedlitz und Grube Leopold an. Momente der Erinnerung TS.
1931 4.5.31 Inbetriebnahme der Förderbrücke Golpa. Geschichte Revier Bitterfeld-Zeitungsartikel Ferropolis.
1932 1.3.32 Im Tagebau Roberts Hoffnung geht die von der ATG mit Auftr.-Nr. VII 25500/649 gebaute “ Bergwitzbrücke” in den Probetrieb. Am 26.10.1932 geht sie in den Regelbetrieb. Am 13.4.1943 Auslegerabsturz durch Sturm. 16.5.1943 Brand auf der Brücke. Im Tagebau förderte die Brücke 61.414.000 m³. Angeschlossen an die AFB mit der Baunummer 16 waren die D 850,Fabriknr.:237. Mit Qth von 750m³/h und der D 625,Fabriknummer 211, Fa. Buckau-Magdeburg. Momente der Erinnerung TS u. Geräteliste Ostkohleforum.
1946 Wird sie von den Russen im Zuge der Reparationen in die Ukraine verbracht, in den Tagebau RG1-1, um 1970 umgesetzt nach Tagebau Morosowski. Zur Wendezeit stillgesetzt, mitten im Tagebau. 2013 Im mittlerweile durch Grundwasseranstieg gebildeten See umgekippt, liegt seither im See.
1932 Beispiel des frühen Mühens um Sanierung der Bergbauflächen. Der preußische Minister für Handel und Gewerbe verfügt in einem Erlass, das Bergwerksbesitzer jährlich einen Betriebsplan vorzulegen haben. Dieser Plan regelt: 1.Das Aufschütten von Kippen. 2.Kippen sind unverzüglich urbar zu machen 3.Die land- u. forstwirtsch. Nutzung nach Flächeneinebnung 4.Die Verfahrensweise bei Mutterboden. 5.Das Recht der Bergbehörde, Auflagen zu erteilen etc. Momente der Erinnerung TS.
1933 01.3.33 Im Tgb. Bergwitz endet der 6-monatige Probebetrieb der AFB Bergwitz. Gebaut von der ATG mit Baunr. VI/25800/49. Baubeginn war 1932, mit einem Dienstgewicht von 2040 t, einer Gesamtlänge von 270m, einer Stützweite von 190m, einer Auslegerlänge von 80 m u. einer Abwurfhöhe von 50m.
1937 21.12.37 Tgb. Golpa II IBN des, in nur 12 Monaten, von der LMG gebauten SRs 850, später DDR-Nr.69. Dieser Bagger war im Tgb. Golpa II, im VS des Tgb. Muldenstein und schließlich im Tgb. Golpa-Nord eingesetzt. Momente der Erinnerung TS.
SchRs 850 Baunr. 911 der LMG. aus: Katalog LMG Doku SchRs 850
1938 1.12.38 Vockerode 3 Turbine mit je 35 MW gehen in Betrieb. Momente der Erinnerung TS.
1942 April Aufschlussbaggerung Grube Pistor. Momente der Erinnerung TS.
1945 5.6.45 Mit der Berliner Erklärung vom 5. Juni 1945 (auch als Berliner Deklaration oder Juni-Deklaration bezeichnet) übernahmen die vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges durch ihre Oberbefehlshaber kraft Besatzungsrechts die oberste Regierungsgewalt im Gebiet des Deutschen Reiches. Wikipedia.
1945 Die industriell gesicherten Vorräte Braunkohle betrugen bei Kriegsende 25 Mrd. t, die gesamten Vorräte schätzte man auf etwa 40 Mrd. t. Auf den Raum Senftenberg entfielen 60% der Vorräte, auf die Räume Borna und Halle je 20%. Heinz Kaschade Kohle-u. Energiewirtschaft in der sowj. besetzten Zone.
1946 13.4.46 Mit dem Befehl 116 „Zum Zwecke der Regelung der gegenseitigen Arbeitsverhältnisse, der Vereinfachung der Bezahlung der Arbeit in der Brennstoffindustrie und im Bergbau und zum Zwecke der Erhöhung der Arbeitsproduktivität“ und der Kontrollratsdirektive 41 werden die Löhne bis zu 20% erhöht. Weiter werden im Tarifvertrag die Bezahlung von Krankheitstagen bis zu 6 Wochen mit 90% des Nettolohnes, die Zahlung von Nachtzuschlägen und die Gewährung von Deputatkohle festgelegt. Lucas, Witzel Die Bergarbeiter im Kampf für die soz. Deutsche Demokratische Republik.
1946 29.8.46 Befehl der SMAD 259 „Zum Zwecke der Verbesserung der Ernährung der Arbeiter und des ingenieur-technischen Personals, die mit Arbeiten in Steinkohlengruben, in Braunkohlengruben und in Hauptabteilungen von Brikettfabriken beschäftigt sind“ regelt die Ausgabe einer zusätzlichen Verpflegung, eines warmen Mittagessens. Lucas Witzel Die Bergarbeiter im Kampf für die soz. Deutsche Demokratische Republik.
1946 etwa Oktober Die Knappschaft u. ihre Versicherungssysteme werden aufgelöst. Mitgliedsbescheinigung Knappschaft von Paul Roth NSSGP.
1946 30.11.46 Der Befehl der SMAD Nr. 323 „Über Maßnahmen zur Erhöhung der Kohlegewinnung u. Briketterzeugung in der sowj. besetzten Zone“ wird erlassen. Er sieht ein Programm für die Entwicklung der Kohlewirtschaft, Rekomaßnahmen und die Wiederherstellung von 13 stillgelegten Tagebauen vor. In Erweiterung des Befehls steht ein umfangreiches Programm zur Besserstellung der Belegschaften in den Kohlegruben.
1. Erhöhung der Löhne 2. Stellen von Gebrauchsgütern im Wert von 3 Millionen Mark/Quartal zum Verkauf an die Belegschaften 3. Zusatzrationen an Seife und bei Sollerfüllung 100 Zigaretten.
Ab Juli 1946 Gab es 1 l steuerfreien Trinkbranntwein. Heinz Kaschade Kohle-u. Energiewirtschaft in der sowj. besetzten Zone.
Aufmerksamkeit galt auch der Ausbildung und Qualifizierung. Es wird angewiesen die Lehrtätigkeit an allen Bergschulen wieder aufzunehmen, Steigerschulen einzurichten und an der Bergakademie Freiberg 50 Ingenieure für die Kohleindustrie auszubilden. Lucas, Witzel Die Bergarbeiter im Kampf für die soz. Deutsche Demokratische Republik.
1946 19.12.46 Die sowjetische Militäradministration in Deutschland erlässt in Übereistimmung mit der Industriegewerkschaft den Befehl 323 über die Sozialversicherung der Bergleute im Falle Krankheit, Invalidität und Alter. Man anerkennt aber auch den viel älteren Ursprung einer Versorgung. Neben der Krankenversicherung, Beihilfen und Unterstützung zu Reha-Maßnahmen und Kuren ist zweifellos die „Bergbaurente“ ein wichtiger Baustein. Espenhainer Stimme 30.1.1957.
1947 Die Deutsche Wirtschaftskommission hat die Frage zu beantworten, ob die SBZ in der Lage sei, die fehlenden Steinkohlelieferungen aus dem Westen kompensieren zu können. Die Ergebnisse werden in einem „Generalplan für die Wiederherstellung der Kohleindustrie für die Jahre 1948-1950“ unter Leitung von Gustav Sobottka zusammengefasst. U. a. wird bei der HVW Kohle eine Abteilung Bergbaumaschinen gebildet, deren Aufgabe es war, Ersatzteile und neue Produktionsaggregate zu beschaffen. Heinz Koschade Kohle-u. Energiewirtschaft in der sowj. besetzten Zone.
1948 1.7.48 BKW Holzweißig Trennung des Kraftwerks vom BKW, das KW wird unter dem Namen Karl Liebknecht der Energiewirtschaft zugeordnet. Momente der Erinnerung TS.
1948 30.11.48 Der Befehl Nr. 180 der SMAD regelt die Zuteilung von Trinkbranntwein für Bergarbeiter. Beschäftigte im Tagebau erhalten im Sommer 1 Liter, im Winter 2 Liter. Momente der Erinnerung TS.
1949 21.1.49 Im Jahr 1949 werden die Braunkohlenbetriebe aufgefordert, ihren Großgerätebestand zu melden. Diese Erfassung bildet eine der Grundlagen zur Einführung der DDR-Nummern an den Tagebaugeräten ab 1952 (1950). Verfügung der Deutschen Wirtschaftskommission v. 14.5.48.
In den Revieren wurden im Allgemeinen die Tagebaugeräte nach ihrem Eingang nummeriert, im Prinzip hatte also jeder Tagebau die Bagger 1, 2, 3 usw. Hier konnte es bei zentralen Fragen, z. B. Ersatzteilbeschaffung zu Missverständnissen kommen. Dazu kam, in der Vorkriegszeit wurden die Geräte „maßgeschneidert“, den Vorstellungen der Betreiber entsprechend montiert und ausgeliefert. Die Beschaffung von Ersatz- u. Verschleißteilen waren in den Nachkriegsjahren eh schon schwierig genug. Mit der einheitlichen numerischen Erfassung der Tagebaugeräte hatte man nun ein Instrument genau sagen zu können, z. B. Bagger 91 steht in Espenhain, ist ein Schaufelradbagger mit 850 l Schaufelinhalt und gebaut von der Lübecker Maschinenbaugesellschaft. Weitere Daten zur Technik wurden für jedes Gerät in den neu angelegten Gerätestammkarten erfasst. Damit war aber das Problem der vielen unterschiedlichen Fabrikate mit unterschiedlichen Aggregaten nicht gelöst, schaffte aber auf einen Blick Übersicht über das jeweilige Gerät. Es wurde beschlossen, eine Vereinheitlichung der Geräte vorzunehmen. So entstanden die einheitlichen Typreihen für Schaufelrad-, Eimerkettenbagger, Absetzer und Förderbrücken. Diese Einheitsgeräte konnten aber durchaus in Ausrüstung den jeweiligen Abbaubedingungen angepasst werden. Vorteil der Sache, Ersatz-u. Verschleißteile waren gleich und konnten preiswert und zentral zur Verfügung gestellt werden. Bis Anfang der 1950’er Jahre hieß die Nummer noch Zentrale Registriernummer. Folgend dann DDR-Nummer. Beispiel wieder der Espenhainer Bagger 4, der erhielt die DDR-Nummer 91. Es kommt in der Folge auch zu Doppelbelegungen von DDR-Nummern, siehe Anhang. U.a. W. Märker.
Folgende Registriernummergruppen wurden vergeben:
1 - 50 für AFB, 51 - 150 für Schaufelradbagger, 151- 350 für Eimerkettenbagger Raupenfahrwerk, 351 - 651 Eimerkettenbagger Schienenfahrwerk und Grabenschöpfer, 652 - 900 für Löffelbagger und ab 901 für Absetzer Später reichte diese erste Auflistung nicht mehr und man führte die 4- stelligen Nummern ein. 1401-1498, 1503- Ende offen für Schaufelradbagger, die 1000’er Reihe für Absetzer, die 1200‘-1300er Reihe für Eimerkettenbagger Schienenfahrwerk. Für den neu entwickelten Eimerkettenbagger ERs 1120 wurde die 1700’er eingeführt.
Beispiele hierzu: SRs 1200 – Bagger 1498, SRs 1000 – Bagger 1547, Es 3750 – Bagger 1302, A2Rs-B 10000.120 – Absetzer 1115, ERs 1120 – Bagger 1703. Allein die Nennung der DDR-Nummer, heute WVK-Nummer, reicht, um eine Aussage zu Typ, Größe und Standort treffen zu können. Eine Erfolgsgeschichte, zumal die jetzigen Betreiber dieses Nummerierungssystem ohne Wenn und Aber übernommen haben. W. Märker, Zechenbücher Espenhain, eigene Recherchen.
1949 29.8.49 Auf Anordnung des Leiters der HV Kohle, Herrn Sobottka, ist für den Braunkohlenbergbau in der SBZ eine Planung aufzustellen, welche vorsieht, bis 1954 die Rohkohleförderung um 40% und die Briketterzeugung um 50% zu erhöhen.
1949 1949 Goitsche die Entwässerung wird begonnen, bereits 25 Jahre vorher war der größte Teil des Geländes aufgekauft u. beplant worden. Momente der Erinnerung TS.
1949 Dezember Beginn der Vergabe der DDR-Nummern für Tagebaugroßgeräte in den Werken, die der Hauptverwaltung Kohle unterstellt sind. Heinz Lorenz, Mölbis.
1951 28.6.51 Das Rentengesetz regelte auch die Renten für Bergarbeiter neu. Danach bekam der Bergmann mit der Vollendung des 50.Lebensjahres entsprechend seinem beitragspflichtigen Einkommen die Bergmannvollrente. Bei Erreichen des 60. Lebensjahres wurde die Bergmannsaltersvollrente gezahlt. 1951 bewegten sich die Bergmannsrenten zwischen 200 und 500 DM. Hans Kaschade, Kohle-u. Energiewirtschaft in der DDR 1949-1960.
1951 Die Lübecker-Maschinenbau-Gesellschaft, LMG, erfindet das zellenlose Schaufelrad. Chronik Bitterfelder Bergleute, Bd.III, Bl.32/33.
1951 In Köthen erfolgt die Gründung der Firma des neuen Geräteherstellers Förder- u. Krananlagen Köthen – FAK.
1952 Beginn der Vergabe der DDR-Nummern für Tagebaugroßgeräte in den Werken, der zurückgegebenen SAG-Betriebe mit Belegung nicht genutzter, freier oder frei gewordener Nummern der Hauptverwaltung Kohle. Heinz Lorenz, Mölbis
1952 Beginnt die Entwicklung von einheitlichen, typisierten Geräten im Kombinat TAKRAF: 1956 war die Entwicklung im Wesentlichen abgeschlossen und folgende Geräte „geboren“:
Sch Rs 160.7,5/0,5.0
Sch Rs 315.12/2.3
Sch Rs 630.15/2.6
Sch Rs 800.20/3.9
Sch Rs 1200.20-24/4.12
der erste Sch Rs 160 die Bau-Nr. 120 von 1954, eingesetzt in Großkayna/Amsdorf,
das erste Exportgerät die Bau-Nr. 159 in 1959, eingesetzt im Tagebau Sokolov – CSSR,
der erste Sch Rs 315.11,5/0,5.3 alt, eingesetzt in Glückauf III / Dreiweibern,
das erste Exportgerät die Bau-Nr. 109 in 1954, eingesetzt im Tagebau Turow – Polen,
der erste Sch Rs 315.12/2.3 neu Bau-Nr. 192 in 1959, eingesetzt in Einheit-Muldenstein,
der erste Sch Rs 315.17/2.6 Spezial Bau-Nr. 112 in 1955, eingesetzt in Neumark Tgb.-Süd,
der erste Sch Rs 500/630.15/2.6 Bau-Nr. 129 in 1956, eingesetzt in Freundschaft-Klettwitz,
der erste Sch Rs 630/800.20/3.9 Bau-Nr. 116 in 1955, eingesetzt in John Schehr/Scado,
das erste Exportgerät die Bau-Nr. 152 in 1958, eingesetzt in Konin – Polen,
der erste Sch Rs 630.13/7.0 H/T Bau-Nr. 198 in 1963, eingesetzt in Kleinleipisch,
der erste Sch Rs 1200.20-24/4.12 Bau-Nr. 134 in 1956, eingesetzt in Regis-Schleenhain,
das erste Exportgerät die Bau-Nr. 178 in 1958, eingesetzt in Turow – Polen. Archiv Lauchhammer.
1952 1.7.52 Tgb. Goitsche nach 12-monatiger Bauzeit Inbetriebnahme der Kohlefernbahn zum Abtransport der Kohle sowie des Abraums zum Absetzer des Tgb. Freiheit II, mit 5 Brücken, 6700 m³ verbautem Beton, sowie 480.000m³ bewegten Erdmassen. Momente der Erinnerung TS.
1953/54 Beginnt im Maschinenbau der DDR der Neubau der 25 m³-Abraumwagen, der 56-m³-Kohlewagen, der 75 t E-Lok für 900 mm Spurweite sowie der 40 m³-Abraumwagen, der 84 m³-Kohlewagen und der 100 t E-Lok für 1435 mm Spurweite. Hans Kaschade, Kohle-u. Energiewirtschaft in der DDR 1949-1960.
1954 Tgb. Muldenstein Aufnahme Verkippungsbetrieb des As2240, Absetzer 1006, das Gerät wurde bereits 1940, bei Krupp als A2s 2200 in Auftrag gegeben. Montagebeginn war 1.10.41,IBN sollte1.10.42 sein. Auftrag an ABUS Köthen im November 51, Montagebeginn war dann 1.3.52, IBN sollte dann 1.7.53 sein. Momente der Erinnerung TS.
1954 Golpa II Einsatz des A2s 2240, Absetzer 1006. Momente der Erinnerung TS.
1954 1.7.54 Tgb. Muldenstein Europabagger, Bgg. 617, E2240-erster Fertigstellungstermin, dazu wurde ab 20.07.53 zweischichtig gearbeitet, neuer Termin: 10.01.1955 - schließlich wurde das Gerät Ende Mai 55 fertig montiert. Nach Mängelbeseitigung begann der Europabagger am 30.09.55 mit dem Probebetrieb, wurde am 26.10.55 an das Werk übergeben u. im 1. AS eingesetzt. Ab 31.3.56 Einsatz im 2.AS. Der Europabagger kostete bei Fertigstellung 1955 ca.16,5 Millionen MDN-Mark der Deutschen Notenbank. Momente der Erinnerung TS.
1954 22.9.54 Tgb. Bergwitz die Absetzer 926,930 werden an der Hallischen Straße abgestellt, die beiden D 500,Bgg .545 werden demontiert u. gelagert. Momente der Erinnerung TS.
1954 Die alteingesessene Firma Bleichert Transportanlagen GmbH wird verstaatlicht und firmiert künftig als Verlade-und Transportanlagenbau Leipzig – VTA.
1955 01.04.55 Tgb. Bergwitz As 926 wird demontiert, im Geiseltal wieder aufgebaut. Momente der Erinnerung TS.
1955 30.9.55 Tgb. Muldenstein Beginn Probebetrieb des Europabaggers, E 2240,Bgg.617 mit den Gleisen 1 u. 3.Er verfügte über 44 Eimer, hatte eine Schnitttiefe von 33 m 8820 KW waren installiert, Breite 80 m, Länge 120m,Höhe 40 m, 32 Fahrwerke mit 288 Rädern. Momente der Erinnerung TS.
1955 18./19.10.55 Die 2. Tagung des ZV der IG Bergbau beschließt Maßnahmen für Bergarbeiter um Ablegen von Prüfungen eines technischen Minimums. Das erleichtert die Einführung des Wirtschaftzweiglohngruppenkataloges im Bergbau. Ein Großteil der neu angekehrten Mitarbeiter aus anderen Berufen besitzen keinen Abschluss als Facharbeiter für Anlagen und Geräte. Hans Kaschade, Kohle-u. Energiewirtschaft in der DDR 1949-1960.
1955 1.12.55 Tgb. Muldenstein Beginn Regelbetrieb in der Kohleförderung. Momente der Erinnerung TS.
1957 Mitte Mai Auf dem Montageplatz des Tagebaues Muldenstein beginnt ABUS Köthen mit der Montage des A2s 2240, Absetzer 1022. Beendet wird die Montage im Mai 1958. Chronik Bitterfelder Bergleute, Technik u. Kulturgeschichte.
1957 Die bei Neuaufschlüssen von Tagebauen zunehmenden Abraumhöhen erfordern immer größere Abtragshöhen. Deshalb wird eine Kommission, bestehend aus der Staatlichen Plankomission, des Deutschen Brennstoffinstituts, der Bergakademie Freiberg, des PKB Kohle und des Schwermaschinenbau Lauchhammer gebildet. Die hat die Aufgabe zu untersuchen, in welchem Verhältnis eine Teilung der Gesamtabtragshöhe im Brückenbetrieb und Vorschnittbetrieb vorteilhaft ist. Dazu werden Unterlagen für eine Universalbrücke von 80 m Abtragshöhe entwickelt. Als Zwischenergebnis steht eine Brücke mit 5 Stützen, einer Kippenhöhe von 100 m, einer Generalneigung der Böschung von 1:3,5, einer Brückenlänge von 700 m und einer Dienstmasse von 15000 t zur Diskussion. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie der PKB Kohle zwischen 3 Varianten, 45 m-, 60 m- und 80 m-Brücke in einem Tagebau mit 100 m Abraummächtigkeit und entsprechendem Vorschnittbetrieb und rückbaren Bandanlagen favorisierte die 60 m-Brücke als wirtschaftlichste Form. Archiv Lauchhammer.
(1962/63) Daraufhin wurde von der Braunkohlenindustrie eine Entwicklung einer 60 m-Brücke an den Maschinenbau herangetragen. Schrader, LHW.
1958 SRs 1200, Bgg. gebaut von VTA Leipzig mit Baunr. 177 geht im Tagebau Holzweißig in Betrieb. Liste der Schaufelradbagger TAKRAF u. Ostkohleforum.
1958 DDR Die DDR-Wirtschaft sieht sich in der Lage, die absolut notwendigen Investitionen in der Braunkohlenindustrie im großen Rahmen tätigen zu können. Mit der Einführung der neuen Baureihen-SRs-,der Vereinheitlichung der FW-Konstruktionen und der natürlich vorher aufgebauten Werks-u. Fertigungsstrukturen war man gut aufgestellt. Hier beachte man die Anzahl der in den 60’ern gebauten SRs 630/800/1200 und ERs 560 sowie der Es 1120, nicht zu vergessen die SRs 1500 und SRs 2400. Momente der Erinnerung TS.
1958 Geht der DDR-Baggerbau dazu über, zellenlose Schaufelräder zu bauen und einzusetzen. Chronik Bitterfelder Bergleute, Bd.III, Bl.32/33.
1959 15.10.59 Das Projektierungs-und Konstruktionsbüro Kohle, Außenstelle Mitteldeutschland, informiert den Leiter der ZAK “Tagbautechnik” Prof. Dr.-Ing. Härtig an der Bergakademie Freiberg über den Vorschlag zur Entwicklung eines Eimerkettenschwenkbaggers Es 3150. Der Es 3150 ist die logische Weiterentwicklung des Ds 1600, im Bau für die F 45 im Tagebau Klettwitz. Schreiben Obering. Wächter v. 15.10.1959.
1959 Die in den vorangegangenen Jahren begonnene Typisierung der Tagebaugeräte ist weit vorangekommen, die Serienfertigung wird eingeleitet und die Firmen auf bestimmte Gerätetypen festgelegt. Chronik Bitterfelder Bergleute, Bd.III, Bl.32/33.
1959 19.8.59 Der Ministerrat der DDR beschloss auf Vorschlag des FDGB (diese Formulierung ist fast schon vordruckreif, wurde oft gebraucht-beschließen wir auf Vorschlag…Anm. Autor) Rentenverbesserungen für Bergleute. Hauptpunkte: Die Bergmannsvollrente mit Vollendung des 60. Lebensjahres (bei Frauen des 55.) wird nunmehr den Versicherten gezahlt, der a)unmittelbar vor Erreichen dieser Altersgrenze 5 Jahre ununterbrochen bergmännisch tätig war oder b) beim Erreichen dieser Altersgrenze bergbaulich versichert ist und eine mindestens 5jährige bergmännische Tätigkeit wegen Berufsunfähigkeit aufgeben musste oder c) beim Erreichen dieser Altersgrenze bergbaulich versichert ist und mindestens 15 Jahre bergmännisch tätig war. Welche Tätigkeiten als bergmännische Tätigkeiten gelten, legt diese Verordnung ebenfalls fest. a) alle überwiegend untertage ausgeübten Tätigkeiten b) überwiegend Untertagetätigkeit des Handwerkers
II. Alle ständig Beschäftigten (Brikettfabrik)
1959 1.9.59 Beschluss des Ministerrates der DDR zur Neubildung der Obersten Bergbehörde. Sie entsteht aus der Technischen Bergbauinspektion, als zentrales, dem Ministerrat unterstelltes Organ mit Sitz in Leipzig.
1959 Sind in den Tagebauen der DDR 399 Tagebaugroßgeräte im Einsatz, darunter 189 Eimerkettenbagger, 75 Schaufelradbagger, 78 Absetzer und 7 Abraumförderbrücken. 48,6 % der Schaufelradbagger sind nicht älter als 5 Jahre. Die Abraumförderbrücken, Eimerkettenbagger und Absetzer haben in der Mehrzahl ein Alter von über 20 Jahre. Die neuesten Geräte sind die Ds 1600 an der Abraumförderbrücke Böhlen. Hans Kaschade, Kohle-u. Energiewirtschaft in der DDR 1949-1960.
1960 Jahr Kommen in der Braunkohlenindustrie der DDR 16 Bagger, „ Förderbrücken, 8 Absetzer, 89 E-Loks, 1020 Abraumwagen und 272 Kohlewagen neu zum Einsatz. Hans Kaschade Kohle-u. Energiewirtschaft in der DDR 1960 bis 1990.
1962 Die neu entwickelte Abraumförderbrücke F 45 (45m Abtragshöhe), Nr. 24 wird im Tagebau Klettwitz in Betrieb genommen. Momente der Erinnerung TS.
1964 01.05.64 Tgb. Goitsche erste Kohleförderung aus BF II. Momente der Erinnerung TS.
1965 15.11.65 Das von der Staatlichen Plankommission dem Präsidium des Ministerrates vorgelegte 3. Kohle-und Energieprogramm wird verworfen. Ein Überangebot an Braunkohle, die Industriepreisreform von 1963 und die Szenarien eines teilweisen Ausstieges aus der Braunkohle wegen Neuausrichtung auf sowjetisches Erdöl und -gas führen dazu.
1966 Sept. Tgb. Holzweißig SRs 300,Bgg.72 wird in den Tgb. Goitsche umgesetzt. Der Einsatz erfolgt im 1.KS des Baufeldes II a. Momente der Erinnerung TS.
1966 Juli Tgb. Muldenstein Inbetriebnahme des Sonderbetriebs mit D 700, Bgg. 543 auf der Rasensohle für Schlauchbaggerung für SRs 1200a, Bgg.130 am SE. Momente der Erinnerung TS.
1966 Im Tagebau Meuro geht der erste Schaufelradbagger der neu entwickelten Baggerklasse IV, SRs 1500 35/15.0 (2x400kW) +VR, Bagger 1473 mit dem Absetzer 1096, A2Rs-B8800.95 in Betrieb. Geräteakte Bagger 1473.
1966 01.08.66 Tgb. Holzweißig im Verlauf des Jahres werden die Strossen der Geräte SRs 1200, Bgg.1401,D 800, Bgg.552, Ds 1000, Bgg.547 um etwa1000 m verlängert. Momente der Erinnerung TS.
1966 1.11.66 Tgb. Holzweißig Inbetriebnahme einer Spülkippe. Momente der Erinnerung TS.
1967 Die Kohlekrise beginnt. Die zwei Abschnitte, Überangebotszeit und die des nicht abgesicherten Ausstiegs 1967-1972, werden als „Kohlekrise“ bezeichnet. Heinz Kaschade, Kohle-u. Energiewirtschaft i. d. DDR 1960-1990.
1968 1.7.68 Bitterfeld Durch Zusammenschluss der BKW Mulde-Nord u. BKW Einheit entsteht das BKK Bitterfeld. Der stolze Tagebau Muldenstein gehört bis zu seiner Auskohlung 1975 dazu. Momente der Erinnerung TS.
1969 12.05.69 DDR Erlass des Berggesetzes mit 34 Paragraphen. Der Begriff Bodenschatz wurde lange Zeit nicht genau benannt, erst 1976 wurde das durch Aufzählen von Rohstoffen der Fall. Das Recht auf Aufsuchen und Gewinnen von Bodenschätzen stand dem Staat zu. Mit der Einigung Deutschlands 1991 blieben Teile des Berggesetzes in Kraft überwiegend war aber das Bundesberggesetz maßgebend. Momente der Erinnerung TS.
1968 Erfolgt die Abwicklung des Projektierungs-u. Konstruktionsbüros „Kohle“ Leipzig. Dafür wurde nach Neuausrichtung des Energiesektors bei der Staatlichen Plankommission das Büro für Bergbauangelegenheiten geschaffen. Kerstin Kretschmer 4. Montanhist. Kolloquium Borken, S. 73.
1960‘ er Jahre Im mitteldeutschen Revier wird der Höhepunkt der Braunkohlenförderung mit einem Ausbringen von etwa 145 Millionen t/a erreicht. Peter Jolas(jun.) Nutzung von Sümpfungswasser zur Restseeflutung.
1969 27.7.69 Tgb. Golpa-Nord erster Kohlenzug. Momente der Erinnerung TS.
1971 15.7.71 Bitterfelder Revier erste Flussdurchquerung eines schienengeb. Gerätes, der E 1120.Bgg.1254 durchquert bei abgelegter EL die Mulde. Momente der Erinnerung TS.
1971 19.11.71 Der Minister für Kohle und Energie, Klaus Siebold, bestätigt die Investitionsvorentscheidung für den Tagebau Delitzsch Süd-West. Antrag z. Standortgenehmigung DSW 1973-1976.
1972 1.1.72 Ergeht die Bekanntmachung über den Umbau von Ministerien. Das Ministerium für Grundstoffindustrie, zu dem 8 VVB gehörten, wird in Ministerium für Kohle und Energie umbenannt. Minister für Kohle und Energie wird Klaus Siebold.
1972 1972 Tgb. Goitsche durch GW-Absenkungen und Betrieb des in den 50’ern gebauten u. betriebenen tiefer gelegenen Lober-Leine-Kanals müssen Sausedlitz u. Reibitz mit Wasserwagen versorgt werden. Momente der Erinnerung TS.
1972 Werden die Beschlüsse zum Auslaufen der karbo-chemischen Produktion endgültig zurückgenommen. Kerstin Kretschmer 4. Montanhist. Kolloquium Borken, S. 73.
1972 Nach den Jahren nach dem „Braunkohleausstieg“ ist die Bandförderung auf dem Vormarsch. 1972 wurden 150 Mill. Tonnen auf Bandanlagen der Tagebaue transportiert. Manfred Quaas, Energie aktuell.
1972 Aug./Sept. Mit Beschluss des Ministerrates werden die wirtschaftliche Einordnung, der Beginn des Leistungsbetriebes und die durchschnittlichen Leistungsparameter fixiert. Momente der Erinnerung TS.
1972 15.12.72 Im Tagebau Welzow-Süd nimmt die erste F60, AFB 32, ihren Betrieb auf. Und löst damit nach 28 Jahren die Abraumförderbrücke Espenhain als größte Förderbrücke der Welt ab. Chronik BKW Welzow.
1975 1975 Tgb. Goitsche es werden im BF III Bernstein gefunden u. in den nächsten 15 Jahren ca. 400 t abgebaut. Momente der Erinnerung TS.
Bild: XAAR
1973 24.3.73 Erfolgt die Grundsteinlegung für das neue Sozialgebäude EE/ETT im Tagebau DSW.GA 13.3.1981.
1973 30.3.73 Die Dokumentation zur Investitionsentscheidung sieh folgenden Verlauf und Geräteeinsatz vor. Standortgenehmigung Plan.-verband Westsachsen.
Verkippung auf Freiheit III und Geräteeinsatz Delitzsch Süd-West Dokumentation Investitionsvorentscheidung 1973.
Die Aufschlussfigur aus: Antrag zur Standortgenehmigung…
1974 Februar Erfolgt durch das BBK Bitterfeld der Antrag auf
Standortgenehmigung für das Vorhaben Tagebau Delitzsch Süd-West
Der Aufschluss des Tagebaues ist erforderlich zur Absicherung der Chemiekombinate Leuna und Buna. Die Antrag enhält Erläuterungen zu den Punkten:
- Lagerstätte
- Grunderwerb u. Flächenentzug
- Entwässerung
- Aufschluss u. Feldesentwicklung
- Geräteeinsatz u. deren Transportwege
- Bautechnische Anlagen
- Folgemaßnahmen Standortgenehmigung Plan.-verband Westsachsen.
1974 September Inbetriebnahme der zweiten Abraumförderbrücke F 60 - 34 im Tagebau Nochten. Zeitlinie Tagebau Nochten.
1974 14.11.74 Die Haupttechnologie des BKK Bitterfeld sieht den technologischen Ablauf des Aufschlusses bei 12-monatiger Verschiebung folgendermaßen, bei bestätigten Eckterminen:
1. Bestätigte Termine des Aufschlusses
- Beginn Aufschlussbetrieb: 1.7.1976 - Aufnahme Probebetrieb F 34: 1.1.1979, bestätigt durch Generaldirektor VVB am 22.4.1974 - Aufnahme Regelbetrieb F 34: 1.4.1979, bestätigt durch Generaldirektor VVB am 22.4.1974
Aus diesen Ecktermine resultiert:
- Beginn Kohleförderung im Aufschluss: III/78 - Beginn Kohleförderung im Regelbetrieb: 1.4.1979
Diese Ecktermine gelten für die technologische Variante Einsatz von Bandanlagen im Vorschnitt und in der Grube, bei Einsatz einer AFB, F 34 mit Es 3150 bei Abbau des Feldes im reinen Schwenkbetrieb mit 450 m Verlängerung des Aufschlusses gegenüber der alten SIVE.
2. Auswirkungen bei 12-monatiger Verschiebung auf bisherige Ecktermine
- Beginn Aufschlussbetrieb: 1.7.1977 - Aufnahme Probebetrieb F 34: 1.1.1980 - Aufnahme Regelbetrieb F 34: 1.4.1980 - Beginn Kohleförderung im Aufschluss: III/79 - Beginn Kohleförderung im Regelbetrieb: 1.4.1980
Es muss jedoch bei 12-monatiger Verschiebung der Ecktermine um 12 Monate eine größere Verschiebung in den folgenden Eckterminen bei der Inbetriebnahme der Produktionskapazitäten eintreten kann.
3. Technologischer Ablauf bei 12-monatiger Verschiebung
Oben genannte Verschiebung führt zu einer Veränderung im Fertigstellungstermin der Kohleverbindungsbahn von bisher 1.7.1976 auf den 1.7.1977
Inbetriebnahme Kohleverbindungsbahn: 1.7.1977
Die Verkippung der Massen erfolgen in 1977-1979 auf Freiheit III und in der Goitsche, insgesamt 28.36 Millionen m³. F 512-277 Perspektivplan. DSW-Archiv Merseburg.
1974 29.11.74 Die VVB Braunkohle teilt dem Hauptingenieur des BKK Bitterfeld, Herrn Friedrich, mit, dass in der Beratung der Generaldirektoren TAKRAF und VVB Braunkohle eine Vereinbarung zwischen dem Minister für Schwermaschinenbau und dem Minister für Maschinenbau der CSSR über den Import der Bandanlagen-DSW aus der CSSR geschlossen wurde. F 512-277 Archiv Merseburg, Perspektivplanung DSW.
1975 März Für den Neuaufschluss Delitzsch Süd-West sollen 1975 zusätzliche 500 m mit Trockenbohrkapazität abgebohrt werden. GA 13.3.1975.
1975 15.4.75 Im Tagebau Muldenstein wird der letzte Kohlezug beladen. Nach 23 Jahren geht die Geschichte des Tagebaues ihrem Ende entgegen. GA 23.4.75.
1975 30.04.75 Tgb. Muldenstein Beginn der Flutung, hier beschritt man absolutes Neuland, Nutzung eines Restloches für Verlegung eines Flusses, dessen bisherige, nun trockene Fläche wiederum einem Tagebau zugeführt wird.
1975 Mai Tgb. DSW Beginn der Feldentwässerung-bis 45 Millionen m³ Wasser/Jahr + Wasser aus offenen Wasserhaltungen wurden gehoben. LMBV.
1975 21.5.75 ERs 560, Bgg. 282 durchquert auf seinem Transport vom Tagebau Muldenstein in den Tagebau Goitsche die Mulde. Die Durchfahrt der 90 m breiten Mulde beträgt 90 m. Das Gerät war 18 Jahre in Muldenstein eingesetzt. GA 5.6.75.
1975 25.6.75 Rohrschacht 49 wird letztmalig befahren. Es erfolgt anlässlich dieses Ereignisses eine symbolische Übergabe eines Schlüssels zum Verschließen des Schachtes. GA 3.7.1975.
1975 3.7.75 D 1200, Bgg. 549 füllt den letzten Abraumzug im Tagebau Goitsche. Vom 28.5.1951, Aufschluss Goitsche, bis zum heutigen Tag hat Bgg. 549 162.100.000 m³ Abraum bewegt. Mit 912.000 m³ Abraum wurde die höchste Monatsleistung in dieser Zeit erreicht. Die beste Jahresleistung betrug 9.000.000 m³ Abraum. GA 10.7.1975.
Bagger 549 ist Baujahr 1935, wurde in dem Jahr größter und leistungsstärkster Bagger der Welt! Hergestellt von der Maschinenfabrik Buckau-Magdeburg (MFB) mit der Baunummer 242 für Grube Auguste, wo er am 20.3.1935 in Betrieb genommen wurde. Er baggerte 3 Neuaufschlüsse, Tagebau Goitsche, Tagebau Delitzsch Süd-West und Tagebau Breitenfeld.
1975 4.9.75 Im Investobjekt Tagebau Delitzsch Süd-West sind die Baustelleneinrichtung und die zentrale Wasserversorgung abgeschlossen. GA 4.9.1975.
1975 September Gegenwärtig beginnt im Kombinat die Besprechung zur Einführung des neuen Schichtsystems 7/2, 7/2, 7/3. GA 11.9.1975.
1975 11.10.75 Es erfolgt eine Untersuchung des Einsatzes von 16-Wagen-Zügen im Tagebau Delitzsch Süd-West. GA 23.2.1977.
1975 20.11.75 Beim überbetrieblichen Vergleich der Baustellenkollektive erreicht Tagebau Delitzsch Süd-West den 2. Platz. Profen belegt Platz 1, Groitzscher Dreieck Platz 3. Um welche konkreten Projekte es geht, verrät die Betriebszeitung wie üblich nicht. GA 20.11.1975.
1976 März Im Tagebau sind der Sozialtrakt und die Küche im Entstehen. Größter Raum wird der Speisesaal mit 360 m², ausgelegt für das Beköstigen von 350 Kumpeln gleichzeitig. GA 10.3.1976.
1976 11.3.76 Bagger 200 wird aus BF IIIa in das BF IIa gefahren, realisiert vom 10.3 bis 18.3. Das Gerät wird zusammen mit Bagger 282 die Restauskohlung übernehmen. 282 soll dann in den Neuaufschluss Delitzsch Süd-West wechseln. GA 17.3.1976
Bergbau ist nicht eines Mannes Ding
1976 23.3.76 Im Beisein der Betriebsleitung und der gesellschaftlichen Organisationen, das war üblich, wurde nach den Ansprachen der Startschuss für den Transport der Großgeräte D 1200, Bgg. 549 und ERs 5600, Bgg. 282 vom Tagebau Goitsche zum Tagebau Delitzsch Süd-West gegeben. Geplant sind für die 19 km lange Strecke 40 Tage. Am Transport sind 80 Mann eingesetzt. Im zweischichtigen Einsatz sind täglich pro Schicht 300m zu bewältigen. Schwerpunkte des Transportes sind die Querungen der Reichsbahnstrecken Bitterfeld-Delitzsch, Halle-Eilenburg und die Unterfahrung einer 380-kV-Leitung. Für die Querungen und Unterfahrten sind feste Termine und Zeiten festgelegt, es gilt dazu pünktlich am Ort anzukommen. Der zu baggernde Aufschlussgraben in Delitzsch Süd-West soll 2,7 km breit und 7 m tief werden. GA 31.3.1975.
1976 6.3.76 Die KDT-Mitglieder sehen einen weiteren Komplex überbetrieblicher Zusammenarbeit, es steht die Aufgabe-Vorplanung Austausch ERs 560, Bgg. 282/ERs 500, Bgg. 311. GA 6.3.1976.
1976 7.4.76 Die Kombinate Geiseltal und Bitterfeld führen eine gemeinsame Leitungssitzung durch. Thema der Bewegung „Kombinat nebenan“ ist auch die Vorbereitung des Einsatzes einer AFB im Tagebau Delitzsch Süd-West. GA 15.4.1976.1976 15.4.76 Der Transport 282/549 liegt gut im Plan. Die Kumpel des Transportes schaffen dadurch eine gute Ausgangsposition für die pünktliche Querung der Reichsbahnstrecke Bitterfeld-Delitzsch am 24. 4. GA 15.4.1976.
1976 Auch die Zeitschrift Jugend + Technik berichtet über den Transport von Bagger 282. Jugend+Technik 1976/8.
1976 24.4.76 Die Bagger 282 und 549 stehen vor der Reichsbahnstrecke Bitterfeld-Delitzsch. 12.15 Uhr erfolgt die Sperrung der Strecke und das Ablegen der Fahrleitung. Die sofortige Überfahrt verlief problemlos. 26.4.76 Auch die Durchfahrt unter der 30-kV-Leitung 3003 klappte reibungslos. GA 15.4.1976.
1976 20.5.76 Im Tagebau erfolgt der Anschnitt mit ERs 560, Bgg. 282 zur Aufschlussfigur. GA 27.5.1976.
1976 Juni Die vor dem Kombinat liegenden Aufgaben, die Perspektive der Kohleindustrie erfordern immer mehr Nachwuchs.
1976/77 Wurden 19 Kollegen zum Hochschulstudium, 18 Kollegen zum Fachschulstudium und 13 Kollegen zum Fachschulfernstudium delegiert. Die Partnerschulen sind: -IHS Zittau - BA Freiberg - Ingenieurschule Senftenberg und die Ingenieurschule Markleeberg. GA 10.6.1976.
1976 18.8.76 ERs 560, Bgg. 282 schneidet weiter am Schlauch für den Einschnitt des SRs 1200a, Bgg. 1401. Ziel ist es , das am 1.3.1977 Bagger 1401 mit dem Aufschluss beginnen kann. GA 18.8.1976.
1976 September Im Tagebau findet eine Informationsveranstaltung zur perspektivischen Entwicklung der Tagebauneuaufschlüsse Delitzsch Süd-West, Breitenfeld-Nord und Delitzsch-Süd statt. Kollege Norbert Morgalla von Invest informiert die Kollegen. GA 15.9.1976.
1976 17.9.76 Die schon obligatorische Meldung zur Winterbereitschaft aller Betriebsteile des Kombinates werden veröffentlicht. GA 29.9.1976.
1976 6.10.76 Im Bereich der Tagesanlagen DSW sind z. Zt. 375 Montagearbeiter dabei die ersten Gebäude fertigzustellen. Ziel ist es, am 6.10.76 die Kaufhalle und die Arztstation zu übergeben. GA 6.10.1976.
1976 22.10.76 Auf der Intensivierungskonferenz wird u. a. die Problematik der Qualifizierung des Personals für die zu erwartenden neuen Geräte angesprochen. GA 29.10.1976. Dieses Thema wird den Stammbetrieb noch auf Jahre beschäftigen. Die Aufgabe besteht darin, Kollegen in den, die neuen Techniken schon führenden Tagebauen zu qualifizieren und den Arbeitsprozess im eigenen Tagebau aufrechtzuerhalten. Das ist Herausforderung pur, denn nicht nur die Kollegen die dann auswärts tätig sind fehlen. Es müssen auch Meister qualifiziert werden, auch die Kollegen fehlen im Arbeitsprozess während der Schulzeit. Das läuft nicht immer so, wie das im Qualifizierungsplan festgeschrieben ist. Ich habe das in der Breitenfeldchronik ausführlich beschrieben.
1976 September Bei der Betrachtung der Entwicklungstendenzen im Braunkohlenbergbau 1971 bis 1974 zeigt sich, dass die Abraumkosten auf 161 %, die Entwässerungskosten auf 200 % und die Reparaturkosten auf 125 % gestiegen sind. Die jährliche Abraumleistung soll erheblich gesteigert werden, ebenfalls die Kohleleistung. Für den Stammbetrieb bedeutet das Steigerung der Abraumförderung um rd. 3 Millionen m³ und ebenfalls rd. 3 Millionen t Kohle Mehrleistung. Dabei sollen die Kosten je m³ Abraum um 0,44 Mark und je t Kohle um 1.0 Mark gesenkt werden. Die Entwässerungskosten sollen um 0,38 Mark je geförderter t Kohle sinken. GA 3.11.1976.
1976 17.10.76 ERs 560, Bgg. 282 fährt mit 4600 m³ Abraum die bisher höchste Leistung. Ziel ist es, bis 1.3.1977die Voraussetzungen für den weiteren Aufschluss mit SRs 1200a, Bgg. 1401 zu beginnen. GA 29.10.1976.
1976 17.11.76 Der Termin für die Generalreparatur (GR) des SRs 1200a, Bgg. 1401 steht, die GR findet in der Zeit vom 6.12. bis 17.12. statt. GA 17.11.1976.
1976 November Das für die GR am Bgg. 1401 benötigte Schaufelrad ist in Werkstatt I fertig montiert. GA 14.12.1976.
1976 28.12.76 As 1120, Absetzer 1055 beginnt seinen Transport vom Tagebau Holzweißig nach Freiheit III. Am 14.Februar soll das Gerät seinen künftigen Einsatzort erreicht haben. Einer der Absetzerfahrer auf dem Transport ist Horst Laszus, als Transportleiter fungiert Werner Rudolph. Der Absetzer, 1200 t schwer, muss folgende Hindernisse zu queren: - Reichsbahnstrecke Bitterfeld-Leipzig - Fernverkehrsstraße F 184 Bitterfeld-Delitzsch - Reichsbahnstrecke Bitterfeld-Halle sowie die Fernverkehrsstraße F 100. GA 11.1.1977.
1977 28.2.77 Der erste Abraumzug von Bagger 282 ist gefüllt und fährt über die Abraumfernbahn nach Freiheit III. Baggerfahrer ist mein späterer Kollege in der Grube, Burghard Schröder. Für Karl Paul, der den Zug fährt, ist diese Fahrt einer der letzten, Karl wird künftig als Oberlokfahrer tätig sein. Am Stellwerk 42 übernimmt Edmund Becker die Lok und wird schon von Schichtmeister Werner Krabbes und seiner Truppe auf Freiheit III am Absetzer 1055 erwartet. Die Freigabe, durch Zerschneiden eines Bandes, erteilte der Generaldirektor der VVB Braunkohle, Hans Waldmann. GA 2.3.1977.
1977 9.3.77 Zur Zeit arbeiten im Tagebau 350 Belegschafter des Kombinates. GA 9.3.1977.
1977 März Erfolgt durch die Abteilung Haupttechnologie eine Untersuchung der Förderwege (Schienennetz) im Förderraum zur Sicherung der Rohkohleversorgung. GA 9.3.1977.
1977 März Schwierige geologische Bedingungen im Tagebau Holzweißig erfordern am Bagger SRs 1200a, Bgg. 1401 das Unterschneiden des Planums von 2 m mit anschließender Bekiesung. Trotzdem steht das Ziel, am 27.3.1977 die Förderung zu beenden. Das Gerät soll in den Tagebau Delitzsch Süd-West umgesetzt werden. Bagger 282 liegt voll im Plan. GA 16.3.1977.
1977 März Bei der Betrachtung von weiteren Aufschlüssen von Tagebauen wird schnell klar, dass auch weiterhin der Einsatz von Abraum- u. Kohlezügen notwendig ist. Die Anforderungen an die Signalwerker des Bereiches F und S steigen somit. Darauf gilt es sich beizeiten einzustellen. GA 16.3.1977.
1977 17.3.77 Im Klubhaus Holzweißig findet eine Informationstagung unter der Leitung der KDT statt. Es werden die an das Kombinat langfristig gestellten Aufgaben erläutert. Zwischen 1980 und 1990 sind 6 neue Tagebaue aufzuschließen. Die Abraumbewegung wird von 1980 bis 1990 auf 390 % gesteigert, die Kohleförderung im selben Zeitraum auf knapp 200 %. Der Anteil des Zugbetriebes im Abraum verringert sich von 92,5 % in 1980 auf 6 % in 1990. Der Förderbrückenbetrieb steigt von 7,5 % auf 53 % im selben Zeitraum.1985 sollen 47 % des Abraumes per Bandtechnologie bewegt werden. Es werden auch die auf das Kombinat zukommenden Herausforderungen im Instandhaltungsbereich erläutert. Weiterhin bedeut es, dass alle jetzt laufenden Tagebaue des Kombinates 1990 ausgelaufen sind und dafür Ersatz geschaffen werden muss. GA 6.4.1977.
1977 30.3.77 Transportbeginn des SRs 1200a, Bgg. 1401 vom Tagebau Goitsche nach dem Tagebau Delitzsch Süd-West. Er wird folgende Querungen bewältigen: - Reichsbahnstrecke Berlin-Leipzig - Fernverkehrsstraße F 184 - Überfahren der Kohleverbindungsbahn - 110 kV-Leitung und 30 kV-Leitung - Reichsbahnstrecke Halle-Eilenburg Ziel ist, das 1800 t schwere Gerät bis zum 22.4.1977 den Transport abgeschlossen hat. Am 1.5.1977 soll die Förderung aufgenommen werden. Transportleiter ist Kollege Drescher. Auf dem Gerät sind während des Transportes u. a. die Kollegen Friedrich Basse, Bernd Oelschläger, Roland Zentzsch und Baggerfahrer Armin Schbüll eingesetzt. GA 16.3.1977 u. Freiheit 1977
1977 April Die enorme Bautätigkeit im Wohnungsprogramm des Landes erfordert eine Menge an Baustoffen. Die Tagebaue, sozusagen die natürlichen Kiesgruben, sind aufgefordert zu liefern. Für den Stammbetrieb gilt es im Jahr 1977 600.000 t Rohkies zur Verfügung zu stellen. Durchaus nicht nur volkswirtschaftlich notwendig und bedeutsam, auch wir Kumpel brauchen Wohnungen. GA 6.4.1977.
1977 9.4.77 SRs 1200a, Bgg. 1401 quert am frühen Nachmittag die Reichsbahnstrecke Leipzig-Bitterfeld. GA 6.4.1977.
1977 Frühjahr BMK Erdbau Thalheim beginnen ihre Arbeiten auf dem zukünftigen Montageplatz Tagebau Delitzsch Süd-West. Mit Schrappern wird Mutterboden abgetragen. Info v. Bernd Pache.
Zeichnung aus: 1973-Tgb. DSW Antrag Standortgenehmigung Planungsverband Westsachsen, bearb. Schmidt
1977 Der geologische Schnitt Hydrolog. Einschätzung zukünft. Restlöcher DSW-PLV WS.
1977 22.4.77 SRs 1200a, Bgg. 1401 erreicht den Tagebau und wird nun auf seinen Einsatz vorbereitet. Für Dich 1977/20.
1977 4.5.77 Werbung für Nachwuchs in der Betriebszeitung Glück Auf. Für die neu zu erschließenden Tagebaue kann man nicht genug werben. GA 4.5.1977.
1977 Der Kennzifferspiegel für Tagebau Delitzsch Süd-West Plan.-verband Westsachsen-Grobstudien Nordraum.
Diese Kennziffernspiegel wurden für jedes erkundete und für abbauwürdig befundene Kohlefeld erstellt.
1977 Mai SRs 1200a, Bgg. 1401 wird im künftigen Vorschnitt in Betrieb genommen. Chronik des Bitterfelder Bergbaus.
SRs 1200a, Bgg. 1401 im Einsatz.
1977 Mai Im Zeitraum seit dem 28.2.1977 wurden im Tagebau 300.000 m³ Abraum gefördert. Für die neue Waschkaue sind bereits die Fundamente gegossen. Auch an der 110 kV-Station laufen die Arbeiten. Es gilt alle Voraussetzungen für den Einsatz des D 1200, Bgg. 549 zum 1.9.1977 zu schaffen. GA 25.5.1977.
1977 Dezember Im Tagebau soll eine Förderbrücke aus der Lausitz eingesetzt werden, im Tagebau Sedlitz, wird der Demontageplatz der AFB 23 eingerichtet. Der Tagebau geht seinem Ende entgegen, die AFB “zur weiteren Verwendung” frei. GA 11.1.1978.
1978 Januar Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. So auch der geplante Einsatz der F 34 in Kombination mit einem modifizierten Es 3150 als Gewinnungsgerät. Die F 34 ist eine DDR-Einheitsförderbrücke, die 34 steht für 34 m Abtragsmächtigkeit. Bisher sind 11 F 34 in der Lausitz eingesetzt und auch schon per Landtransport umgesetzt worden, wie z. B. die F34, AFB 27 vom Tagebau Seese-West nach Tagebau Cottbus-Nord. Der Landtransport in Längsstellung, wie von Lohsa nach Bärwalde kostet bei einer Transportstrecke von 13 km rd. 13.000.000 Mark. In Querstellung über 9 km, von Schlabendorf-Süd nach Seese-Ost 22.000.000 Mark. Transporte mit einer Teildemontage über “wenige” Kilometer sind billiger als die komplette Demontage, Einzelkomponenten per LKW und Bahn zum neuen Einsatzort zu transportieren und Neuaufbau. Eine Abraumförderbrücke über mehr als 100 km per Landtransport zu transportieren wäre nicht bezahlbar und würde auch an der eigentlichen Transportrasse scheitern, Stichwort Bebauung. Die F34, AFB 23 wird im Tagebau Sedlitz demontiert, wie beschrieben per LKW und Bahn nach Delitzsch Süd-West gebracht. Als Bagger sind standardmäßig 2 Es 1120 an die F34 gekoppelt. Hier in DSW will man einen anderen Weg gehen und einen modifizierten Es 3150, leistungsgemindert, einsetzen. Diese Geräte sind bisher nur im Solobetrieb an einer Bandanlage oder in Kombination mit einer Abraumförderbrücke F 60 in Betrieb, wie in den Tagebauen Welzow, Nochten und Jänschwalde. Es 3150, Bgg. 1297 wird ein Neubau und komplett in DSW aufgebaut. Die Betriebszeitung Glück Auf vom 11.1.1978 beschreibt, wie die Demontage und Neumontage der F 34 vor sich gehen soll.
Info: Der Einsatz einer Abraumförderbrücke ist nur möglich bei einer gleichmäßigen Kohleflözlage. Bei der Größe der AFB ist es nicht möglich große Höhenunterschiede, sprunghaftes Abfallen des Kohleflözes, auf kurzen Wegen auszugleichen. Dies Voraussetzung der gleichmäßigen Flözlage ist im Tagebau gegeben.
Die Aufzählung, Einsatzorte und Umsetzungen von Abraumförderbrücken F 34 im Lausitzer Revier
DDR-Nummer Tgb. IBN z. Tgb. Jahr Umsetz. Bemerkung
16 Scado 1955 Prof. Nord 1977 Zubr. für 26
19 Lohsa 1958 Bärwalde 1976 Latrapo II lä.
21 Spreetal 1959 Bärwalde 1981/82 Latrapo II lä.
22 Spreetal 1963 Cottbus-N 1983/84 Latrapo II lä.
23 Sedlitz 1960 DSW 1978/1980
25 Schla-N 1961 Schla-S 1977 Latrapo II quer
26 Schla-N 1962 Prof.-N 1972
27 Seese-W 1964 Co-N 1978 Latrapo II quer
28 Seese-W 1965 Schla-S 1977 Latrapo II quer
25 Schla-S 1961 Seese-O 1987 Latrapo II quer
Die F34, AFB 23 wurde ab 10.3.1960 im Tagebau Sedlitz montiert, ging am 1.9.1960 in den Probebetrieb. Ihre Stützweite wurde 1968 von 95 m auf 200 m erweitert. 1963 hatte die Brücke eine Havarie-Zusammenstoß des Haldenauslegers mit der Kippe.
Folgende Umbauten erfuhr die AFB 23 bis 19.10.1969: Umbau zu F 42. Führerstandseinrichtung für Grubenplanum am Hauptband Baggerseitig. Ca. 20% des Förderstromes mittels Fallrohr in die Grube 1972. Verlängerung des Haldenauslegers. Seilverspannte Girlandenrollen, Erhöhung der Gurtgeschwindigkeit des Haupt- und Haldenbandes. Haldenband von 800KW auf 1000KW. Ersatz des Beschleunigungsbandes durch Aufgabeschurre. Verstärkung des Haupttraggerüstes und der Haldenstütze. Änderung der Stützenhöhe. Einbau von Vorschüttband. Abknickung des Fallrohres. Veränderung der Kratzerkette.
Sie förderte von 1960 bis 1978 418.590.000 m³ Abraum. Angeschlossen war ab 1960 ein Ds 1120.1, Bgg. 640, Baunr. FK 38/1957. Komplettiert wurde die Baggerseite 1962 mit Ds 1120.1, Bgg. 622, Baunr. FK 61/1960. Auflistung Bagger, Absetzer, Förderbrücken des Ostkohleforums.
Ebenso heiß und verbissen wird über die Schichtpausen, also den Gerätestillstand während der Schichtwechselzeit diskutiert. Dabei ist folgendes interessant, die Lokfahrer lösen zur gleichen Uhrzeit ab wie die Baggerbesatzungen. 6.30 Uhr in der Frühschicht, 13.30 Uhr in der Spätschicht und 21.30 Uhr in der Nachtschicht. Es ist also vorprogrammiert, dass ein Lokfahrer, der 13.30 noch beladen wird seinen regulären Feierabend verpasst. Er muss nach Beladung noch viele Kilometer bis zum Ablösepunkt fahren und die Erfahrung sagt, der Schichtbus ist verpasst, ein Auto der Fahrbereitschaft nicht gleich zur Stelle, um ihn nach Hause zu fahren. Nicht selten waren die betroffenen Kollegen erst 16.00 Uhr oder 17.00 Uhr zu Hause. Aber auch für die Baggerbesatzungen war es oft nicht einfach. Im Extremfall fährt der Ablösewagen eine Strosse höher, hält zwar am Gerät, die Besatzungen müssen aber über einen Trampelpfad auf Gerätehöhe absteigen, die Kollegen auf der Tiefschnittseite dann noch bis zu 100 m zu ihrem Gerät laufen. Ein Anreiz bis zum Schichtende zu baggern ist damit nicht gesetzt. Der Bus nach Hause wartet nicht. Die Verbesserung bringt später erst der Bandbetrieb, die Ablösewagen fahren an der Bandanlage entlang, halten am baggernden Gerät und die Ablösung ist in Minuten vollzogen. Eine Lösung des Schichtwechsels bei Zugbetrieb wäre gewesen, Lokfahrer lösen eher als Baggerbesatzungen ab. Ich habe das in Espenhain, reiner Zugbetrieb zu dieser Zeit, angesprochen. Der doppelte Schichtbusbetrieb wäre nicht zu realisieren gewesen.
Ebenso oft wird über die gefahrene Leistung der ersten Stunden diskutiert. Brauchte es nicht, jeder Baggerfahrer weiß, was ich in der Halbzeit (z. B. in der Frühschicht 9.30 Uhr) nicht “drin” habe, hole ich in der zweiten Halbzeit nur schwerlich auf. Das funktioniert dann aber nur wenn alle Faktoren mitspielen, genügend Züge, trockener Boden, keine großen Steine und keine Störungen am Gerät. Die Autoren rechnen hier mit der Leistung der ersten zwei Stunden der Schicht.
1978 10.3.78 Mit dem obligatorischen Meeting, im Beisein der Offiziellen beider Braunkohlenkombinate und den feierlichen Ansprachen, beginnt die Demontage der F 34, Abraumförderbrücke 23-Sedlitz im Tagebau Sedlitz. GA 15.3.1978.
1978 März Seit langer Zeit arbeiten BKK Bitterfeld und Braunkohlenwerk zusammen. Austausch von Erfahrungen, Kooperationen stehen auf dem Programm. Mit den Montagen der Abraumförderbrücken, 23 in DSW, 26 in Profen, werden neue Dimensionen der Zusammenarbeit erreicht. Beide Betriebe, in Zusammenarbeit mit dem TAKRAF-Kombinat stehen vor der Herausforderung eine Abraumförderbrücke zu montieren, deren Teile hunderte Kilometer per Bahn und LKW herantransportiert werden. GA 15.3.1978.
1978 17.5.78 Auf dem Montageplatz trifft die erste Transporteinheit mit Brückenteilen aus dem Tagebau Sedlitz ein. Für die gesamte Brückenkonstruktion , immerhin 2000 Tonnen, sind 250 Schwerlasttransporte vorgesehen. . GA 25.5.1978.
1978 Jahr Auf dem Montageplatz wird die große Betonfläche gegossen, auf der später Geräte montiert werden. Der tiefer gelegene Einschnitt zur Montage der Haldenstütze ist ebenfalls in Arbeit. Info Bernd Pache.
1978 30.5.78 As 1600/4.70,2, Absetzer 1060, 1964 mit der Baunr. 110 für den Tagebau Holzweißig gebaut, ist auf Transport in den Tagebau Goitsche. Der Transport verläuft 2-schichtig. Um bei der Gleisverlegung Zeit zu sparen wird die schon lange genutzte Technologie der Gleisjochverlegung angewandt. Gleisjoche sind auf Schwellen vormontierte Schienen. Diese Joche werden vor dem Gerät zusammengefügt und nach Überfahrt demontiert, vor das Gerät gebracht und wieder zusammengefügt. Bei diesem Transport stehen dem Trupp 30 Gleisjoche von 10 m Länge zur Verfügung. Transportleiter ist Joachim Fricke, die Transportstrecke beträgt 10,7 km. Am Transport sind neben vielen anderen Absetzerfahrer Josef Vlach, Bandfahrer Karl Prescht, die Gleisarbeiter Rolf Einigk und Manfred Dießner. Absetzer 1060 hat während seiner Dienstzeit im Tagebau Holzweißig 91.670.000 m³ Abraum verstürzt. GA 25.5.1978
1978 Juni As 1600, Absetzer 1055 verstürzt weiter zuverlässig den Delitzscher Abraum auf Freiheit III. GA 8.6.1978. As 1600/5.70.2, Absetzer 1055 wurde 1963 mit der Baunr. 98 von Förderanlagen Köthen für den Tagebau Holzweißig gebaut. Auflistung Bagger, Absetzer, Förderbrücken des Ostkohleforums.
1978 Juni In einem Gespräch mit der Betriebszeitung nennt der Vorsitzende der Fachsektion Tagebau der KDT, Her Manfred Meißner den anvisierten Inbetriebnahmetermin der Abraumförderbrücke, Ziel ist der 15. August 1980. GA 15.6.1978.
1978 Juni Der Bergmannstag steht vor der Tür, immer stattfindend am 1. Sonntag im Juli. Die Betriebszeitung informiert dazu, dass in 21 Zahlstellen das Bergmannsgeld (Treueprämie, abhängig von der Beschäftigungsdauer) gezahlt wird. GA 29.6.1978.
Da ja auch im Betrieb alles politisch verstanden und ausgelegt wurde, war das auch mit dem Bergmannstag so. Die Verantwortlichen konnten nicht umhin zu betonen, dass es auch ohne die Heilige Barbara geht. Wir feiern den Bergmannstag. Der übrigens vom Namen her immer der jeweiligen politischen Situation angepasst wurde. Begründet als Tag des Deutschen Bergmanns, nachdem die wirklich gewollte Einigung Deutschlands gescheitert war, umbenannt zum Tag des Bergmanns. Um in den 1970ern dann als Tag des Bergmanns und des Energiearbeiters weiter gefeiert zu werden. Erstmals wurde der Bergmannstag am 1.7.1951 gefeiert, um die Arbeit der Bergleute zu würdigen.
Als Teil der am 10.August 1950 verabschiedeten “Verordnung zur Verbesserung der Lage der Bergarbeiter” wurde neben zusätzlicher Belohnung(richtete sich nach der ununterbrochenen Bergbauzugehörigkeit (Anm. Autor) und Habit („Bergmannsuniform“ Anm. Autor) auch dieser Ehrentag eingeführt. Der erste Tag des deutschen Bergmanns“ fand am 17.September1950 statt. Mit dem darauffolgenden Jahr erfolgte die Ehrung jeweils am ersten Sonntag im Juli. Von 1951 bis 1967 hieß er „Tag des deutschen Bergmanns“, von 1968 bis 1974 „Tag des Bergmanns der DDR“ und ab 1975 schließlich „Tag des Bergmanns und des Energiearbeiters“. WIKIPEDIA.
Das Fest der Heiligen Barbara feiern die Bergleute seit alters her am 4. Dezember jeden Jahres.
Dieser christliche Hintergrund musste dem "sozialistischtischen" Bergmannstag natürlich weichen.
GA v. 29.6.1978
1978 Juli Kapazitätserweiterungen und Tagebauneuaufschlüsse der nächsten Jahre. GA 27.7.1978.
Glück Auf 27.7.1978
1978 August Der 8.und 9. August beschert des Kumpels Lieblingswetter. 2 Tage Dauerregen mit 30 bzw. 45 mm Niederschlag. Die Gleise im Abraum und Grube liegen zentimetertief im Schlamm. GA 17.8.1978.
Hochachtung vor der Arbeit der Gleiskolonnen, die die Gleise stabilisieren und Entgleisungen zu beheben hatten!
1978 August Im Ausbildungsjahr 1977/78 absolvierten im Kombinat wieder zahlreiche Kollegen Weiterbildungen. 166 Kollegen und Kolleginnen in den Richtungen Befähigungsnachweis, Facharbeiter, Gesundheitshelfer, Sicherheitsposten, Baggerfahrer, Meister, Ing.-ökonom. Vorbereitung zum Ingenieursstudium. GA 17.8.1978.
1978 September Unter der Überschrift
Wird vom Tagebauleiter Delitzsch Süd-West, Wolfgang Päsold, berichtet, das 670.000 m³ Vorsprung erarbeitet wurden. Nunmehr steht das Ziel, am 15.8.1980 die Kohleförderung aufzunehmen. GA 14.9.1978.
1978 Sept/Okt Zukünftige Kollegen der Abraumförderbrücke absolvieren in Profen ihre Ausbildung und legen die Nachweise ab. GA 17.11.1978.
1978 1.12.78 Tgb. Jänschwalde Beginn Regelbetrieb F 60, AFB 34 mit den Es 3750, Bgg. 1292 u. 1294 ohne die Zubringerbrücke. Momente der Erinnerung TS.
1979 1.1.79 Nach tagelangem Regenwetter schlägt das Wetter um und in der Neujahrsnacht fallen die Thermometer auf bis -20° Celsius. Von Kap Arkona bis zum Fichtelberg geht nichts mehr. Die Elektrizität fällt stundenlang aus, sind die Kapazitäten wieder am Netz sinken die Bunkerstände bedrohlich, da auch die Tagebaue des gesamten Landes zu kämpfen haben, Weichen sind verweht und eingefroren, Geräte frieren ein. Läuft das wieder, frieren Abraum und Kohle in den Wagen fest. GA 17.11.1978 und eigenes Erleben der Zeit. “Die Versorgung der Bevölkerung mit festen Brennstoffen”, so der offizielle Sprachgebrauch, ist akut gefährdet bzw. Lieferungen von Briketts tagelang nicht möglich. Die Tagebauleiter und Abteilungsleiter schieben 24-Stunden-Dienste vor Ort. Tausende Helfer aus Armee, Landwirtschaft und anderen Bereichen der Wirtschaft sind in der Kohlewirtschaft eingesetzt. Seit dieser Zeit, man kann das in den Archiven nachlesen, sind das Politbüro und die Ministerien zu jedem Jahresende in hellster Aufregung, wegen eben der “Versorgung der Bevölkerung mit festen Brennstoffen”. Dann jagt eine Stellungnahme von Ministeriellen die nächste. Im Vordergrund steht dabei immer die Stadt Berlin. Tage und Wochen die man nicht vergisst!
Glück Auf 12.1.1979
1979 Januar Kombinatsdirektor Becker umreißt die wichtigsten Vorhaben in 1979 für den Tagebau. Dazu zählen die Vorbereitungen zu:
- Montage der AFB - Montage der Bandanlagen - Montage der Kohleverladung - Errichtung Stellwerke Zur Realisierung dieser Schwerpunkte sind rd. 550 Bau-und Montagearbeiter eingesetzt. GA 5.1.1979.
1979 12.1.79 Im Tagebau wird die komplette 110-kV-Station in Betrieb genommen. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um den 3. Abraumschnitt in Betrieb zu nehmen. Bereits am 8.12.78 war der Trafo in Betrieb genommen worden und die Umschaltung auf die neue Einspeisung. GA 12.1.1979.
1979 Februar D 1200 wird nach Überholung im 3. Abraumschnitt eingesetzt und wird im Tagebau die erste Kohle freilegen. Die Inbetriebnahme erfolgt rd. 70 Tage eher als geplant. GA 16.2.1979.
1979 Damit rechtzeitig Montagefreiheit für die Grubenbandanlage geschaffen werden kann, wird Ers 560, Bgg. 282 zusätzlich im 3. Abraumschnitt eingesetzt. GA 10.3.1979.
1979 März Für den weiteren Einsatz des D 1200, Bgg. 549 müssen weitere 12.000 m Gleise aufgebaut werden. Bagger 282 legt auch noch Kohle frei, muß aber demnächst umgesetzt werden. Ander AFB gehen die Montagearbeiten weiter. Im Zuge der Montage fließen Neuerungen ein. Die Stützweite wird um 20 m verlängert. Für die neuen Stahlkonstruktionen werden 142.000 Werkstattstunden notwendig. GA 30.3.1979.
1979 2.7.78 Mit Fertigstellung des Montageplatzes für den Es 3150, Bgg. 1297 beginnen die Montagearbeiten. Im Auftrag des Georgi-Dimitroff-Werkes Magdeburg arbeiten hier polnische Monteure der Firma Kopex.
Ausschnitt der Zeichnung aus: 1973-Tgb. DSW Antrag Standortgenehmigung Planungsverband Westsachsen, bearb. Schmidt
1979 August Die Arbeiten an der Abraumförderbrücke laufen, für Stahlbau sind jetzt auch Monteure von der Zentralwerkstatt Gräfenhainichen vor Ort und montieren das Trägergerüst für die Haldenstütze. Nachdem die Stahlteile verbaut sind, beginnen schon die Arbeiten des Korrosionsschutzes. Hier sind der Industrieanstrich Cottbus, und der Kreisbaubetrieb Aschersleben bei der Arbeit. Am Bagger 1297 werden z. Z. die Fahrwerksgruppen zusammengebaut, polnische Monteure werken am Raupentrommelwagen. Nebenan läuft die Vorbereitung des Montageplatzes für die Montage des BRs 1200 29.32, Bandwagen 800. Auch in der Grube laufen Vorarbeiten zur Montage der Grubenbandanlage. GA 17.8.1979. 1979 Juli Bagger 549 hatte eine Havarie, es müssen Träger ausgewechselt werden. Weiteres ist nicht bekannt. An der Reparatur arbeiten am Wochenende auch die Monteure der polnischen Kopex am Gerät. Etwa zur gleichen Zeit havariert im Tagebau Goitsche der SRs 630/800, Bgg. 1425, die Instandhalter sind stark gefordert. GA 25.8.1979 u. 7.9.1979.
1979 August Bisher wurden im Tagebau Greifenhain 2 Baggerbesatzungen auf dem dortigen Es 3150, Bgg.1290 ausgebildet. Der läuft seit 1977 an der Bandanlage des 2. Abraumschnittes. % Besatzungen für die Brücke wurden an der AFB 26 in Profen ausgebildet. Auch Instandhalter bereiten sich in den zwei genannten Tagebauen auf künftige Aufgaben vor. GA 17.8.1979.
1979 1979 Tgb.DSW Beginn Montage des Es 3150,Bgg. 1297. Momente der Erinnerung TS.
1979 18.10.79 Tgb. Goitsche aus Baufeld IIIa erster Abraum aus dem VS. Momente der Erinnerung TS.
1979 1.11.79 Beginn Aufbau Grubenbandanlage. Momente der Erinnerung TS.
1979 Die Betriebszeitung Glück Auf wird 30.
1949 wurden auf zentralen Parteibeschluss in allen großen Betrieben Betriebszeitungen eingeführt.
Sie waren aber nicht lediglich die Betriebszeitung, sondern knallhartes Erfüllungs-und Mitteilungsorgan der führenden Kraft im Staate der SED.
Die Belegschaft sollte sozialistische Orientierung finden (müssen!), von der Richtigkeit der
Entscheidung der allwissenden Partei-SED-überzeugt werden. Und stets die führende Rolle der SED herausheben.
An zweiter Stelle kamen die Pläne, deren Erfüllung, die (von den Arbeitern erstellten
Angebote eines Gegenplanes. Erst dann wurden betriebliche Ereignisse, wie ärztliche Versorgung,
Ferienplätze Ereignisse in den Tagebauen usw. dargestellt. Die Reihenfolge war immer von den
aktuellen Parteibeschlüssen abhängig.
Es war nahezu , wenn ich das sarkastisch feststellen darf, Gotteslästerung, wenn man keine Zeitung kaufte.
Als Lehrlinge und ausgelernte Jungspunde war das Interesse gering, wir wurden aber sehr
nachdrücklich “überzeugt” regelmäßige Leser zu werden.
Mir persönlich waren die Meldungen zu Ereignissen im Tagebau immer zu kurz. Dafür waren dann die
Erfolgsmeldungen sehr ausführlich. Der gelernte DDR-Bürger kennt das alles, wer es nicht kennt, kann
bei mir viele Jahrgänge verschiedener Braunkohlenbetriebe nachlesen.
Hervorgegangen aus der Einheit-BKW Einheit,
- zusammenführt mit Zeitung des BKW Mulde-Nord,
erscheint sie ab 2.4.1968 als
verändert 1976 ein wenig das Logo
und sieht ab Januar 1977 so aus
und erscheint nach der Wende dann als Zeitung der Bergarbeiter des VE BKK Bitterfeld (Stammbetrieb)
1979 28.8.79 Im Kombinat erreichen die Abraumbetriebe ein bemerkenswertes Ergebnis-180.900 m³ können abgerechnet werden. Der Tagebau Delitzsch Süd-West fuhr davon 36.000 m³, ohne Bagger 282 wird angemerkt. Denn der arbeitet ja schon in Merseburg-Ost. Bereits am nächsten Tag erreichten die Delitzscher 36.200 m³. Absetzer 1055 auf Freiheit III setzte im August alle aus Delitzsch kommenden Massen allein ab. GA 7.9.1979.
1979 September Die alljährliche Winterfestmachungskontrolle erfolgt. Dabei wird überprüft, ob die Abteilungen alle Voraussetzungen erfüllen mit ihrem Arbeitsmaterial wie z. B. Winterarbeitskleidung, intakte Heizungen der Räume und Betriebsanlagen, Streusand, Lauge, Werkzeuge usw. im Frost bestehen können. GA 21.9.1979.1979 September Am Bagger 282 erfolgt die jährliche Generalreparatur, das Gerät muss außerdem fit für den bevorstehenden Transport in den Tagebau Merseburg-Ost gemacht werden. GA 21.10.1979. 1979 27.9.79 ERs 560, Bgg. 282 ist auf Transport vom Tagebau in den Tagebau Merseburg-Ost. Am 9.10.78 quert das Gerät die Autobahn Dresden-Leipzig und am13.10 die Reichsbahnstrecke Halle-Leipzig. Hier erfolgte der “Tausch” mit Ers 500, Bgg. 311 der von Merseburg-Ost kommend seinen Transport nach Tagebau Delitzsch Süd-West fortsetzte. Bagger 311 soll am 31.10.79 im Tagebau ankommen. GA 19.10.1979.
1979 14.9.79 Der im August havarierte SRs 630/800, Bgg. 1425 wird heute, 12.00 Uhr zur Förderung freigegeben. Leiter der Instandsetzung war Rainer Österreicher. GA 21.9.1979.
1979 September Die alljährliche Winterfestmachungskontrolle erfolgt. Dabei wird überprüft, ob die Abteilungen alle Voraussetzungen erfüllen mit ihrem Arbeitsmaterial wie z. B. Winterarbeitskleidung, intakte Heizungen der Räume und Betriebsanlagen, Streusand, Lauge, Werkzeuge usw. im Frost bestehen können. GA 21.9.1979.
1979 23.10.79 ERs 560, Bgg. 282 quert das letzte Hindernis seiner Reise, die Autobahn Berlin-Hirschberg, zwischen den Anschlussstellen Brehna und Schkeuditzer Kreuz. Mit einer Fahrgeschwindigkeit von 6 m/min dauert die Überfahrt nur 20 Minuten. Nach Ankunft im Tagebau steht eine 3-tägige Reparatur an, danach wird er im Grubenbetrieb für notwendige Baufreiheiten eingesetzt. Die Transportstrecke für die Bagger 282 und 311 betrug jeweils 22 km. GA u. Chronik Bitterfelder Bergleute.
1979 30.11.79 Der Tagebau Holzweißig sieht seinem Ende entgegen. Es stehen noch etwa 250.000 t. Kohle zur Gewinnung durch ERs Bgg. 296 an. Ende Januar 1980 soll Schluss sein. GA 30.11.1979.
1980 Jahr Auf dem Montageplatz des Tagebaues werden zwei Bandwagen, BRs 1200 29.32 mit den Baunrn. 20401-BRs 800 und 20402-BRs 801 montiert. Beide werden im Grubenbetrieb zum Einsatz kommen. Liste Bandwagen Märker/TS.
1981 Januar ERs 560, Bgg.296 beginnt seinen Transport vom Tagebau Holzweißig nach DSW.
1981 Beginn der Montage des Kombinierten Haldenschütt-und Gewinnungsgerätes As-G2300.30 gebaut von VTA mit der Baunr. 8723, DDR-Nr. 1802. Zur Überbrückung von Störungen in der Kohleförderungen konnten auf der Kohlenhalde für 15 Schichten Kohle gelagert und verladen werden. Chronik Bitterfelder Bergleute u. GA 24.7.1981
Für die geleistete Arbeit im Jahr 1980 werden im Kombinat-Stammbetrieb 5.804.000 Mark an Jahresendprämie gezahlt. GA 27.2.1981.
1981 10.04.81 Beginn Regelbetrieb des AFB-Verbandes F34, AFB 23, Es 3150, Bgg.1297. Die Montage war mit Umbau-und Rekonstruktionsarbeiten zur Leistungssteigerung verbunden. – Erweiterung der Stützweite von 180 m auf 200 m und eine Erhöhung der Stützendifferenz um 1 m auf 15,75 m - Einbau eines 27 m langen Vorhaldenbandes zur Herstellung einer Stützkippe – - Einbau Vorschüttband zur Schüttung der Vorkippe (Fahrebene der Haldenstütze) - Umrüstung auf Girlandenrollen - Anpassung des Querförderers als Verbindungsbrücke Bagger-Hauptbrücke - Umstellung der Energieeinspeisung von 6 kV au 30 kV - Es 3150, Bgg. 1297 erhielt eine auf 49 m verlängerte Eimerleiter Momente der Erinnerung TS-Chronik der Bitterfelder Bergleute. Es 3150, Bgg. 1297 erhält zum Beherrschen des Eimerkettenwechsels ein 4-teiliges Eimerkettenaustauschgerät KEAT.
Die Abraumförderbrücke F 34, AFB 23 wurde von den Lauchhammerwerken 1960 als deren 32. Förderbrücke für den Tagebau Sedlitz gebaut. Geräteliste Ostkohle-Forum.
Einen neuen Tagebau aufzuschließen ist schon Herausforderung pur! 4 allein im Stammbetrieb + die in naher Zukunft notwendigen Erweiterungen in den BKWen des Kombinates, wie Umstellungen von Zug-auf Bandbetrieb und der Neuaufschluss Cospuden-das sind völlig neue Aufgaben. Denn mit Band-und Brückenbetrieben stößt das BBK Bitterfeld in neue Dimensionen vor. In sehr kurzer Zeit sehr große Gerätekombinationen und deren Steuerung zu managen, die Planer, Technologen und betrieblichen Ingenieure stehen vor großen Herausforderungen. Und manchen werden sie überrollen. GA 29.5.1981.
1981 Juli Wie in jeden Jahr, wird etwa zur Jahresmitte hin der Plan für 1982 diskutiert. Soweit so oft gehandhabt. Die neue Auflage hat es aber in sich. Die Braunkohlenindustrie hat weitere Anstrengungen zu unternehmen, um das weiter Erdöl substituiert werden kann. Der Weltmarktpreis steigt, die Lieferungen aus dem „Bruderland“ Sowjetunion verharren auf niedrigem Niveau bzw. gehen zurück. Viele der auf Erdöl umgerüsteten Heizkraftwerke müssen auf Braunkohle zurückgerüstet werden. Da bedeutet für den Stammbetrieb eine Mehrförderung 900.000 t Rohkohle. Die Voraussetzungen für eine Mehrproduktion von 20.000 t Briketts und 10.000 t Siebkohle sind zu schaffen. Und das bei rückläufiger Förderung im Tagebau Goitsche, dafür soll Tagebau Delitzsch Süd-West 2.400.000 t Rohbraunkohle mehr fördern. Insgesamt sind im Tagebau 11.100.000 m³ Abraum zu verkippen. Für die Investitionen stehen dem Stammbetrieb rd. 2 Milliarden Mark zur Verfügung. 690.000 Stunden Arbeitszeit sollen eingespart und 174 Arbeitskräfte eingespart werden. Auch wird mit Ansteigen der Betriebsprämien auf 8.138.000 Mark gerechnet GA 17.7.1981.
1981 Juli Mit der Bildung des VE Braunkohlenkombinat Bitterfeld machte sich zwangsläufig eine Erweiterung des Dispatcherdienstes erforderlich. „Diese Aufgabe wurde durch die Umsetzung und Einfügung von erfahrenen Kadern auch aus anderen Kombinatsbetrieben gelöst.“ Zur Erleichterung der Aufgaben soll schrittweise moderne Technik, Microrechner und moderne Datenfernübertragung eingeführt werden. GA 9.10.1981.
1981 August Vom 3.8.-10.8. findet die diesjährige Generalreparatur der Abraumförderbrücke statt. Neben der Durchführung der notwendigen Verschleißarbeiten, standen der Wechsel des Hauptbandes sowie der Wechsel des Aufgabebandes am 1297 auf dem Plan.
Generalreparaturen erfordern ein genaues und strenges Regime. Der Zeitplan für die Geräte wird meist schon zum Ende eines Jahres für das kommende Jahr erstellt. Man benötigt eine Übersicht zur Vorbereitung der einzelnen Schwerpunkte für die Geräte selbst und eine Übersicht der Termine, damit es keine Überschneidungen von diesen großen, sehr umfangreichen Reparaturen gibt. Das zöge automatisch Zulieferschwierigkeiten in den Werkstätten nach sich, genauso wie bei den beteiligten außerbetrieblichen Firmen. Folgend der Übersichtsplan zeitlicher Einordnung zu Generalreparaturen 1978 bis 1990.
1981 August Auch das Rücken einer Bandanlage will gelernt sein und erfordert Routine. Es ist üblich zur Beherrschung neuer Technologien fachlichen Beistand zu leisten. So stehen erfahrene „Rücker“ aus dem Bandtagebau Peres den Delitzscher Kollegen zur Seite. Die Delitzscher lernen so manchen „Kniff“. Zur Zeit muss die 2000 m lange Grubenbandanlage recht häufig, nämlich aller 5-6 Tage gerückt werden. GA 29.8.1981.
1981 19.9.81 SRs 300, Bgg.71. steht schon eine Weile, von der Goitsche kommend am Bahnhof Petersroda und wartet auf die Freigabe zur Weiterfahrt, quert die Gleise hier am 19.9. und die Fernverkehrsstraße F 184.
Am 26.9 quert das Gerät die Reichsbahnstrecke Eilenburg-Halle als letztes großes Hindernis. GA 26.8.1981.
1981 September Im VE BKK Bitterfeld, mit seinen angeschlossenen BKWen arbeiten 49.000 Beschäftigte. GA 12.9.1981.
1981 September SRs 300, Bgg.71 beendet seinen Transport, wird einer 6-tägen Reparatur unterzogen und nimmt anschließend seine Arbeit im Kohlehochschnitt der Grube auf. GA 12.9.1981.
SRs 300, Bgg. 71 wurde 1937 mit der Baunr. 46 von den Lauchhammerwerken für Grube Leopold gebaut.
1981 Oktober Der Tagebau fördert 277.000 m³ Abraum, die Abraumförderbrücke davon 190.500 m³. GA 11.11.1981.
1981 Dezember Im Tagebau wird die Grubenbandanlage erstmals unter Winterbedingungen gerückt. Bei der anschließenden Auswertung mit den zur Unterstützung eingesetzten Kollegen aus Profen, wird „herausgearbeitet“, dass eine ständige Rückbrigade mit entsprechender Ausrüstung zu bilden ist. GA 23.12.1981.
1982 Januar Das neue Jahr startet mit starkem Frost. GA 27.1.1982
1982 20.1.82 Ein weiteres Gerät, der SRs 240 9.5/0,5.0, Bgg. 1518 wird vom Georgi-Dimitroff-Werk Magdeburg übergeben. Er bewältigt eine Abtragshöhe von 9,5 m und kann seine Arbeitsebene 0,5 m unterschneiden, hat keinen Vorschub. Das Gerät gehört zur Baggerklasse 0. Vorgesehen für die Grube, wird aber zunächst im Vorschnittbetrieb zur Kiesgewinnung eingesetzt. GA 27.1.1982
1982 Januar Absetzer 1055 befindet sich auf Tansport nach dem Tagebau. GA 3.2.1982.
1982 Januar Der Grubenbetrieb stabilisiert sich weiter. Um 3.300 t Rohkohle erhöhte sich durchschnittlich die Tagesleistung gegenüber Dezember 1981. Im Abraum verzeichnete der Stammbetrieb ein Minus von 930.000 m³. GA 3.2.1982.
1982 3.3.82 Vor den Abraumbetrieben des Stammbetriebes steht in 1982 die Aufgabe per 31.12.1982 einen greifbaren Kohlebestand von 7.470.000 t Kohle zu schaffen. GA 3.2.1982.
1982 Februar Im Grubenbetrieb kommt es zu einer Leistungsminderung, gegenüber dem Plan ist ein Rückstand von´37.000 t Kohle zu verzeichnen. Gründe hierfür sind die noch notwendig häufigen Rückprozesse, die Schichtablösung wird genannt. Durch den geringen Haldenbestand treten eben wegen der häufigen Rückprozesse Engpässe im Grubenbetrieb auf. GA 17.2.1982.
Wie auch später im Tagebau Breitenfeld zu beobachten, werden von den Leitern die Anfahrprobleme der neuen Anlagen mit neuen Technologien dahingehend nicht genug berücksichtigt. Neue Geräte und Anlagen, neue Technologien und das alles mit neuen, zwar erfahrenen Bergleuten aus dem
Stammbetrieb, erfordern eine Übergangszeit, Gewöhnung an neue Zeitvorgaben, Kollegen müssen sich ins Neue einarbeiten können. Das ist so nicht möglich, der zu erfüllende Plan steht über Allem. Der Druck auf das Ingenieurpersonal von oben (Leitung Stammbetrieb, die wiederum beim täglichen Ministerrapport gewaltigen Druck bekommen) ist groß und wird ungehemmt von den meisten in die Meisterbereiche weitergetragen.
1982 Jahr Auf dem Montageplatz des Tagebaues wird der dritte Bandwagen, BRs 1200 29.32 mit den Baunr. 20403-BRs 803 montiert. Auch dieses Gerät wird im Grubenbetrieb zum Einsatz kommen. Liste Bandwagen TS.
1982 Februar Franz Becker, Personalchef, in damaliger Sprechweise „Direktor für Kader und Bildung“, spricht in der Glück Auf die bildungspolitischen Herausforderungen der 1980er Jahre an. An der BBS werden z. Zt. 625 Lehrlinge und er betont, dass alle jungen Facharbeiter für das Kombinat eine wichtige Quelle für die Sicherung der künftigen Aufgaben sind. U. a. müssen weiter die Berufsausbildung den Herausforderungen der neuen Bergbautechnik angepasst, die betriebliche Weiterbildung ausgebaut und die Kollegen in nahezu allen Bereichen für elektronische Anwendungen zu schulen. In den nächsten 5 Jahren müssen 700 Facharbeiter auszubilden, 9000 Kollegen weiterzubilden und 150 Meister auszubilden. Ingenieure werden an den Ingenieursschulen Senftenberg und Eisleben ausgebildet. GA 26.2.1982.
1982 28.2.79 Die Absetzer 1055 und 982 setzen ihren Weg zum Tagebau Delitzsch Süd-West fort. Heute queren sie die 380-kV Freileitung Muldenstein-Leipzig sowie die Fernverkehrsstraße F 83. Noch 4,5 km werden die beiden Gerät nun gemeinsam bis zur Innenkippe DSW zurücklegen. Für 1055 sind es dann 13 km Gesamttransportlänge, für 982 15,5 km. Bei Dienstgewichten von 1200 t-1055 und 1942 t bei 982. Der Transportverband ist rd. 100m lang, die Transporttrasse ca. 30 m breit. Letztes Hindernis wird am 7.3. die Reichsbahnstrecke Eilenburg-Leipzig sein. Transportleiter ist Bernd Fuchs. GA 10.3.1982
1982 März Die Abteilung Polytechnik bereitet sich vor, ab September Schüler der Delitzscher POS „Rosa Luxemburg“ und „Karl Liebknecht“ und der sich im Bau befindlichen POS in Delitzsch-Nord zu unterrichten. GA 10.3.1982.
1982 7.3.82 Die Absetzer 1055 und 982 queren die Reichsbahnstrecke Eilenburg-Leipzig. Trotz bei Regen aufgeweichtem Boden, schafft das Transportteam um Bernd Fuchs die Zeitvorgabe. GA 17.3.1982.
1982 März Derweil laufen im Kippenbetrieb die Arbeiten zum Gleisbau für die Absetzer. Die Besatzung der Gleisstopfmaschine schaffte in einer 16-Stunden-Schicht 3.073 m. GA 24.3.1982.
1982 März Mit 6-tägiger Verspätung nimmt Absetzer 1055 seine Arbeit im Tagebau auf. Die aufgeweichten Böden und die verspätete Freigabe zum Queren der 380-kV-Leitung trugen zum Rückstand bei. GA 24.3.1982.
As 1600, Absetzer 1055 wurde 1963 von der Firma Förderanlagen Köthen mit der Baunr. 98 für den Tagebau Holzweißig gebaut. Geräteliste Ostkohle-Forum.
1982 16.3.82 Die Abraumförderbrücke fährt in der Spätschicht 34.000 m³. In der Goitsche findet eine Drehpunktumstellung statt. Für die dafür eingeplante Zeit vom 29.3 bis 2.4 muß der Tagebau einen Haldenbestand von 40.000 t erreichen, um den Ausfall der Goitsche zu kompensieren. Gerade jetzt, am 16.3., fällt Bagger 311 in der Grube aus, die Eimerleiter ist gestreckt gefahren worden, dabei ist die Spindeleinrichtung der Eimerkette beschädigt worden und muss neu angefertigt werden. GA 24.3.1982.
1982 März Der Tagebau weist im März im Abraum ein Plus von 13.900 m³ auf. In Summe 1982 bisher aber ein Minus von 281.200 m³. in der Woche vom 19.3. bis 25.3. erreichte auch der Vorschnitt nicht seine vorgegebene Leistung. Im Grubenbetrieb steht ein Minus von 40.300 t. Außerdem arbeitet Absetzer 1055 nur auf halber Länge seiner Strosse, die Vorstreckarbeiten laufen nicht wie geplant. Die Förderbrücke steht vom 5.3. 15.25 bis 6.3. 14.00, ein Stein hatte Bd.1 aufgerissen. GA 31.3.1982.
1982 Ein weiterer Schaufelradbagger, der SRs 240, Bgg. 1520 kommt im Grubenbetrieb im Hochschnitt zum Einsatz.
1982 April Im Stammbetrieb steht im Abraum ein dickes Minus: -9.700.000 m³. Gegenüber 1981 ist ein Ansteigen der Betriebsstörung der Gleisanlagen zu verzeichnen, mit einem damit verbundenen Förderausfall von 53 %. Der Tagebau DSW wird genannt wegen Nichtbeherrschung der Betriebsorganisation und nicht gesicherter Technologien für die Winterfahrweise. GA 14.4.1982.
1982 18.4.82 Das Gesamtkombinat weist in der 2. Dekade April im Abraum weiterhin ein Minus aus. Trotz der Spitzenleistung am 18.4.82 von insgesamt 1.141.500 gefahrenen m³. Das BKW Borna trägt dazu 416.800 m³ bei. In der Kohle steht im Gesamtkombinat ein Plus von 31.600 t. Im Stammbetrieb steht ein Plus von 14.400 t. GA 28.4.1982.
1982 April Die Leitung des Stammbetriebes sieht eine Stabilisierung der Leistungen. Den absoluten Scherpunkt bildet trotzdem der Tagebau DSW, der die vorgegebene Leistung nicht erreichte. Die Förderbrücke lässt Stabilisierung erkennen, kann aber nicht genug herausfahren, da die ungenügende Kohleförderung, dies verhindert. ERs 500, Bagger 311 ist am SE im Hochschnitt eingesetzt, zur Unterstützung der eigentlich hier eingesetzten Geräte. GA 12.5.1982.
1982 12.7.82 Ein „Parteistab“, nichts geht ohne die SED, sie ist der „Schrittmacher“, zum vorzeitigen Umsetzen des ERs 500, Bgg. 298 wird etabliert. Zur Untersuchung der Möglichkeit der vorzeitigen Umsetzung vom Tagebau Welzow-Süd hierher. Im Tagebau braucht man zur Sicherung der Kohleförderung dringend dieses Gerät. GA 14.7.1982
Schon jetzt, der Tagebau ist in der Kohleförderung noch lange nicht an seiner Leistungsfähigkeit, machen sich die Fehler der Tagebauprojektanten bemerkbar. Ein Tagebau muss mit seiner Gerätekapazität so ausgerüstet sein, dass der Ausfall von Geräten aufgefangen werden kann sowie bei Abrufen der Maximalleistung des Tagebaues in der Förderung immer noch Reserven in der Gerätekapazität, zur Abfederung von Spitzen gegeben ist. Das ist von der Projektierungsseite selten gegeben. Andererseits ist die Ausrüstung mit leistungsfähigen Geräten immer dem Export untergeordnet und der Ausrüstung des Lausitzer Reviers mit seinen Großabnehmern in Veredlung und Stromgewinnung. Das wird sich bis zum Ende der DDR nicht ändern.
Ein Regierungsabkommen zwischen der DDR und Vietnam sieht vor Vietnamesen in der DDR zu qualifizieren. 100 Vietnamesen, darunter 40 Frauen sollen für 4 Jahre zum Einsatz kommen. GA 14.7.1982.
1982 Juni u. 1. Halbjahr Bei der Bilanz des Monats Juni und gleichzeitig der des 1. Halbjahres sieht der „Stammbetrieb im Spiegel der Produktion“ der Betriebszeitung, Delitzsch Süd-West in der Kritik. Der Rückstand im Abraum ist weiter angewachsen, auf weitere 129.000 m³. Trotz einer sehr guten Abraumleistung am 26.6. von 118.000 m³. Die schlechte Abraumleistung ist auch auf vermehrte Entgleisungen im Vorschnitt zurückzuführen. Das Gesamtminus im Abraum beträgt im 1. Halbjahr 835.000 m³. Vor dem Grubenbetrieb steht die Aufgabe, die Schnittfreiheit der Abraumförderbrücke zu gewährleisten, dazu ist es notwendig maximal Kohle zu fördern. Dagegen sind aber die Abnehmer, im Kohlehochschnitt liegt ein Tonstreifen, der nicht sauber genug oder gar nicht ausgehalten wird. Auch das gilt es zu verbessern. Die Kohlehalde aufzufüllen, deren Bestand ist um 20.000 t auf 3.500 t geschrumpft. GA 14.7.1982.
1982 24.6.82 Im Tagebau Golpa-Nord finden die Kombinatsmeisterschaften der Baggerfahrer statt. Bei solchen Meisterschaften müssen Aufgaben, wie z .B. einen eingebauten Fehler am Hubwerk zu finden, das Gerät in schnellster Zeit an den Stoß zu fahren und möglichst schnell und energieeffizient eine vorgegebene Anzahl von Abraumwagen zu beladen. Dazu gibt es meist eine Zusatzaufgabe, wie das Bestimmen-Messen des Böschungswinkels. Alles wird mit Punkten bewertet, der Baggerfahrer mit Höchstpunktzahl ist Sieger. Auf dem SRs 1200a, Bgg. 130 gewinnt Adolf Micoleiczik, Baggerfahrer in Espenhain vom BKW Borna, Peter Köhler vom Stammbetrieb wird Dritter. Auf dem Eimerkettenbagger, Typ findet keine Erwähnung, siegt Baggerfahrer Sabisch vom BKW Regis, Gerhard Schirrmeister-Bgg.-fahrer 651- vom Stammbetrieb wird Dritter. In der Mannschaftswertung siegt BKW Borna, 2. Wird das BKW Regis und Platz 3 belegt der Stammbetrieb. Baggerfahrer Adolf Micoleiczik fährt im Tagebau Espenhain alle Geräte des Vorschnittes und der Grube. Er ist Lehrfacharbeiter, bei ihm in der Schicht war ich auch für einige Zeit als Lehrling. GA 14.7.1982.
1982 Juli Die Abraumförderbrücke kommt zeitweilig zum Stillstand, der Grubenbetrieb schafft es nicht, Schnittfreiheit zu schaffen. GA 21.7.1982.
Einfach erklärt: Wird die Kohle nicht weggebaggert kann die Brücke nicht schütten bzw. wenn die Brückenhalde voll ist, nicht weiterrücken, dann kommt sie zum Stillstand.
ERs 500, Bagger 311 befindet sich in Generalreparatur, deshalb ist ERs 560, Bgg. 296 zeitweilig in der Grube eingesetzt. Das aber nur im vorderen Bereich der Grube, da der Bagger nicht unter der Brücke fahren kann, er ist zu hoch. GA 21.7.1982.
1982 Juli Die Analyse der Delitzscher Kohle zeigt einen Aschewert von 44 %, das führt zu Reklamationen bei den Abnehmern. GA 28.7.1982.
Der hohe Aschegehalt resultiert aber nicht nur durch ungenügendes „Putzen“ der Kohle, Aushalten der Toneinlagerungen, sondern ist auch natürlich bedingt. In jedem Kohleflöz haben die überlagernden Schichten ihre Spuren hinterlassen. Im Bild (von Theinze) deutlich zu sehen, wie die Vorhalde auf die Kohlentiefschnitt aufgelaufen ist
1982 18.7.82 Am SRs 1200a, Bgg. 1401, im Vorschnitt, werden an diesem Tag über 3 Schichten 27.600 m³ Abraum gefahren. Das ist bemerkenswert, da auch vom Fortschreiten des Vorschnittes die Abraumförderbrücke abhängig ist. GA 4.8.1982.
1982 30.7.82 Die Dokumentation zur Grundsatzentscheidung – TV 1-Tagebau Rösa-Sausedlitz, Vorbereitende Maßnahmen und Entwässerung liegt vor. Dokument Grundsatzentscheidung.
1982 23.8.82 Absetzer 1055 muss in seiner Arbeitsstellung um 180° gedreht werden. Unter der Leitung von Kollegen Bernhard Fuchs gelingt das Vorhaben sogar 10 Stunden früher als geplant. Dieses Vorhaben ist technologisch notwendig in Hinblick auf den Aufschluss des Tagebaues Breitenfeld am 1.9. diesen Jahres. GA 1.9.1982.
1982 September ERs 560, Bgg. 296 ist seit geraumer Zeit im Drehpunkt, auf der Baggerstrosse der Abraumförderbrücke zum Freischneiden des Drehpunktes eingesetzt. Grund ist die linksseitige Anordnung des Brückenbaggers Es 3150, 1297 an der Brücke. Dadurch kann 1297 sich nicht selbst den Drehpunktbereich ausbaggern. Das wird erst später möglich, wenn der Tagebau viel weiter aufgeschwenkt ist. Z. Zt. ist die Besetzung des 296 wegen fehlender Besatzung nicht durchgängig gesichert, diese sind gegenwärtig im Grubenbetrieb eingesetzt. In der Glück Auf wird weiterhin angemerkt, Die Hauptgeräte 1401 und 1297 erfüllen erstmalig ihre Aufgaben. Im Grubenbetrieb steht die Aufgabe 18.000 t Kohle zu fördern. GA 1.9.1982.
1982 1.9.82 Im Neuauschluss Breitenfeld ist die Förderung mit D 1200, Bgg. 549 aufgenommen worden. Baggerfahrer Ernst Deckert , viele Jahre schon auf dem 549, baggert den ersten Abraum. GA 8.9.1982.
1982 September Auf der jährlichen Sicherheitskonferenz spricht Produktionsdirektor Voigt auch das Störgeschehen im Tagebau „kritisch“ an. Schwerpunkt im Tagebau ist hier der Grubenbetrieb. „Die Kollektivität der Leitung zur Zurückdrängung des Stör-und Havariegeschehens ist zu wenig ausgeprägt“. Es wird durch Voigt auch festgestellt, dass die Störungen und Havarien auf noch immer bestehende große Niveauunterschiede in der Qualität des Bedienungs-und Instandhaltungspersonal zurückzuführen sind. GA 8.9.1982.
1982 September Ich bewerbe mich im Stammbetrieb. Mein Wunsch war der Neuaufschluss Tagebau Breitenfeld. Gelernt habe ich im BKK Espenhain den Beruf Maschinist für Tagebaugroßgeräte und bin bisher 5 Jahre als Baggerfahrer auf den Geräten SRs 630/800, SRs 850, ERs 700 und ERs 710 eingesetzt. Als Eintrittsdatum wird der 4.10.1982 vereinbart. Anlass meiner Bewerbung waren die Aussichten, die ein Neuaufschluss hinsichtlich der neuen Geräte bietet.
1982 5.9.82 Es kommt am Es 3150, Bgg. 1297 zu einem Stillstand von 3 Stunden. Ursache ist Ölverlust am Hauptantrieb. Eine wenig später erfolgte Reparatur an der Förderbrücke wird zeitlich überschritten, ein Raupenfahrer, zum Bandaufziehen eingesetzt, verlässt vorzeitig die Reparatur. GA 15.9.1982.
1982 13.9.82 Heute beginnt eine verlängerte Reparatur der Abraumförderbrücke bis zum 22.9. In dieser Zeit wird der stellv. Produktionsdirektor Dr. Peter Gerlach vor Ort sein. Bagger 311 wird vorübergehend wieder im Kohlehochschnitt eingesetzt, zur Sicherung des Vorlaufes des Schnittes. GA 15.9.1982.
1982 15.9.82 In der Glück Auf wird der Beruf des Maschinisten vorgestellt. Die Perspektiven dieses Berufes verbunden mit den zukünftigen modernen Anforderungen der zu erwartenden Großgeräte werden dargestellt und für diesen Beruf geworben. GA 15.9.1982.
1982 September Das Territorium des Stammbetriebes des BKK Bitterfeld erstreckt sich über 60 km. GA 15.9.1982.
1982 September As 1600, Abs. 1055 befindet sich in Reparatur. Da diese überzogen wird, die Betriebszeitung liefert keine Gründe, können 1401 und 549 keinen Abraum fahren. Auch die Qualitätsfahrweise im Grubenbetrieb hat sich noch nicht wesentlich gebessert. GA 22.9.1982.
1982 25./26.9.82 An der Abraumförderbrücke werden 114.000 m³ und 115.500 m³ Abraum gefördert. Diese beiden Werte stellen bisherige Spitzenleistungen dar. GA 6.10.1982.
1982 September Die Analyse des Störgeschehens im Tagebau listet folgende Störungen am SRs 1200a, Bgg. 1401 auf. - 1.9., 2.30 bis 3.9., Ölpumpe ausgefallen, das Halslager musste gewechselt werden - 4.9. 4 Stunden Hilfsschütz Schaufelrad ausgefallen - 7.9. 4 Stunden E-Störung Schwenkwerk - 15.9. 4 Stunden Überschüttung Bd. 3 Die Entgleisungen im Abraum stiegen um 60 % gegenüber dem Vormonat Trotzdem wurde eine durchschnittliche Tagesleistung von 226.100 m³ erreicht, die höchste in diesem Jahr. GA 13.10.1982.
1982 4.10.82 Meine Arbeit im Stammbetrieb beginnt. Zunächst anders als vorgestellt, werde ich nicht in Breitenfeld zum Einsatz kommen, sondern im Grubenbetrieb des Tagebaues. In der Schicht B, bei Meister Hans Heistermann. In Breitenfeld war Tage zuvor der Stellenplan voll besetzt worden, trotz in der Glück Auf beschriebenen Personalmangels. Egal, dachte ich mir, nur Geduld. Im Grubenbetrieb kam ich von Anfang an sehr gut zurecht, die „Erdbeerpflücker“ von Baggern stellten keine Probleme dar. Ich war größere Bagger gewöhnt. Eine Begebenheit ergab sich bei der Vorstellung bei Grubenbetriebsleiter Michael Kappert. Ich hatte 1976 bis Frühjahr 1978 3 Semester in der Ingenieurschule Senftenberg studiert, das zusammen mit dem späteren Tagebauleiter Gröbern, Horst Schmidt. Micha Kappert war zusammen mit den Betriebingenieuren Klaus Weber und Gert Franke ein Studienjahr früher in Senftenberg. Mir war das nicht mehr in Erinnerung. Micha begrüßte mich beim Eintreten mit: „Ah, der Thomas Schmidt“. Das brach sofort das Eis und bei der Erklärung meines künftigen Einsatzes sprachen wir auch über meine Erfahrung mit Großgeräten. Als er von mir erfuhr, dass die Espenhainer Geräte ja größer als die im Grubenbetrieb waren, verlangte er meine Baggerkarte. Ich war sehr erstaunt, er trug kurzerhand die Berechtigungen für die SRs 320, Bgg. 1518 und 1520, sowie für den ERs 500, Bgg. 311 ein. Ohne Abnahme!!
Wenn das der Prüfer für Tagebaugeräte, Herr Oleynik gewusst hätte!! Der war nämlich ein ganz Scharfer. Ich gewöhnte mich sehr schnell ein, fand nette Kollegen vor, woraus sich auch manche Freundschaft-bis heute-ergab.
Mit Rot in meine Espenhainer Baggerkarte eigetragenen Berechtigungen, SRs 240 und ERs 500.
1982 Oktober As 1800.31, Absetzer 982, 1942 gebaut von der Lübecker Maschinenbaugesellschaft, mit Baunr. 122, für Grube Pistor/Auguste, kommt im Tagebau nach erfolgter Generalreparatur zum Einsatz. Er soll zur Entspannung der Kippenlage beitragen. Geräteliste Ostkohle-Forum. u. GA 27.10.1982.
1982 30.September Die Planschulden im Abraum sind getilgt, die Erfüllung liegt bei 101 %. Das entspricht einer zusätzlichen Leistung von 5 Tagen. Konkret im September wurden 1.100.000 m³ Abraum mehr als im Plan vorgesehen gefahren. Ein m³ Abraum kostet in der Förderung 3 m, das bedeutet, eine zusätzliche Erwirtschaftung von mehr als 3.000.000 Mark. GA 3.11.1982.
Den Verantwortlichen dürften mehrere Findlinge vom Herzen gefallen sein, denn der Winter steht vor der Tür.
1982 Rolf Schlag, langjähriger Tagebauleiter des Tagebaues Goitsche, wird Tagebauleiter Delitzsch Süd-West. GA 1.7.1988.
1983 Januar Das Flözausbringen, das saubere möglichst verlustlose Ausbaggern des Flözes ist immer wieder Thema. Vor dem Tagebau steht 1983 die Aufgabe ein Flözausbringen von 92,1 % zu erreichen. Goitsche-94 %, Golpa-Nord-91,7 %, werden diese Vorgaben geschafft, stehen 520.000 t Rohkohle zusätzlich zur Verfügung. GA 19.1.1983. Das ist nicht immer möglich, z. B. wenn das Liegende nicht eben ist, seitlich steigt oder abfällt. Sauberes Ausbaggern bedeutet oft, Leistungsverlust. Was das bei den hohen Vorgaben bedeutet, weiß jeder Baggerfahrer selbst.
1983 Januar Vom 8.1 bis 13.1. kam es zum Stillstand der Abraumförderbrücke. Ursache war fehlende Schüttfreiheit auf Grund zu geringer Kohleleistungen im Dezember. Dieser Stillstand und Stillstände wegen Windauslösung und Störungen führten zu einem Minus im Abraum von 339.000 m³. Die Überführungsleistungen (Kohletransport) wurden durch die Elektrifizierungen der Strecken DSW-Unterer Bahnhof Delitzsch , nach dem KW Vockerode ab dem Bahnhof Klitzschmar gesteigert. GA 11.2.1983.
1983 Februar Die Tagebaue der DDR förderten 1982 267.000.000 t Rohkohle. 1990 sollen es 300.000.000 t sein. GA 2.3.1983.
1983 März In der Kohleverladung stehen das Wechseln von Bändern an. GA 9.3.1983.
1983 März Flözausbringen und Mittelaushaltung für saubere Kohle… GA 9.3.1983.
1983 Mai Die Kippenleistung steht auf dem Prüfstand. Ein hausgemachtes Problem. Obwohl 2 Absetzer zur Verfügung stehen, wird die erwartete Leistung nicht erreicht. Z. Zt. stehen beide Absetzer auf einer Strosse. Ein Zug muss erst den vorderen Absetzer passieren, ehe der nächste Zug einfahren kann. Kommt es dann noch zu Verzögerungen beim Kippen des vorne stehenden Absetzers, ist die Abnahme blockiert. Dazu steht das Problem zu geringer Schütttiefe an. Es sind zu viele Rückprozesse notwendig. Mit 110 Entgleisungen pro einer Million Mengeneinheiten ist noch ein leistungshemmender Faktor zu verzeichnen.
Die Strossen wurden getrennt. Eine Leistungskippe am 1055 ist im Kommen. 982 wird in Hochschüttung betrieben. Von der zu geringen Kippenleistung ist auch der Tagebauneuaufschluss Breitenfeld betroffen. Zeitweise wird Breitenfelder Abraum nach der Goitsche gefahren und da verstürzt. Berry Bräutigam wird auf der Kippe DSW als verantwortlicher Ingenieur eingesetzt, um hier Verbesserungen zu erzielen. GA 4.5.1983.
1983 Die vietnamesischen Kollegen werden im Tagebau eingesetzt, sie sollen hier für die Tagebautechnik qualifiziert werden und uns unterstützen. Ich bin zu dieser Zeit als Springer auf dem 311 eingesetzt, uns werden 2 Vietnamesen zugeteilt. Die Verständigung war am Anfang naturgemäß etwas holprig, die Kollegen in der deutschen Sprache noch etwas unerfahren. Wir hatten ebenfalls Probleme, nämlich ihre Namen auszusprechen. Nach etlichen Zungenbrechern beschloss ich der Junge heißt Robert, das Mädchen heißt Susi. Die nahmen die deutschen Namen auch an und wurden bis zum Ende ihrer Tätigkeit im Tagebau so genannt. Völkerverständigung kann so einfach sein. Als ich etwa 2021 Frau Elflein, die Frau eines Kollegen und auch Vietnamesin, anrief und mich nach Susi und Robert erkundigte, wusste sie sofort wer gemeint war.
1983 Juni Bei der nochmaligen Betrachtung der Kippensituation erachtet Dieter Kölsch, Gruppenleiter Tagebautechnologie Süd, das alleinige Verkippen in DSW als die bessere Variante, als den Abraum über viele km in der Goitsche zu fahren. Trotz erhöhtem Einsatz von Hilfsgeräten und vieler Rückzyklen. GA 1.6.1983.
1983 Juni Der Dispatcherdienst in der Braunkohle wird 30 Jahre. GA 8.6.1983.
1983 Juni Ein weiterer Gerätetransport steht an. Zur Bewältigung des Aufschlusses Tagebau Köckern braucht es einen zusätzlichen Absetzer. Ein freiwerdender Absetzer As 1120-1027 findet sich in Profen. Er wird 70 km auf eigener Achse bewältigen, dabei 170 Kreuzungen, Über-und Durchfahrten zu überwinden haben. An dem Vorhaben sind sowohl die Kollegen des Stammbetriebes als auch Kräfte aus dem BKW „Erich Weinert“, des Verkehrs-und Tiefbaukombinates Leipzig sowie des Spezialbaukombinates Wasserbau Weimar beteiligt. GA 8.5.1983.
As 1120 /2.68, Absetzer 1027 wurde 1959 von Förderanlagenbau Köthen mit der Baunr. 56 für den Tagebau Domßen gebaut.
1983 Juli Die Situation in der Grube stabilisiert sich, im 1. Halbjahr wurden mehr als 400.000.t Kohle zusätzlich gefahren. GA 15.7.1983.
1983 Juli Die festgelegten Variante, Verkippung des Breitenfelder Abraums nur in Delitzsch Süd-West reicht nicht aus, in jeder Schicht sollen nun 2 Züge nach der Goitsche gefahren werden. GA 29.7.1983. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille, fehlendes Lokpersonal und fehlendes rollendes Material, E-Loks und Abraumwagen verschärfen zusätzlich die Situation. Info aus Gesprächen mit Ingenieuren des Tagebaues DSW.
1983 28.7.83 Ministerrat der DDR BStU MfS Sdm 1710 Teil 1 von 2. Beschluß über Staatsauftrag Wissenschaft und Technik Tagebautechnologien und Tagebautechnik zur Braunkohlegewinnung – Auszüge
Vorschläge sind zu erarbeiten für künftige Bereitstellung von Wälzlagern, die bisher aus dem NSW importiert wurden. 000061. Die DDR arbeitet seit 1958, Politbürobeschluß, daran, bei Wälzlagern vom Klassenfeind unabhängig zu werden! 295 Mio. t Kohle in 1995 300 Mio. t Kohle ab 1987-1988 310-315 Mio. t Kohle ab 1990. Unter Berücksichtigung auslaufender Tagebaue ist Erschließung neuer Förderkapazitäten von 140 Mio. t/a erforderlich. 000067.
Um die Kohleförderung auf 144% bis 1990 zu steigern ist die Abraumförderung auf 135% und die Wasserhebung auf 147% zu erhöhen. Der Elektronergieverbrauch der Tagebaue soll nicht über 135% steigen. 000068.
Beschäftigte 1982 1985 1990 in den Tagebauen, 50400 65400 66000 Energieverbrauch GWh 3700 4250 5000 000068.
Entwicklung neuer bzw. modifizierter Abbauverfahren für Zukunftsfelder, effektive Dierektversturzverfahren, effektive Technologien für selektiven Flöz Abbau und Zwischenmittelaushaltungen. 000069.
Weiterentwicklung der F 60 einschließlich Stützweitenvergrößerung unter den konkreten Lagerstättenbedingungen künftiger Großtagebaue mit Leistungssteigerungen auf 115-120 Mio. m³/a. Leistungssteigerung auf 45-50 Mio. m³/a und Erhöhung der Zuverlässigkeit der Großgerätekombinationen auf Grundlage des SRs 6300, Entwicklung modifizierter Varianten zum Direktversturz in Neuaufschlüssen. Entwicklung einer Großgerätekombination der Baggerklasse IV bis 10.000 m³/h, einschließlich Einsatz als Direktversturzkombination. 000070.
Entwicklung verfahrbarer Schrägbandanlagen. Einsatz der neuen Automatisierungsanlagengeneration auf Basis Mikrorechner für Prozesssteuerung von AFB-Verbänden, Baggern sowie Bagger-Absetzerkombinationen mit Ziel Leistungssteigerung um 6-8%. 000071.
Entwicklung neuer Verfahren zur Steineortung, -aushaltung und –zerstörung. Weiterentwicklung der zentralisierten Aufarbeitung und Fertigung von Verschleißteilen. Entwicklung hocheffizienter Instandhaltungstechnologien für Reparaturen vor Ort, besonders für neue Großgeräte. Entwicklung von Technologien zur schnellen Reparatur von Gurten, Erhöhung der Liegezeiten von Verschleißteilen, Weiterentwicklung der Diagnostik von Tagebaugeräten, u. a. zur Bestimmung der Alterung von Tragwerken. 000072.
1983 August Die Reinigungs-und Wartungsarbeiten an der Grubenbandanlage werden in die Spätschicht verlegt. Damit soll erreicht werden, dass in der Spitzenzeit der Beladung der Züge die Stillstandszeiten so gering wie möglich gehalten werden. GA 5.8.1983.
1983 August Die jährliche Plandiskussion beginnt. Zur Planvorgabe des folgenden Jahres sollen möglichst alle Kollegen ihre Gedanken und Vorschläge zu Verbesserungen zum Erreichen der Ziele einbringen. Angesprochen werden hier u. a. der Einsatz von Beladerobotern an den SRs 240, den Bgg. 1518 und 1520. GA 5.8.1983.
Die Situation bei der Beladung der Bandanlage ist die, die Geräte sind zu klein, um einen Beladestand anzubauen, in dem der Belader vor Wetter geschützt ist. An den Geräten befindet sich hinten am Bagger lediglich eine Bedienkonsole zum Heben, Senken, Schwenken und Nothalt. Der Belader steht während der Beladung stundenlang im Freien, läuft dem schwenkenden „Baggerarsch“ hinterher um ständig an der Konsole zu sein um Korrekturen vornehmen zu können. Dazu kommt, der Verladeausleger ist sehr lang, 20 m und schwingt bei jedem Fahren und Anschwenken des Baggers hin und her. Keine angenehme Arbeit. Eine Ablösung durch den Planumswinker ist auch nur kurze Zeit möglich, bei nur 2 Scheiben Abtrag muss der Planumswinker wieder am Schaufelrad stehen.
aus: Baggertafel 3-TAKRAF
1983 8.8.83 Im Tagebau Profen hat der Transport des As 1120, Abs. 1027 begonnen. Angepeilte Zielankunft ist der 19.12.1983. Am Transport sind 35 Kumpel des Stammbetriebes beteiligt. GA 12.8.1983.
1983 August Die künftigen Aufgaben in den neuen Tagebauen erfordern gut ausgebildetes Personal. Auch mit Mehrfachqualifikationen. Die Betriebszeitung listet den Anteil der Facharbeiter und der Ungelernten in den Tagebauen des Stammbetriebes auf:
Tagebau Facharbeiter Ungelernte
- Delitzsch Süd-West: 54.98 % 36,71 % - Goitsche: 70,56 % 20,47 % - Golpa-Nord: 63,86 % 28,82 % Hier besteht enormer Nachholbedarf! Im Ausbildungsjahr müssen daher 140 Facharbeiter, 25 Meister, E-Lokfahrer, Baggerfahrer, Kranführer und E-Schweißer ausgebildet werden. GA 12.8.1983.
1983 August In der Betriebszeitung erscheint ein Interview der Tageszeitung „Freiheit“ mit der Generaldirektorin Häger unter der Überschrift:
Die GD erläutert die Situation in der Braunkohlenindustrie, die großen Vorhaben zur Sicherung der Bereitstellung der Kohle mit den neuen Tagebauen und geht dabei auf die Bandtechnologie ein. Weiter erläutert sie die Bedeutung der Eigenrationalisierung, der Mikroelektronik und der Energieeinsparung. GA 12.8.1983.
Ich füge dem aus eigener Erfahrung hinzu, die Konturen sind schon am Reißbrett verschwommen, wenn die Planer nicht über die Kapazitäten verfügen können, nicht die sie sich wünschen, sondern die absolut notwendig sind. Neue Tagebaugeräte kommen zu spät, Hilfsgeräte ebenfalls. Wird z. B. Planiertechnik im NSW beschafft, fehlen in kurzer Zeit die Verschleißteile wie Filter und Dichtungen. Züge und Rollendes Material sind in kurzer Zeit nicht beschaffbar usw. Bestes naheliegendes Beispiel ist zum Vergleich der Neuaufschluss Breitenfeld, wo ich die Problematik ausführlich in der Zeitreise beschrieben habe. Man kann immer wieder staunen und den Hut ziehen, wie und was die Kollegen mit den vorhandenen, oft von ihnen verbesserten Arbeitsmaterialien, erreicht haben.
1983 9.8.83 Die erste Generalreparatur an der AFB 23 findet statt. 400 beteiligte Schlosser, Elektriker, BMSR-Techniker der ZRA Mitte und Nord sind beteiligt+ KABB Regis. Ziel ist es, die AFB am 18.8. zu Beginn der Frühschicht wieder in Betrieb zu nehmen. GA 19.8.1983.
An der Haldenstütze sind 4 Schwellenstapel errichtet, um die Kontrolle des Schwenklagers zu ermöglichen. Getriebe sind ausgebaut und in Werkstatt I überprüft. Leiter der Reparatur ist Rudi Sandner. GA 19.8.1983.
1983 August Der Monat bringt enorme Niederschläge, Gleise und Bandanlagen versinken im Schlamm. In der Zeit vom 5.8 bis 7.8. fielen bis zu 160 l/m² im Stammbetrieb. Operativ eingesetzte Ingenieure schieben verlängerte Schichten um die Kollegen der Entwässerung die notwendige Unterstützung, Beschaffung von Hilfstechnik, Ersatzteilen usw. zu geben. GA 19.8.1983.
1983 September Der Stammbetrieb muß sich einem Minus im Abraum von – 99.000 m³ auseinandersetzen. Der Starkregen am Anfang des Monats sowie das Störgeschehen tragen dazu bei. Hauptverantworlich werden DSW und Breitenfeld genannt, trotz der Sehr guten Leistung am 12.9. in der Spätschicht am Bagger 549 mit 9.568 m³ und Absetzer 1055 mit einer Abnahme von 15.000 m³. Zur Beherrschung der Folgen der enormen Niederschläge waren und sind im Stammbetrieb noch zusätzliche 4182 Arbeitskräfte eingesetzt. GA 23.9.1983.
1983 23.9.83 Im Stammbetrieb sind alle Generalreparaturen an Tagebaugeräten und in den verarbeitenden Betriebsteilen für 1983 abgearbeitet. GA 30.9.1983.
1983 Ich habe mein Vorhaben, doch noch in den Tagebau Breitenfeld zu wechseln, nicht aufgegeben. Immer mal wieder unsern Meister Hans Heistermann darauf angesprochen, sagt er immer: „Ich lasse Dich hier nicht mehr weg“.
1983 November In der Glück Auf wird neue Tagebautechnik vorgestellt. GA 18.11.1983.
Zur Bewältigung des Energieprogrammes der DDR sind Neuaufschlüsse von Tagebauen unerlässlich. Da aber in diesen Neuaufschlüssen das Abraum : Kohleverhälniss immer schlechter wird, der Energiebedarf aber im Land steigt, ist es unerlässlich neue, größere Tagebaugeräte und Abbautechnologien anzuwenden. Zum Vergleich, liegt das A : K im Tagebau DSW bei durchschnittlich 4,35 : 1, steigt es im künftigen Tagebau Hatzfeld auf 7 : 1, im Zukunftsfeld Dessau Süd sogar auf 24,3 :1. Um die Problematik noch deutlicher darzustellen, 24,3 m³ Abraum müssen bewegt werden um 1 Tonne Kohle fördern zu können. Um das zu beherrschen, plant man im Tagebau Hatzfeld den Direktversturz-Prinzip Förderbrücke- mit Sologeräten anzuwenden, der Bagger ist nicht an eine Förderbrücke angeschlossen, sondern gibt direkt auf einem gekoppelten Absetzer mit sehr langem Abwurfausleger auf. Unter dem dann die weiteren Geräte zur Kohlegewinnung arbeiten. Das ist das Prinzip Förderbrücke, nur preiswerter und technologisch besser zu händeln. In Hatzfeld soll eine Direktversturzkombination SRs 6300+VR – A2Rs-B 18.000.225 arbeiten. Ein Abwurfausleger, von Gerätemitte aus 225 m lang! Folgend ein Entwurf mit einem A2Rs-B 15.400.125, dem Standardabsetzer für dieses Großgerät und einem modifizierten Absetzer als Zwischenbrücke.
aus: BKK Bitterfeld, Komplexstudie d. Lagerstätten i. d. Räumen Bitterfeld, Delitzsch u. Gräfenhainichen.
Zum Vergleich einige Preise von Tagebaugroßgeräten, Preisbasis 1981. Infoschreiben TAKRAF an BBK Senftenberg.
- SRs 6300+VR 126.000.000 Mark
- A2Rs-B 15000.120 48.000.000 Mark - Es 3750 70.000.000 Mark - Antr.-station 2,25 m 13.750.000 Mark -Heckstation 2,25 m 4.400.000 Mark - Bandverlängerung 2,25 m je m 5.700 Mark je lfd. Band ca. 6.700 Mark - Abraumförderbrücke F 60 ca. 450.000.000 Mark - unbestätigte Angabe
Bedenkt man die Deckabraumverhältnisse in den Jahren bis weit ins 21. Jahrhundert, sollen z. B. im Tagebau Brehna, A:K=10:1, 2 SRs 6300+VR für den Deckabraum, 1 ERs 1120 zur Kohlefreilegung und eine Abraumförderbrücke F34 für die Gewinnung des rd 30 m mächtigen Zwischenmittels eingesetzt werden. Im Tagebau Düben, A:K=13,2:1, plant man sogar mit 3 SRs 6300+VR mit Bandanlagen und einer Abraumförderbrücke F 60 mit angeschlossenem Es 3750. Die Herausforderungen und die Verantwortung für Planer und Technologen sind nicht nur technologisch eine Herausforderung, sondern auch eine finanzielle!
1984 Januar In den Jahren 1981 bis 1985 werden in der Braunkohlenindustrie 80 Fördergeräte und Förderbrücken umgesetzt. Im Vergleich zur weiteren Nutzung dieser Geräte würden für Neubauten 900.000.000 Mark notwendig werden. Im Stammbetrieb sollen 3 Großgeräte umgesetzt werden. GA 11.1.1984.
1984 Januar Die Aufwendungen für Bereitstellung von Energie und Brennstoffen steigen weiter. Jede dritte Mark an Investitionen der Industrie wird für die Kohle-und Energiewirtschaft aufgewendet. GA 11.1.1984.
1984 20.1.84 Der Transport des As 1120, Absetzer 1027 von Profen nach Köckern ist beendet. Der Absetzer wird einer Reparatur unterzogen und die Komplettierung des Gerätes vorgenommen. GA 27.1.1984.
1984 Januar Die Kollegen der Technologie haben viel Arbeit vor sich. Die 3 Neuaufschlüsse Breitenfeld, Gröbern und Köckern sowie die Einsatzkonzeptionen neuer Tagebaugeräte sind zu bearbeiten. GA 27.1.1984.
1984 4.2/5.2 In der Goitsche, Baufeld Niemegk fährt D 1000, Bgg. 547 den letzten Abraumzug. 184.000 m³ waren 1984 noch auszubaggern. Die Restauskohlung soll in 1985 geschafft sein. 547 war seit 1978 in der „Jotsche“, baggerte seitdem 26.500.000 m³ Abraum. Nach einer Reparatur wird er seinen Transport antreten in den Tagebau Köckern antreten. GA 17.2.1984.
Währen dessen ist das Neubaugerät SRs 1300, Bgg. 1521 auf seinem Transport vom ZMP Breitenfeld nach dem Tagebau Goitsche und querte am 25.2. die Reichsbahnstrecke Leipzig-Dessau. GA 17.2.1984.
Das Gerät mit Baunr. 19019 wurde in Auftrag der Lauchhammerwerke von VEB Dimitroff-Werke Magdeburg gebaut und sollte ursprünglichen Planungen zufolge in Breitenfeld zum Einsatz kommen. Die SRs 1300 wurden erstmalig 1975 für den Tagebau Jänschwalde gebaut, SRs 1300, Bgg. 1504, und waren eine Neuentwicklung des DDR-Maschinenbaukombinates TAKRAF. 1504 wurde noch von Lauchhammer selbst gebaut, alle nachfolgende Geräte dieses Typs von VEB Dimitroff-Werke Magdeburg. Die bauten als dafür speziell vorgesehener Betrieb Eimerkettenbagger, übernahmen aber im Rahmen der Arbeitsteilung die Leitmontage der SRS 1300. Ebenso die nächste Entwicklungsstufe, SRs 1301. Geräteliste Ostkohle-Forum.
1984 März Eine Delegation des Ministeriums für Kohle und Energie unter ihnen unsere GD Häger, weilt in Spanien um Gespräche über eine Zusammenarbeit des BKK Bitterfeld und des Kombinates Braunkohlenkraftwerke mit dem spanischen Energieunternehmen zu führen. GA 9.3.1984.
Arbeiten die Energiewirtschaft und die Tagebaue auch noch oft mit alter Technik aus den 1940er Jahren, bleibt eines doch unbestritten. Die Technologien der gesamten Energiebranche und ihre neuen Tagebaugeräte stellen hohes Niveau dar. Der DDR-Betrieb TAKRAF liefert seit Jahren Tagebaugeräte in das NSW. So auch später nach Spanien. Das Land erhält 1987 zwei SRs 1800+VR.
1984 März Auf der Freilagerfläche im Tagebau wird Gleisoberbaumaterial auch für die Tagebaue Breitenfeld, Goitsche und Köckern gelagert und umgeschlagen. GA 9.3.1984.
1984 7.3.84 ERs 400, Bgg. 197 fährt heute aus der Grube des Tagebaues Golpa-Nord. Bis zur Kippenebene, wo er vom 15.3 bis 27.3. einer Generalreparatur unterzogen wird. Anschließend geht es per Landtransport über die Fernverkehrsstraße F 107 und die L 10 136 zum Tagebau Gröbern. GA 23.3.1984.
ERs 400, Bgg. 197 hatte den Spitznamen Rennpferd, weil er von Tagebau zu Tagebau transportiert wurde um jeweils da zum Einsatz zu kommen. „Er hat mehr Kilometer auf dem Tacho als Kubikmeter“, so der schelmige Kommentar der Kollegen zum 197.
1984 24.3.84 Transportbeginn des ERs 400, Bgg. 197 vom Tagebau Golpa-Nord nach dem Neuaufschluss Gröbern.
ERs 400 wurde 1941 von der Maschinenfabrik Buckau-Magdeburg mit der Baunr. 264 für die Grube Golpa gebaut.
1984 17.3/18.3 Am Absetzer 1055 werden 30.843 m³ und 30.204 m³ abgenommen. GA 30.3.1984.
1984 6.4.84 D 1000, Bgg. 547 hat im BF Niemegk den letzten Abraum gebaggert und wird nun einer Reparatur unterzogen. Bei der Anschließenden Umsetzung nach dem Tagebau Köckern soll er bis zum 20.4.84 die Reichsbahnstrecke Halle-Berlin überquert haben. GA 6.4.1984.
D 1000, Bgg. 547 wurde 1936 von der Maschinenfabrik Buckau-Magdeburg mit der Baunr.247 für die Grube Leopold gebaut. Geräteliste Ostkohle-Forum.
1984 April Die Leistung an der Abraumförderbrücke haben sich weiter stabilisiert. Im I. Quartal erreichte die AFB ein Plus von 600.000 m³. GA 6.4.1984.
1984 13.4.84 Auch die Grube ist in ihrer Fahrweise stabil, sie kann ein Plus von 97.000 t Kohle vermelden. GA 6.4.1984.
Leider vermeldet die Betriebszeitung fast nie bei der Nennung von Planplus oder Planminus die Planvorgabe, auf das sich die Angaben beziehen. Unterlagen, generell, wurden zuhauf vernichtet bzw. liegen in verschiedenen Archiven, von Berlin über Leipzig, Dresden, Freiberg, Magdeburg, Merseburg, Wernigerode. Dazu in regionalen Kreis- bzw. Stadtarchiven. Es wäre eine Sisyphusarbeit das alles zu recherchieren.
Aber, wie heißt es so schön, kommt Zeit kommt Dokument.
1984 April Erste Konstruktionsteile des, in Breitenfeld eizusetzenden SRs 315a, Bgg. 142 treffen auf dem MP DSW ein, darunter ein Schwertransport mit dem Schaufelradausleger. Die Demontage des Gerätes im Tagebau Mücheln war am 9.1.1984 begonnen worden. Der Transport auf Straße war mit Schwierigkeiten verbunden. Einzelne Teile waren über 6 m hoch. GA 13.4.1984.
SRs 142 wurde Vom Kranbau Eberswalde mit der Baunr. 209 1957, im Auftrag der Lauchhammerwerke, für den Tagebau Kayna-Süd gebaut und da im Revier mehrfach umgesetzt. U. a. nach den Tagebauen Roßbach und Mücheln. Geräteliste Ostkohleforum.
Bagger 142 auf Transport in den 1960ern Archiv Merseburg
1984 April Tgb .Köckern Aufschlussbeginn mit SRs 350, Bgg.74 – Bj.1942. Tagebauleiter Köckern ist der ehemalige Hauptingenieur DSW Gerhard Langhammer. GA 13.4.1984.
1984 28.4.84 Die neu elektrifizierte Reichsbahnstrecke Halle-Delitzsch wird freigegeben. Diese Strecke ist wichtig für die Kohletransporte aus dem Raum Delitzsch zu den Großabnehmern der Chemiekombinate Leuna und Buna sowie für den Transport von Kies nach Halle und Leipzig. GA 8.6.1984.
1984 07.05.84 Tgb. Köckern der erste Kohlezug wird beladen.
1984 Juli Noch immer steht mein Vorhaben, nach Breitenfeld zu wechseln. Antwort auf die Frage, wann: „Ich lasse Dich hier nicht mehr weg“, so mein Meister Hans Heistermann. Bis etwa Mitte Juli der Sonnabend in der Spätschicht kam. Alle Geräte baggerten an einem Zug für „Vocke“. Der war gegen 17.00 Uhr voll, dann war die weitere Vorgehensweise, der Leitstandfahrer, Elflein, wies die Geräte an, die am nächsten Zug nicht mit baggern sollte, anzuhalten. Und z.B. „311 und 298 machen weiter“. So auch an diesem Tag. Der Leitstandfahrer „Hans Heistermann“ meldete sich mit: “Schmidtchen, anhalten, leerfahren. Ich schicke den Kontrolltrupp vorbei. Nimm Deine Sachen mit und komm in den Leitstand“. Oha, bei mir ratterte das Oberstübchen, was hatte ich falsch gemacht? Denn, machte man Fehler, klärte das Hans normalerweise auf dem Gerät, manchmal auch mit gewaltigem Donnerwetter, aber eben im kleinen Kreis. Musste man jedoch auf dem Leitstand antanzen, mit einem Schmunzeln im Auge, das war die Hinrichtung!! Also auf, ins Auto und los. Im Leitstand begrüßte mich Hans mit einem Lächeln, fragte wie es mir und der Familie geht. Ich wusste nicht was mir geschah! Kommt da noch was? Nach einer angebotenen Tasse Kaffe und einer Zigarette endlich weiter. Er fragte mich lächelnd, was ich den morgen machen würde. Meine Antwort: „Na, Spätschicht auf meinem „Lieblingsbagger“ 1518.“ Nein, hieß es darauf, „Du trinkst schön in Ruhe Deinen Kaffee, dann wirst Du nach Hause gefahren und fängst morgen früh in Breitenfeld an. Meldest Dich beim Schichtmeister Märker.“ Damit war meine Zeit in DSW um, ich verabschiedete mich von den Kollegen und fuhr nach Hause. So schnell kanns gehen!
1984 18.9.84 Beginn des längsten Überlandtransportes von Tagebaugroßgeräten in den ostdeutschen Revieren: As 1150,1009 u. A2Rs – B 2500,1092 werden von Profen und Zwenkau nach den Tgb’en DSW u. Goitsche transportiert. Ende des Transportes am 27.6.1985.
1984 26.9.84 Auf Basis der erhöhten Plankennziffern des BKK Bitterfeld resultierend werden die Einsatzpläne der zuzuführenden Absetzer geändert. Absetzer Ars-B 2500.50 kommt im Tagebau Delitzsch Süd-West zum Einsatz, zur Sicherstellung der Verkippung des Aufschlussabraums des Tagebaues Breitenfeld. Der As 1120, Absetzer 1092 wird ab Trassenkilometer allein weiter zum Tagebau Goitsche fahren. Dieses Gerät soll den Aufschlussabraum des künftigen Tagebaues Rösa-Sausedlitz verkippen. Akte Einsatz 1092 auf Kippe DSW.
1984 13.7.84 Die Betriebszeitung widmet der Abraumförderbrücke eine Doppelseite. In diesem Jahr muss die Strosse um 600 m und in 1985 um weitere 300 m verlängert werden.
Abraumförderbrücken sind immer das bestimmende Gerät eines Tagebaues, schließlich legen sie nicht nur mit dem angeschlossenem Bagger, auch mehr, die Kohle frei. Abraumförderbrücken sind auch die größten Geräte in Ihrem Tagebau. Die größten Förderbrücken, die F 60, sind die größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt! Mit ihnen lässt sich Staat machen, werben. Beherrscht man im Tagebau die Brücke und die damit verbundene Technologie, verdient das allemal Respekt. Dann hat die Delitzscher Brücke auch noch ein Alleinstellungsmerkmal, sie ist mit einem ES 3150 gekoppelt. Einem Gerät, das sonst nur an den F 60 arbeitet. Oder solo an einer Abraumbandanlage. Deshalb ist es nur ratsam diese Brücke in Szene zu setzen.
Auch die Wichtigkeit des Freischneidens des Drehpunktes mit ERs 560, Bgg. 296 wird in diesem Artikel hervorgehoben.
1984 6.8.84 An der AFB 23 beginnt die Generalreparatur 1984, beteiligt sind 450 Handwerker aus allen Gewerken. Am 17.8. soll sie beendet sein. . GA 17.8.1984.
1984 August Mit dem üblichen Meeting mit der die GR eröffnet wird, wird sie auch beendet.
1984 September Die Tagebaue des Stammbetriebes liefern nicht nur Kohle und Kies und Split. Die immer prekärer werdende wirtschaftliche Lage erfordert alles, was der Boden hergibt zu fördern und auf Nutzbarkeit zu prüfen. So stellt der Stammbetrieb für die Betriebe der Buntmetallindustrie mehr als 25.000 t Tonerde , die Aluminiumoxid enthält zur Verfügung. Auch der gesamte Torf in den Deckgebirgen wird nutzbringend gefördert. GA 7.9.1984.
1984 1.9.84 An der Betriebsakademie werden letztmalig Fachschulingenieure ausgebildet. Sie wird künftig durch die Technikerausbildung ersetzt. GA 7.9.1984.
1984 1.9.84 Glück Auf vom 12.10.1984, ich füge diesen Artikel ein, weil hier mein ehemaliger Lehrfacharbeiter und späterer Schichtkollege auf dem SRs 6300+VR, Bgg. 1550, Manfred Nobis mit seiner Schicht ausgezeichnet wurde. Wenn man so will, waren wir seit 1973 bis 1991 Kollegen. Mit nur kurzer Unterbrechung für die Zeit, die er eher als ich in DSW war.
1984 September Zur Beherrschung der Kippensituation für Breitenfeld und Gröbern werden zwei zusätzliche Absetzer aus dem Südraum in den Stammbetrieb umgesetzt. As 1120, Absetzer 1009 vom Tagebau Zwenkau und ARs-B 2500.50, Absetzer 1092 aus dem Tagebau Profen. Die gesamte Transportstrecke ist 92 lang. Absetzer 1092 beginnt am 18.9.84 seine Fahrt und setzt sie ab Transportkilometer 23,6 des Absetzers 1009, ab 31.10.84 gemeinsam mit diesem Gerät fort. Querungen werden auf Forderungen der Energiekombinate und der Reichsbahn nur Sonntags durchgeführt. Geplant ist pro Tag 800 Strecke zurückzulegen. Ab Transportkilometer 72.0 fährt 1009 allein Richtung Goitsche weiter, 1092 rollt nach DSW. Transportdokument 1009/1092-Bitterfelder Bergleute.
1009 wurde von Förderanlagen Köthen mit der Baunr. 28, 1958 für den Tagebau Böhlen ( ab 1968 Zwenkau) gebaut, 1092 ebenfalls von Förderanlagen Köthen mit der Baunr. 285 für die Wismut, wurde 1970 umgesetzt nach dem Tagebau Domßen, 1971 nach dem Tagebau Profen. Geräteliste Ostkohle-Forum.
1984 20.9.84 Der Beschluß zum Vorhaben Tagebau Delitzsch Nord-West steht. Plan Bergb. Entwicklung.
1984 22.10.84 Im Bericht des MKE zur Ermittlung des Bedarfs an Tagebaugroßgeräten und Bandanlagen 1985-90 heißt es u.a.: Als besondere Schwerpunkte in der Gerätebereitstellung sind dabei anzusehen: Bereitstellung der Förderbrücken F 60 Klettwitz-Nord und Reichwalde, Bereitstellung der Gerätekomplexe SRs 6300 und SRs 4000 für den Tagebau Breitenfeld zu 12/87 bzw. 12/88. Auf der Grundlage der Überprüfungsergebnisse zum Bedarf an Tagebaugroßgeräten und Bandanlagen durch die Staatliche Plankommission wurde der Bedarf auf 3.886.000.000 Mark reduziert. Dabei wurden die bestätigten Inbetriebnahmetermine bei 18 Geräten bis zu 24 Monaten zurückgestellt. Für den Tagebau Breitenfeld bedeutet das eine Verschiebung von 9 bzw. 12 Monaten. Behandelt werden im Bericht mehrere Tagebaue der beiden Reviere. Bericht des MKE zur Ermittlung des Bedarfs an Tagebaugroßgeräten und Bandanlagen 1985-90.
1984 1.11.84 Die KDT-Gruppen “Stabilisierung und maximale Nutzung des Leistungsvermögens des Brückenverbandes AFB 23/Es 3150” und “Transport Bagger 142 SRs 315” werden mit Ehrenplaketten der KDT ausgezeichnet. GA 2.11.1984.
1984 November Der Winter steht vor der Tür. Für den Stammbetrieb heißt das täglich 60.500 t Kohle im freien KKV-Absatz bereitzustellen. Das erfordert eine Abraumleistung von 248.000 m³/d. Aufgeschlüsselt stellt sich das wie folgend dar: in der Rohkohle: im Abraum: - Golpa-Nord: 10.000 t 50.000 m³ - Goitsche: 21.000 t 70.000 m³ - Delitzsch Süd-West: 29.500 t 90.000 m³ - Breitenfeld: 16.000 m³ - Köckern: 17.000 m³ - Rösa: 5.000 m³ Der KKV-Absatz erfordert eine zügige Beladung und Abfertigung der Reichsbahnwagen sowie die volle Ausnutzung der Wagenkapazität bei mittiger Beladung. GA 9.11.1984.
1984 November Die Werkbahn erhält 55 neue 80-m³-Kohlewaggons zur Sicherung der Versorgung des Kraftwerkes “Elbe”. GA 16.11.1984.
1984 November Auch das Neuererwesen soll erwähnt werden. Ein guter Teil der Arbeitserleichterungen, Verbesserung vorhandener Ausrüstung, das im kleinen wie im großen Stil, Verbesserung und Ergänzung von Technologien wurde durch Neuerer- auch- Verbesserungsvorschläge erreicht. Für einen angenommenen NV, VV wurde der Nutzen errechnet und dementsprechend prämiert. Neuerer wurden auch ausgezeichnet.
1984 23.11.84 In der Beratung zur Sicherung der Tagebaugeräte und Bandanlagen werden auch die Belange der Tagebaue Breitenfeld und Goitsche behandelt. Die Fertigstellung der ERs 710, Bgg. 363 und ERs 1120, Bgg. 1703 verschieben sich von 3/86 bzw. 6/85 auf 12/85 letztlich eingeordnet auf 9/86 bzw. 3/86. Die verspätete Bereitstellung des Bgg. 1703 erfordert nun eine Veränderung der technologischen Konzeption. Die Verschiebung auf 3/86 führt zu einer Minderleistung Abraum von 1.800.000 m³ und einer Minderfreilage Kohle von 500.000 t. Dieses und die verspätete Bereitstellung des ERs 710, Bgg. 363 gefährden die Aufnahme der Kohleförderung. Unter Beachtung der Ranggigkeit des ERs 1120, Bgg. 1703 wird der ERs 1120, Bgg. 1700 von 12/85 auf 9/86 eingeordnet. Dadurch kommt es auch im Tgb. Goitsche zu Minderleistungen. Beratung zur Sicherung der Tagebaugeräte und Bandanlagen.
1984 Dezember Unterdessen läuft der Gerätetransport von Abs. 1009 weiter von Zwenkau kommend erreicht er Anfang November den Tagebau Profen und setzt seine Fahrt nun gemeinsam mit Absetzer 1092 fort. Absetzer 1009 wiegt 1050 t, 1092 bringt “nur” 340 t auf die Waage. GA 21.12.1984.
1985 Januar Winter ist, viele Leiter und Betriebsingenieure schieben Dienst rund um die Uhr. GA 18.1.1985. Werden bei winterlichen Bedingungen die Vorgaben nicht geschafft, wurden die Tagebauleiter auch schon mal direkt nach Berlin ins KME zum Rapport bestellt. Das soll kein Kaffeekränzchen gewesen sein!
1985 Januar Die Grubenbandanlage wird gerückt, auf einer Länge von 2700 m um 15 m. Unterstützung erfahren die Delitzscher Rücker von Kollegen aus dem Tagebau Amsdorf. 17.00 Uhr war geplant die Grubenbandanlage wider anzufahren, das erste Band lief schon 14.00 Uhr. GA 18.1.1985.
1985 Nicht nur die SED, die Produktion und natürlich die Erfolgsmeldungen der “heroischen Schlachten” stehen in der Glück Auf. Zu Artikeln wurden auch Zeichnungen von Kollegen u. Künstlern gedruckt. Eine Auswahl durch die Jahre.
1985 13.2.85 Bei minus 19° erreicht der Stammbetrieb eine Kohleleistung von 354.000 t Rohkohle. GA 22.2.1985. Wie in jedem Winter sind auch jetzt Soldaten der NVA in den Tagebauen im Einsatz, 8000 im Kombinat. Umsonst sind diese Hilfen nicht , die Braunkohlenindustrie zahlt dafür an die NVA, muss Unterbringung und Verpflegung sicherstellen. Wie wird es wohl ein Jahr später aussehen?
1985 26.3.85 Die AFB fährt ein Spitzenergebnis ein, 130.000 m³ können ins Schichtbuch eingetragen werden. An 18 Tagen in diesem Monat wurde die 100.000er Marke überschritten. Im normalen Betrieb sind 100.000 m³ ein durchaus erreichbares Ziel unter Winterbedingung schon außergewöhnlich stark! GA 29.3.1985.
1985 April Der aus dem Tagebau Amsdorf um gesetzte Ds 1600, Bgg. 645 beginnt im Neuaufschluss Gröbern mit dem Probebetrieb. GA 29.3.1985. Der Ds 1600 wurde 1961 mit der Baunr. 631 von den Georgi-Dimitroff-Werken Magdeburg für Amsdorf gebaut. Geräteliste Ostkohle-Forum.
1985 7.5.85 Im Tagebau Köckern wird der erste Kohlezug gefahren. Einen Tag später verlässt der erste Abraumzug den Tagebau Gröbern und auch aus Rösa kommt der erste Abraumzug. GA 17.5.1985.
Der Tagebau Köckern ist ein sogenannter Puffertagebau. Läuft ein Tagebau aus, wird aus dem Puffertagebau bis zum Anlauf des Folgetagebaues die Kohleförderung übernommen.
1985 8.5.85 Im Baufeld Rösa wird der erste Abraumzug beladen. Foto Krs.-Museum Bitterfeld.
1985 27.6.85 Der Transport des As1120, Absetzer 1009 ist beendet, nach 98,5 km erreicht das Gerät den Tagebau Goitsche und wird von Transportleiter Lothar Werner dem Tagebau übergeben. Nach Einbau der Eimerleiter und des Hauptantriebes wird 1009 seine Arbeit aufnehmen. GA 7.6.1985.
1985 5.7.85 Im Tagebau Gröbern geht der neugebaute ERs 710, Bgg. 359 in Betrieb. GA 19.7.1985.
Der von den Georgi-Dimitroff-Werken (GDW) Magdeburg mit der Baunr. 4135 gebaute ERs 710 ist ein erprobter, robuster Kohlebagger. Bisher laufen in den Tagebauen der DDR 29 Geräte dieser Bauart.
1985 7.7.85 Die Kumpel des Stammbetriebes erhalten insgesamt 9,365.000 Mark an Bergmannsgeld. 2,9 Mio M werden überwiesen, 6,45 Mio werden am Arbeitsplatz bar in der bekannten Lohntüte ausbezahlt. GA 28.6.1985.
1985 10.7.85 Das Lauchhammerwerk gibt an SMK TAKRAF SAB ein verbindliches Angebot für den SRs 4000+VR, Bgg. 1549-Breitenfeld ab. Archiv TAKRAF.
1985 2.8.85 Auf dem Montageplatz Delitzsch Süd-West wächst der SRs 1301, Bgg. 1542 und sieht seiner Fertigstellung entgegen. GA 2.8.1985.
Der von GDW gebaute Schaufelradbagger mit der Baunr. 19025 ist eine Weiterentwicklung des SRs 1300. Beste Neuerung ist der um ca. 3,5 m längere Radausleger. Hatte der ansonsten robuste Bagger doch bisher ein Manko. Ausgerüstet mit nur zwei Bändern, ergab sich, durch den geringen Abstand der 2 Bänder eine geringere Blockbreite. Blockbreiten gewohnt wie bei der Typreihe SRs 500/60 bis SRs 1200, Verladeband ist durch das Zwischenband weiter von Gerätemitte weg angeordnet, sind beim 1300er nicht möglich. Der um 3,5 m längere Schaufelradarm hilft da etwas ab. Um die volle Blockbreite zu erreichen, muss ein Bandwagen zwischengeschaltet werden.
1985 August Im Tagebau-Kippe laufen die Aufbauarbeiten zu neuen Kippenbandanlage für den Bandabsetzer 1092 auf Hochtouren. Die Komponenten der Anlage kommen aus den Betrieben des Kombinates. GA 2.8.1985.
Die Kippe 1092 soll wesentlich zur Entlastung der Situation, auch in Hinsicht der Abnahme der Massen aus Breitenfeld. Die Kippe arbeitet nach dem Prinzip gebrochene Förderung. Die beladenen Abraumzüge fahren die Massen zu einem Stationären Bunkergraben, werden da abgekippt. Ein sogenannter Grabenschöpfer nimmt die Massen auf und gibt diese auf die angeschlossene 1,2 m breite Bandanlage auf, diese transportiert die Massen zum verstürzenden Absetzer. Am Grabenbunker wird der aus Amsdorf kommende Grabenschöpfer G 1600, DDR-Nr. 1293 arbeiten. Gebaut 1967 mit der Baunr. 3 für den Tagebau Amsdorf.
Zusammenfassende Fakten zur Kippenbandanlage:
Sie besteht aus dem Grabenbunker mit Kipp- u. Zufahrtsgleisen, dem Grabenschöpfer G 1600, 500 m dem stationären Band 1 mit 1600 mm Breite, dem stationären Schrägband 2 mit 1200 mm Breite und dem 1200 m Kippenband 3 mit 1200 mm Breite, dem Bandschleifenwagen und dem Absetzer 1092. Die Investitionssumme beträgt 34 Millionen Mark. GA vom 30.8.1985.
1985 Die Generaldirektoren der VEB BMK-Süd und BKK Bitterfeld gründen eine gemeinsame Arbeitsgruppe, die sich mit dem Tagebau Breitenfeld und dessen Investrealisierung beschäftigt. Ein Vorschlag des BMK-Süd sieht die Übergabe einzelner Bauobjekte mit genauen Terminvorgaben vor. So wird das Objekt Kohleverladung am 31.12.1985 übergeben, TAKRAF kann dann mit der Montage beginnen. Die Fundamente für die Montage des SRs 6300 sollen ebenfalls bis 31.12.1985 übergeben werden. Bundesarchiv, MfS, BV Leipzig, HGMS 2959/92,000149.
1985 1.9.85 In der Betriebsakademie im Tagebau beginnt ein Meisterlehrgang, Meister für Tagebautechnologie, an dem auch ich teilnehme. Bei den am Kurs teilnehmenden Breitenfeldern geht es nicht nur um den Meister, als Leiter einer Schicht als solches, für den Einsatz als Baggerfahrer auf dem SRs 6300+VR und Absetzerfahrer auf dem Absetzer A2Rs-B 15000.110 ist der Meistertitel Voraussetzung. Auch Delitzscher Baggerfahrer nehmen teil.
1985 September SRs 300, Bgg. 71 befindet sich in Generalreparatur. GA 6.9.1985.
1985 September Rs 200, Bgg. 200, gebaut 1935 von LMG mit der Baunr. 835 für Deutsche Grube befindet sich auf Transport ins BF Niemegk. GA 6.9.1985
Die allgemeine Lage der DDR, des Schwermaschinenbaus machen es unmöglich auf den Einsatz der Veteranen unter den Tagebaugeräten zu verzichten. So besteht eine Direktive, die den Weitereinsatz der Geräte vorschreibt. Eine Liste dazu liegt hier vor.
1985 28.9.85 Der SRs 1301, Bgg. 1542 erreicht nach 32. 5 km seinen Einsatzort Tagebau Köckern. Am 30.9. wird er die Förderung aufnehmen. GA 4.10.1985
1985 September Die allgemeine Lage der DDR, ihre Exportverpflichtungen und der Mangel an Hilfstechnik auf den Montageplätzen verhinderten die rechtzeitige Fertigstellung der geplanten Neubaugeräte für den Tagebau Breitenfeld, so dass im September 1985 der ERs 560, Bagger 296 als kohlefreilegendes Gerät aus dem Tagebau DSW zum Einsatz kommt.
1985 Oktober Am Es 3150 muss die Polygonwelle gewechselt werden, Erfahrung aus dem Lausitzer Revier lagen vor, Zeiten von 12 bis 14 Tagen. Die Instandhalter des Stammbetriebes schaffen die Reparatur in 5 Tagen und 22 Stunden. GA 14.3.1986.
1985 Jahr Der Zentrale Montageplatz Breitenfeld ist endgültig fertiggestellt, obwohl im lfd. Jahr noch gebaut und Einrichtungen fertiggestellt wurden, wurden schon erste Montagen angefangen.
1985 Jahr Für den neuen Komplex der Instandhaltung in Roitzsch wurden 1985 8 Millionen Mark investiert. GA 7.2.1986.
1986 6.1.86 SRs 1200a, Bgg. 130 wird vom Tagebau Golpa-Nord nach dem Tagebau Gröbern transportiert
1986 12.1.86 Der Stammbetrieb fährt an diesem Tag 71.800 t Rohkohle, eine Spitzenleistung.
1986 20.1.86 SRs 630/800 ist in Rösa eingefahren und wird im 1. AS eigesetzt. Im BF III b hatte 1425 seit 1971 76.400.000 m³ Abraum bewegt. GA 24.1.1986.
1986 7.2.86 In der Glück Auf erläutert der Direktor für Investitionen, Siegfried Höhler das Erreichte und die Vorhaben bei den Investition GA7.2.1986.
1986 14.2.86 Ein guter Tag. Es kommt zur Auszahlung der Jahresendprämie 1985. Für die 10.000 Mitarbeiter des Stammbetriebes kommen 5.840.000 Mark zur Auszahlung. GA 14.2.1986.
1986 Februar Am Es 3150, Bgg. 1297 muss eine Getriebestufe des Blockgetriebes repariert werden. GA 28.2.1986.
1986 14.2.86 Der Stammbetrieb erreicht unter Frostbedingungen, -10° Celsius, eine Kohleleistung von 73.000 t. GA 28.2.1986.
1986 6.3.86 Der Frost ist gewichen, Schlamm ist gekommen. Aus den Niederungen des Glienickenbaches bewegt sich Wasser auf einer Breite von 400 bis 500 m auf den Tagebau zu. Mit Hilfsgeräten und starker Pumptechnik gelingt es, das Wasser abzuleiten. GA 28.2.1986.
1986 17.3.86 TAKRAF erteilt die Freigabe zum Verfahren des ERs 1120, Bgg. 1703. Bundesarchiv Mfs BV Leipzig AIM 2890/92,0204.
1986 19.3.8 Beginn des Transportes des Neubaugerätes, ERs 1120 22.24 (2x710kW) 1920.2220, Bgg.1703, vom Montageplatz Tagebau DSW in den Tagebau Breitenfeld. Der Transport endete am 05.04.86. Zeitreise BRF. Die Transportrasse wird mit kleineren Abweichungen bei allen Gerätetransporten zwischen dem Tagebau, Montageplatz Delitzsch Süd-West und dem Tagebau Breitenfeld genutzt.
1986 15.4.86 In der Kohleleitstelle der HA Werkbahn wird ein rechnergestütztes Dispatchersystem in Betrieb genommen. Die Rohkohleverteilung der Tagebaue Goitsche, Köckern und Breitenfeld kann über ein Programm gesteuert werden. GA 25.4.1986
1986 14.4.86 ARs-B 6300.1117, montiert von Förderanlagen Köthen mit der Baunr. 14336/37, ist vom Montageplatz zum Tagebau Gröbern unterwegs und quert von 00.50 Uhr bis 04.50 Uhr die Reichsbahnstrecke Bitterfeld-
1986 Mai Die Glück Auf berichtet, dass in 1986 10.400.000 t Rohkohle zu fördern sind. GA 16.5.1986.
Im Forschungsprogramm werden u.a. auch die Direktversturzkombinationen und ihre Technologie untersucht. Viele der Hochschulabsolventen/Bergbautechnologie schrieben ihre Diplomarbeiten zum Thema Direktversturz.
1986 Juni Im Tagebau Gröbern geht die Abraumbandanlage in Betrieb, die den vom Ds 1600, Bgg. gewonnenen Abraum zur Kippe, Absetzer
1986 Juni Die KDT stellt ihre Schwerpunkte in der weiteren Arbeit vor. Im Bild der Arbeitsplatz zur Luftbildauswertung. GA 6.6.1986.
Die Luftbildvermessung diente der schnelleren und präziseren Aufmessung der Tagebaue. Und man hatte von oben einen guten Blick für technologische und geologische Situationen.
Im weiteren Programm steht in Zusammenarbeit mit der KDT-Sektion Forschung und Entwicklung die “Komplexe Automatisierung Tagebau Breitenfeld”.
Siehe auch: 1987 Juni 87
1986 Juni Der Abraum…. Wiedereinmal gibt es im Monat Juni Rückstände. Aufmacher der Berichterstattung ist diesmal der Tagebau Köckern. GA 11.7.1986
1986 9.7.86 Die KDT, Kammer der Technik, die Organisation der Ingenieure, wird 40. Im Klubhaus der Bergarbeiter Holzweißig findet eine Feierstunde statt. GA 18.7.1986.
1986 Juli Die weitere, schnelle Erschließung des BF Rösa ist entscheidend für die Leistungsentwicklung der “Jotsche”. Der längere Ausfall des Esch 10/70, Bgg. 1953, der die Einfahrtsrampe der Grubengeräte, Bgg. 1254, schneiden sollte, macht an dessen Stelle den zeitweiligen Einsatz des ERs 560, Bgg.321 notwendig. 321 soll ab dem 15.7. transportiert werden. Seine Ausfahrtsrampe aus BF III b soll er bis zum 14.7. fertiggestellt haben. GA 18.7.1986.
1986 Juli Köckern, Baggerfahrer vom D 1000 durchlaufen in Breitenfeld ihre Qualifizierung für den ERs 1120, Bagger 1700, auf dem Breitenfelder 1703. GA 18.7.1986.
1986 22.7.86 Im Baufeld Rösa beginnt ERs 560, Bgg. 321 sofort nach seiner Ankunft mit dem Schneiden der Grubeneinfahrtsrampe. GA 1.8.1986
1986 Anf. September ERs 560, Bgg. 321 hat die Grubeneinfahrtsrampe im BF Rösa fertiggestellt. Damit ist Baufreiheit für die Gleisanlagen des Baggers 1254 gegeben, der hier zum Einsatz kommen soll. GA 1.8.1986.
1986 9.9.86 Geht D 1120, Bgg. 1254, 1962 von Förderanlagen Köthen mit der Baunr. 45 für Golpa-Nord gebaute und 1971 in die Goitsche umgesetzt, auf Transport ins BF Rösa. Er wird ohne seine Eimerleiter transportiert. Transportleiter ist Horst Müller, die Transporttruppe u.a. Gerhard Krämer, Otto Ruß, Sylvia Grossek, Gerhard Rudolf, Peter Korn. Unterwegs wird er an Bagger 321 vorbeifahren, der auf dem Rückweg nach BF III b ist. GA 19.9.1986.
1986 September In der Goitsche werden Gleise zurückgebaut, die Gleisjoche werden wenig später beim Transport des D 1120, Bgg. 1254 gebraucht. GA 12.9.1986
1986 26.9.86 Der Winter kommt ja auch noch! Notizen in der GA vom 26.9.1986
1986 September Um die Wirtschaftsprobleme zu lösen, setzt auch die Braunkohlenindustrie verstärkt auf die Innovationen der Elektronik. Rechnergestütztes Arbeiten im Büro, auf dem Leitstand, auf dem Bagger, in der Entwässerung. Alles soll verknüpft und elektronisch gesteuert werden. Ein nächster Schritt soll die Lichtleiterübertragung von Daten werden. Effektivität und geringerer Material-, Energie- und Arbeitsaufwand sind das Ziel. Angestrebt werden zweigspezifische, auf den jeweiligen Anwendungsfall bezogene Anwendungsmöglichkeiten. Schlagwort der Zeit: CAD/CAM. Einfach gesagt, Entwurf und Fertigung sollen computergesteuert erfolgen. GA 26.9.1986.
1986 28.10.86 Die Werbung für Arbeitskräfte und die Bearbeitung deren Bewerbungen erschwert sich, da z. Zt. alle verfügbaren Wohnungen vergeben sind. Man muss warten, bis in Rackwitz und Delitzsch wieder gebaut wird. Die Leitung des Tagebaues Delitzsch Süd-West wehrt sich gegen alle Personalumsetzungen nach Breitenfeld. BStU MfS BV Leipzig AIM 3123/92, 0123.
1986 27.10.86 Im Tagebau Köckern erfolgt die Aufnahme des Probebetrieb des 2. ERs 1120, Bgg.1700 im Stammbetrieb. GA 28.10.1986.
Die ERs 1120 waren schon in den 1960ern auf den Reißbrettern der Magdeburger Konstrukteure. Ein Einsatz zu dieser Zeit ist in den Tagebauen Espenhain und Witznitz diskutiert worden. Die Entwicklungsstufe der jetzigen Geräte sollten ursprünglich als Nachrißgeräte unter einer AFB F 60 arbeiten (wie 311/298 unter der AFB F34) und die üblichen da eingesetzten ERs 710 ersetzen bzw. ergänzen und zur maßgeblichen Leistungserhöhung beitragen. Zu diesem Einsatz ist es nie gekommen. Alle 4 in der DDR eingesetzten Geräte wurden im Abraum eingesetzt. Bgg. 1703 arbeitete gegen Ende Breitenfeld zeitweise im Grubenbetrieb. ERs 1120, Bagger 1701 hat als einziges Gerät dieser Klasse die Maschinenstürmerei zum Ende der DDR-Tagebaue überstanden und arbeitet im Tagebau Vereinigtes Schleenhain, BF Peres, fördert da Abraum und anstehende Kohle.
Gebaute Geräte ERs 1120 in gebauter Reihenfolge und Aufnahme Probebetrieb:
DDR-Nr. Auftragsnr. Baunr. Tagebau Baujahr Aufn. Probebetr.
1702 352200-229 800 Cottbus-Nord 1984-85 30.06.1985
1701 352000-099 801 Groi Dreieck 1984-85 31.12.1985
1703 352100-199 802 Breitenfeld 1985-86 10.04.1986
1700 352300-399 803 Köckern 1985-86 30.09.1986
SU/Ukraine 804 Konstantinowski 1993 1994
Für die Tagebaue der DDR waren weitere Geräte geplant, durch die Wende aber nicht realisiert.
1704 804 Merseburg-Ost storniert
1705 Seese-Ost storniert
1705 Welzow-Süd storniert
2017 hatte der letzte in Betrieb stehende Bagger dieser Bauart, Bagger 1701 bei Reparatur eine Havarie an einer Fahrwerkstragachse. Die Beschaffung dieser Tragachse in Deutschland hätte zu lange gedauert. So nahm die MIBRAG 2017 Kontakt mit dem ukrainischen Unternehmen auf, hatte Glück, denn kurze Zeit später wäre das komplette Fahrwerk verschrottet gewesen. Die Tragachse wurde ausgebaut, nach Deutschland transportiert und im Bagger 1701 eingebaut. Ostkohleforum.
In Planung waren noch 1704 für Merseburg-Ost, 1705 für Seese-Ost und 1706 für Welzow-Süd.
1986 5.11.86 Tgb. Köckern Transportbeginn SRs 1301,Bgg.1542 Köckern – Rösa.
1986 21.11.86 Ausreichend freigelegte Kohle sind vor allem für die Winterfahrt Voraussetzung. Es hapert aber im Abraum. GA 21.11.1986.
1986 5.11.86 SRs 1301, Bgg. 1542 ist auf dem Transport von Köckern nach Gröbern. 10 Kollegen bilden die Transporttruppe für das 1750 t schwere Gerät. Auf dem bis zum 12. 12. dauernden Transport muß 1542 die Reichsbahnstrecke Halle-Bitterfeld, die Fernverkehrsstraße F 184 und die Reichsbahnstrecke Leipzig-Bitterfeld queren. GA 21.11.1986.
Marschbefehl – auch so eine Eigenart des real existierenden Sozialismus. Obwohl friedliebend und die militaristische BRD ablehnend, war alles auf militärisch und Klassenkampf getrimmt. Wir kämpften in der Winterschlacht, in der Schlammschlacht, in der Hitzeschlacht. Kämpften um Planziele wurden verdonnert klare Kampfpositionen zu beziehen. Leiter erteilten Anfahrbefehle und eben Marschbefehle.
1986 21.11.86 Ausreichend freigelegte Kohle sind vor allem für die Winterfahrt Voraussetzung. Es hapert aber im Abraum. GA 21.11.1986.
28.11.86 Die Besatzungen des 1700 treten in Wettbewerb mit den Besatzungen des 1703. GA 28.11.1986.
1986 Meinung von Günther Mittag bei einer Besprechung im Ministerium für Kohle und Energie, bei der alle Tagebauleiter anwesend waren: „…im Leitungssystem des BKK Bitterfeld ist einiges nicht in Ordnung…“. BStU MfS BV Leipzig AIM 3123/92 Bd. 2, 0097.
1987 1.1.87 Das Jahr 1987 beginnt mit starken Regen. Am 3.1. setzt Frost mit -4° Celsius ein, der rasch bis – 23° Celsius nachts sinkt. Dazu kommen sehr starke Schneefälle von Arkona bis zum Fichtelberg. Auf Rügen und in der Braunkohle geht nichts mehr. Schnee und Frost lassen die Gleisanlagen zuwehen und einfrieren. In vielen Tagebauen steht der Abraum komplett. Alles, aber auch alles ist auf das Ingangbringen der Kohleförderung ausgerichtet. Tausende Helfer aus Betrieben und Armee, die mit schwerer Technik, sind in den Tagebauen im Einsatz, im Stammbetrieb sind es mehr als 2000. Erst nach und nach kommt “de Gohle” wieder zum Laufen. In vielen Städten kommt es daraufhin zu Engpässen der Versorgung mit Briketts. Auch kam es zu Stromausfällen.
Ein Beispiel zum Einfrieren eines Baggers. In Breitenfeld hatten wir die Aufgabe am 1703 laufend alle Antriebe zu bewegen, Band und Eimerkette, Fahr-und Schwenkwerk usw. Wir hatten Nachtschicht und bemerkten schon beim Ankommen am Gerät hektisches Hin und Her der Spätschicht. Der Bagger war eingefroren. Und zwar komplett! Obwohl offenes Feuer im Tagebau verboten ist und auf den Geräten erst recht, war es die einzigste Möglichkeit den Bagger wieder flott zu bekommen. Mehrere Schichten brannten, zumindest schwelten Feuer unter den Antrieben. Es half und nach mehreren Schichten lief der Bagger wieder. Eigene Erinnerung als Baggerfahrer 1703.
Am 5.1. 87 erfolgte der Montagebeginn des Baggers 1550, SRs 6300 50/15.0 (3x630 kW) + VR 157 +12/-12., Baunr. 623 auf dem Zentralen Montageplatz Breitenfeld. Dem, nach Greifenhain, heute Nochten und Welzow-Süd, dritten Großgerätekomplexes in der Mitteldeutschen Braunkohle. Dem Ersten im Bereich des BKK Bitterfeld.
Montageleiter LHW Lauchhammer: Herr Hinze Montageleiter Kranbau Köthen: Herr Eichentopf Montageleiter GDW Magdeburg: Herr Dannenberg Montageleiter Starkstromanlagenbau Leipzig: Herr Haupt
Das Kombinat TAKRAF stellt Kräne, Containerbüros, Kompressoranlage sowie den Fuhrpark.
Fast genau auf den Tag 2 Jahre später, am 13.1.1989, erfolgte die Erstinbetriebnahme des Gerätes auf dem MP.
1987 15.1.87 Nimmt der auf dem Montageplatz Delitzsch-Süd-West gebaute ERs 710, Bgg. 363, Baunr. 04139 den Probebetrieb auf. GA vom 13.2.87. ERs 710 kostet 15.740.000 M. Der Transport kostet 444.000 M, die Komplexautomatisierung kostet 411000 M. Grundsatzentscheidung TV 4. Bgg. 363 geht etwa einen Monat später in Betrieb als vorgesehen. Ursache für den Montageverzug sind Kapazitätsprobleme bei Lieferung und Montage der E-Technik. Bundesarchiv, MfS, BV Leipzig, KD Leipzig Stadt Nr. 01673/01 S.0116. Wenig später kommt mit Verspätung auch der Bandwagen II, BRs 1400 37/50, 824, Baunr. 22081 zum Einsatz. Diese Verzögerung beruhte auf dem Fehlen von 2 Lagern für die Hauptsäule des Gerätes. Ein Lager war BRD-Import. Die Lager konnten erst 10/86 bereitgestellt werden. Das Fehlen der Lager war Gegenstand der Arbeitsgruppe „Materielle Versorgung“ unter Minister Rauchfuß. Bundesarchiv, MfS, BV Leipzig, KD Leipzig Stadt Nr. 01673/01 S.0116. Die Bandwagen kosteten je 6.941.000 M. Grundsatzentscheidung Tgb. Breitenfeld, TV 4.
Mit der Aufnahme Probebetrieb Bgg. 363 wird der ERs 560, Bgg. 296 wieder zurück in den Tagebau Delitzsch Süd-West transportiert. Der Transport kostet 400.000 M. Grundsatzentscheidung Tgb. Breitenfeld, TV 4.
1987 16.1.87 Der Frost geht, der Schlamm kommt. Nur kurz. Schlamm geht, Frost kommt. Fast schon Normalität.
1987 30.1.87 Die Bunkerstände in den Brikettfabriken und Kraftwerken erholen sich. Um den 20.1.herum beginnt sich die Lage in den Grubenbetrieben zu entspannen. Die Abraumbetriebe liegen 7 Tage hinter dem Plan, die Brikettproduktion etwa 2 Tage. GA 30.1.1987.
Apropos Brikett. Von diesem Winter an bis 1990 gehen im Spätherbst im Ministerium für Kohle und Energie alle Alarmlampen an. Eine Stellungnahme zu “Versorgung der Bevölkerung mit festen Brennstoffen” jagt die nächste.
1987 5.2.87 Aus den 5 Tagebauen des Stammbetriebes kommen an diesem Tag 73.000 t Rohkohle – Förderrekord.
1987 7.2./8.2.87 In allen Tagebauen des Stammbetriebes sind Hochleistungsschichten geplant. So auch an der AFB 23. Zum Frührapport am 7.2. kam die Meldung ”Motor Winde 3" am 1297 defekt, am Motorgehäuse ist ein Fuß abgebrochen. GA 13.2.1987.
1987 13.2.87 Wieder ist ein Jahr um. Heute wird die Jahresendprämie für 1986, 8.500.000 Mark kommen im Stammbetrieb zur Auszahlung. Der größte Teil per Lohntüte. GA 13.2.1987.
1987 13.2.87 Die Aufholung der Schulden im Abraum läuft hochtourig. GA 13.2.1987.
1987 25.2.87 Es ist üblich gute und sehr gute Leistungen in schwierigen Situationen, hier der Winterkampf, mit
1987 6.3.87 10 Jahre Tagebau Delitzsch Süd-West
1987 27.3.87 Die Abteilung Investitionen berichtet. GA 27.3.1987.
1987 März Leipziger Frühjahrsmesse. Das Kombinat TAKRAF stellt Neuerungen vor. U. a. den ERs 1120 und die Baggerprogrammsteuerung PS 5000. GA 27.3.1987.
1987 21.4.87 Seit einiger ‘Zeit geben die Hochschnittgeräte ohne Trichterwagen auf die Grubenbandanlage auf. So ist es möglich einen Trichterwagen nach Gröbern abzugeben. GA 21.4.1987.
1987 Mai Auf der Kippe machen sich Gleisverlegungen erforderlich. . GA 13.5.1987.
1987 Mai Am Es 3150, Bgg. 1297 wird die Eimerkette gewechselt. GA 13.5.1987.
1987 Mai Im Grubenbetrieb werden 3450 Minuten Zugpausen registriert, die Kollegen fordern die Leitung in den Versammlungen auf “konsequenter daran zu arbeiten”. Sie verweisen auch auf Verbesserungspotential bei der Oberflächenentwässerung der Grube und pochen auf Einordnung einer Generalreparatur der Grubenbandanlage. GA 13.5.1987.
Gleichzeitig in DSW und Breitenfeld hohe Leistungen im Zugbetrieb zu fahren ist eine enorme Herausforderung. Einerseits verfügt die Delitzscher Kippe nicht über genügend Schütttiefe/Schnitthöhe, die dann notwendigen Rückprozesse nehmen sehr viel Zeit in Anspruch, andererseits fehlen Lokpersonal und einige Kapazitäten an Abraumzügen. In DSW “behalf” man sich oft, in dem man den SRs 1200a, Bgg. 1401 in der Zuggestellung bevorzugte. Breitenfeld bekam den Rest. Wenn dann beide Tagebaue hohe Leistungen im Zugbetrieb brachten, war das allein der Verdienst des Kippenpersonals und der Kollegen der Werkbahn. Von vorn herein hätte man die technologischen Voraussetzungen der Kippe, Stichworte Schütttiefe/Schnitthöhe anders planen und mit den zuständigen Behörden abklären müssen.
1987 5.6.87 Kommt der ebenfalls auf dem Montageplatz Delitzsch-Süd-West gebaute SRs 320, Bgg.1546, Baunr. 18001 im Tagebau Breitenfeld zum Einsatz. GA vom 5.6.87. Bagger 1546 kostet 6.535.000 M, die Komplexautomatisierung kostet 411.000 M, der Transport 116.000 M Grundsatzentscheidung TV 4. Durch das Fehlen eines Wälzlagers für das Schaufelradgetriebe kann der ursprüngliche Probebetriebstermin, 12/86 nicht gehalten werden. Der Importvertrag-BRD sieht eine Lieferung des Lagers für 1/87 vor, auf der Leipziger Herbstmesse 1986 wird eine Vorablieferung für 12/86 vereinbart. Der Getriebelieferant, VEB Maschinenfabrik Dessau, hat die Lieferung des Getriebes für 1/87 vorgesehen. Trotzdem verzögert sich die Fertigstellung des Baggers weiter. Bundesarchiv, MfS, BV Leipzig, KD Leipzig Stadt Nr. 01673/01 S.0117. Bereits 1983 sollten die Minister für Schwermaschinen-und Anlagenbau und Allgemeinen Maschinen- Landmaschinen und Fahrzeugbau Vorschläge erarbeiten, wie die Importe von Wälzlagern für Tagebaugeräte aus dem NSW abgelöst werden können. Beschluß Staatsauftrag W&T, Tagebautechnologien und Tagebautechnik, BstU MfS SdM 1710, Teil 1, 000065.
1987 Im Verzeichnis der Organisationseinheiten stehen für Delitzsch Süd-West als Leiter
Abtl. Bezeichnung Name Telefon
3.13 HA Tgb. BRF Straube Süd 456 3.14.0.1 A Hauptingenieur Hinrichs Süd 503 3.14.0.2 H Dispatcher Süd 533 3.14.0.3 A Arb.- u. Lebensbed. Puls Süd 521 3.14.0.4 A Betriebs-Ökonom Böhme Süd 250 3.14.1 A Abraum-Zugbetrieb Schaaf Süd 453 3.14.2 A Abraum-Bandbetrieb Weber Süd 453 3.14.4 A Grubenbetrieb Klose Süd 454 3.14.7 A H u. N Eisler Süd 504
1987 Juni 87 In der zentralen Luftbildauswertestelle des Kombinates für den Förderraum Halle mit Sitz in Merseburg werden außer der lage- und höhenmässige Vermessung der Tagebaue im Stereomodell der Luftbilder, für die Tagebaue Golpa-Nord und Delitzsch Süd-West bereits die gebaggerten Massen der Abraum-und Kohleschnitte vollautomatisch über die Datenkette Luftbild – Luftbildauswertegerät – Zeichentisch – EDV-Anlage mit ermittelt. GA vom 12.6.87.
1987 Juni 87 SRs 300, Bagger 71 ist in Reparatur. GA vom 19.6.87.
1987 13.7.87 An der AFB 23 beginnt die diesjährige Generalreparatur, es ist die fünfte GR. 645 Instandhalter aus allen Abteilungen sind beteiligt. Die Werkstatt I-Roitzsch arbeitet die Komponenten im 12-Stunden-Rhytmus auf. An der Grundreinigung waren die Männer der Feuerwehr beteiligt. Ziel ist, die Brücke am 30.7.87 die GR abzuschließen. GA vom 17.7.87.
1987 Juli 87 Der Minister für Kohle und Energie, Wolfgang Mitzinger informiert Günter Mittag „Zum Stand und notwendige Maßnahmen zur Sicherung der Tagebaugeräte und Bandanlagen für die Braunkohlenindustrie der DDR im Zeitraum 1988-1990“.
Dem Fünfjahrplan 1986 – 1990 ist ein Primärenergiezuwachs von 1,3 %/a zugrunde gelegt worden. Das erfordert unter Beachtung des geplanten Zuganges der Kapazität bei Kernkraftwerken eine Steigerung in der Rohkohleförderung von 312 Mio. t im Jahr 1985 auf 335 Mio t im Jahr 1990.
Zur Sicherung des mit der Direktive des XI. Parteitages der SED zum Fünfjahresplan für die Entwicklung der Volkswirtschaft der DDR in den Jahren 1986 bis 1990 festgelegten Förderzuwachses an Rohbraunkohle auf 330 – 335 Mio t im Jahr 1990 wurden die erforderlichen Intensivierungsmaßnahmen in den laufenden Tagebauen sowie die Arbeiten für notwendige Tagebauneuaufschlüsse unter Beachtung auslaufender Kapazitäten eingeleitet. Die dazu erforderlichen Tagebaugroßgeräte und Bandanlagen im Zeitraum 1986 – 1990 sowie die Einsatztermine wurden zwischen den Ministern für Kohle und Energie und Schwermaschinen- u. Anlagenbau im Oktober 1985 abgestimmt. Der Generaldirektor des VEB Kombinat TAKRAF hat im Juli 1987 zum gegenwärtigen Stand der Planung der Inbetriebnahmetermine der Tagebaugeräte und Bandanlagen im Zeitraum 1988 – 1990 informiert. Danach treten von insgesamt 106 Großgeräten und Bandanlagen Terminverschiebungen
bei 16 Objekten bis zu 6 Monaten bei 21 Objekten bis zu 12 Monaten bei 13 Objekten mehr als 12 Monate auf. […]
[…] Die Berechnungen des Kombinates TAKRAF haben ergeben, dass die eingeordneten Fonds, insbesondere ihre Verteilung auf die Jahresscheiben des Fünfjahrplanes, die erforderliche Gerätebereitstellung nicht ermöglichen. Die angekündigten Terminverschiebungen haben zur Folge, dass die mit der Direktive zum Fünfjahrplan festgelegte Rohkohleförderung nicht gesichert werden kann. Erste Berechnungen ergaben im Zeitraum 1988 – 1990 einen Förderausfall in den Tagebauen von 29 Mio t Rohbraunkohle. Im Jahre 1990 wird nur ein Förderaufkommen von 320 Mio t Rohbraunkohle erreicht.
In einer Beratung der Minister für Schwermaschinen- u. Anlagenbau und Kohle und Energie mit den Generaldirektoren des VEB Schwermaschinenbaukombinat TAKRAF und der VE Braunkohlenkombinate Bitterfeld und Senftenberg sowie den Abteilungen Energiewirtschaft und Maschinenbau der Staatlichen Plankommission am 7. Juli 1987 wurden mit dem Ziel, die negativen Beeinflussung der energiepolitischen Aufgabenstellung nicht eintreten zu lassen, folgende Arbeitsschritte festgelegt:
1. Durch eine gemeinsame Arbeitsgruppe des VEB Schwermaschinenbaukombinat TAKRAF und der VE Braunkohlenkombinate Bitterfeld und Senftenberg sind Möglichkeiten der vollen Ausschöpfung der Leistungsgrenzen durch technische Maßnahmen der Herstellerbetriebe und Maßnahmen der Betriebsführung für den Zeitraum 1988 – 1990 zu erarbeiten und die entsprechenden Maßnahmen in Verantwortung der zuständigen Generaldirektoren festzulegen. Termin: 25.Juli 1987
2. Im Zusammenhang mit den Untersuchungen zu Punkt 1 ist eine nochmalige Überprüfung der Notwendigkeit und der Termine für alle Tagebaugroßgeräte und Bandanlagen sowie des Aufkommens im VEB Schwermaschinenbaukombinat TAKRAF durchzuführen und eine detaillierte Tagebaugeräteliste mit Soll- u. Angebotstermin vorzulegen. Termin: 5. August 1987 […] Bundesarchiv Berlin Ausrüstungen der Kohleindustrie 1988-1990.
Juli 1987 Am 20.7.87 äußert sich der Tagebauleiter Peres in der Aktuellen Kamera kritisch zur Qualität der Fördergurte die aus Ballenstedt kommen. Am Tag darauf berieten Vertreter beider Seiten vor Ort, wie den Qualitätsmängeln beizukommen ist. Freiheit vom 22.07 u. 23.7.1987.
1987 August Die KDT arbeitet an einer Lösung, um Korrosionsschutzmaßnahmen an der AFB 23 bei laufendem Betrieb durchführen zu können. GA vom 14.8.87.
1987 August Unser Maß - der Bestenpass, unter dieser Losung sollen und werden Bestleistungen angestrebt und erreicht. So auch am 1401 und an der AFB. GA 21.8.1987
1987 24.08.87 SRs 1300, Bgg.1521 überfährt die Mulde von Süd nach Nord. Bei Hochwasser. Und schwierigen Bodenverhältnissen. Nach der Stabilisierung des Bodens brach außerdem noch eine Raupenplatte. Der Bagger versackte und mußte unter großem Aufwand, Einsatz mehrerer Raupen, “abgeschleppt” werden. GA 28.8.1987.
1987 19.08.87 Trotz komplizierter geologischer Bedingungen knackt die AFB zum ersten Mal in diesem Monat die 100.000 m³-Grenze. Während der GR wurden 1700 Stahlkastenschwellen im Gleis eingebaut, der Einbau weiterer 1500 Stück Richtung Drehpunkt ist fest eingeplant GA 28.8.1987.
1987 28.08.87 SRs 400, Bgg.1562 überfährt die Mulde von Nord nach Süd. 1562 wird im Tagebau Goitsche, BF III b zum Einsatz kommen, anschließend im BF Rösa. GA 28.8.1987.
1987 28.08.87 SRs 630/800, Bgg.1425 überfährt die Mulde von Süd nach Nord.
1987 II. Quartal Im Wettbewerb der Tagebaue im Förderraum Leipzig belegt DSW Hinter den Tagebauen Bockwitz und Peres den 3. Platz. GA 4.9.1987.
1987 August Im Tagebau werden 3.165.000 m³ Abraum gefahren, eine neue Bestmarke. GA 11.9.1987.
1987 31.8.87 Die
Dokumentation zur Aufgabenstellung Tagebau Delitzsch Süd-West Weiterführung 1989 -1995
listet die Kosten für die Transporte der Bagger, die im direkten Aufschluss eingesetzt wurden: - ERs 560, Bgg. 282 3.293.000 M - SRs 1200a, Bgg. 1401 2.651.000 M - E 1200, Bgg.549 2.701.000 M - As 1600, Abs. 1055 488.000 M Dokumentation zur Aufgabenstellung Tagebau Delitzsch Süd-West Weiterführung 1989 -1995
1987 Oktober Auch in der Braunkohle werden Konsumgüter produziert, aber warum in der Braunkohle Plüschtiere hergestellt werden 24 verschiedene Tierformen werden von 23 fleißigen Frauen genäht. GA 2.10.1987.
1987 Oktober Der für Breitenfeld gedachte, von GDW mit Baunr.18002 gebaute SRs 320, Bagger 1548, wird umdisponiert und kommt hier in der Grube zum Einsatz. Der Bagger wurde auf Grund der höheren Kohleleistungen im Stammbetrieb zur Stabilisierung der Förderung im Tagebau Delitzsch Süd-West gebraucht. Der SRs 240, Bagger 1518 war verschlissen. Grabmann/Hampl. Es wird beschlossen, dass später Breitenfeld den Neubaubagger 1572 erhält, der für 1991/92 für DSW kommen sollte. SRs 320, Bgg. 1572-Objektnr. 0992 soll im Tagebau Breitenfeld zum Einsatz kommen. Das Gerät ist in die Neubauliste aufgenommen, die Montage erfolgt auf dem ZMP Breitenfeld. Unterlagen z. Weiterführung Tagebau Delitzsch Süd-West.
1987 Oktober In einem Interview der Betriebszeitung hebt Produktionsdirektor Voigt die Wichtigkeit der Sicherung der Kohlefreilage im Tagebau durch höhere Abraumleistungen hervor. Die Versorgerleistung liegt jetzt im Oktober bereits um 10.000.t höher als im Vorjahr. Bagger 1548 in der Grube wird als echte Kapazitätserhöhung gesehen. GA 30.10.1987. Der Winter 86/87 lässt grüßen.
1987 Oktober Die AFB liegt mit einem Plus von 48.000 m³ gut im Rennen. Im November sind im Stammbetrieb 300.000 t Kohle aufgehaldet, im Tagebau Abraum steht ein noch ein Plus von 35.000 m³. Das, obwohl es zu mehreren Abschaltungen der AFB und Abraumbandanlage wegen Wind kam. GA 20.11.1987
1987 Dezember Der Stammbetrieb sieht sich vor der Aufgabe, 1988 rd. 1 Million m³ Abraum und rd. 2 Millionen t Rohkohle mehr als 1987 bringen zu müssen. . GA 18.12.1987.
1987 Dezember Der Grubenbetrieb fährt diesen Monat eine neue Spitzenleistung von 963.000 t Rohkohle. GA 10.2.1988.
1987 Im Vorschlag zur Festlegung der Staatlichen Auflage der Inbetriebnahmetermine für Tagebaugeräte und Bandanlagen 1989 stellt man fest, dass 1995 die Abraumbewegung von gegenwärtig 1350 Mio m3 um 175 Mio m3 auf 1525 Mio m3 im Jahre 1990 zur Sicherung der Kohlefreilegung, gesteigert werden muß. Bch DG 12/2337.
1988 Januar Das neue Jahr ist noch gar nicht richtig in Schwung, schon kommt die erste Steilvorlage. DSW will monatlich 10.000.000 t Rohkohle fördern und für weitere 300.000 t Leistungsbereitschaft schaffen. Im Grubenbetrieb stehen Umbauarbeiten an, Band 12 soll um 400 m verlängert werden. GA 15.1.1988.
1988 Januar Am Bgg. 1401 wurden 480 m Gleise und der Weichenbereich 82/83 stabilisiert. GA 29.1.1988.
1988 Januar Die VVV hat sich verpflichtet 26.250.000 m³ Abraum zu fahren, und 10.300.000 t Kohle bereitzustellen. Im Januar zeichnet sich eine Kohleleistung von 1.000.000 t ab, die AFB will 2.250.000 m³ Abraum schaffen. GA 29.1.1988.
1988 Januar Das VE BKK Bitterfeld hat mit seinen Helfern der NVA und den Territorien den bisher besten Start in ein Jahr hingelegt. Zu Buche stehen: + 165.000 m³ Abraum und + 101.100 t Rohkohle. GA 5.2.1988
1988 Januar Der Grubenbetrieb fährt 9.822.000 t Rohkohle, mit Grubenabraum werden 10.100.000 ME abgefahren. GA 10.2.1988. ME – Mengeneinheiten waren eine vereinfachte Darstellung der geförderten Massen, ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Dichte von Kohle und Abraum. In der Endabrechnung eines betrachteten Zeitraums wurde natürlich genau festgehalten, wieviel Tonnen Kohle und wieviel Kubikmeter Abraum gefahren wurden.
1988 Februar Schlamm schon im Februar GA 10.2.1988.
1988 Februar Zur Erfüllung der Aufgaben melden sich die Jugendbrigaden von DSW bis Gröbern unter dem Motto:
Die Jugendlichen der Abraumbandanlage übernehmen die Garantie, auch unter schwierigen technologischen Bedingungen die 5.710.000 m³ des Planes um 700.000 m³ zu überbieten. GA 10.2.1988.
Jugendbrigaden, Jugendobjekte waren ein Propagandaobjekt der SED, um die Verbundenheit der Jugend mit der Partei auszudrücken. Es funktionierte, Jugendliche bekamen früh Verantwortung. Das hilft auch bei der persönlichen Entwicklung. Oft waren aber bei den “Jugendobjekten” auch ein erheblicher Anteil der “Alten” vertreten, so dass dann oft darüber gelächelt wurde.
1988 Februar Die Werkstatt I hat gegenwärtig 89 E-Loks, 23 Rückmaschinen sowie 5 Pflugrücker zu betreuen. Jeden Monat erhalten 39 Triebfahrzeuge ihre planmäßige Wartung und auch die aller 6 Monate fälligen Bremsuntersuchungen. Diese Arbeiten werden in der alten Halle au 500 m² ausgeführt, mit Fertigstellung der Halle 1/2 steht wesentlich mehr Platz, nämlich 3.000 m², zur Verfügung. Neu ist der 30-t-Kran, der über alle 3 Gleise verfahrbar ist. Eine verfahrbare Arbeitsbühne kommt noch hinzu. Neben den neuen, dazugehörigen, Sozialanlagen bringt das für alle Schlosser und Elektriker eine große Arbeitserleichterung. GA 10.2.1988.
1988 März ERs 560, Bgg. 296 benötigt dringend eine neue Eimerkette. GA 25.3.1988.
1988 G 25.3.1988. Wird der Tagebau erwähnt, geht es nicht ohne die Abraumförderbrücke. Das ist in jedem Brückentagebau so, die AFB ist das bestimmende Tagebaugerät und das Flaggschiff.
1988 März Die schlechte Wirtschaftslage der DDR verlangt jede Verbesserung im Produktionsbreich, die man erreichen kann. Die viel beschworene Einheit der Sozial- u. Wirtschaftspolitik funktioniert nicht mehr. Die Politik Honeckers verteilt mehr als real erwirtschaftet werden kann. So sind auch die Ingenieure der KDT aufgerufen mit neuen Lösungen zur Wirtschaft beizutragen. GA 25.3.1988.
1988 April Der April bringt viel Regen, es gilt die Schlammschlacht zu führen. GA 8.4.1988. Im Raum des Stammbetriebes gingen pro Quadratmeter 71 l Regen nieder. GA 15.4.1988.
1988 I. Quartal Die Abrechnung des I. Quartals 1988. Die Grubenbandablage wird gerückt,
1988 13.5.88 Die sofort greifbaren Kohlebestände in DSW und Breitenfeld sind ungenügend. Die Abraumpläne wurden nur in Köckern und Breitenfeldrealisiert. GA 13.5.1988.
1988 17.5.88 An der Grubenbandanlage wird bis 23.5. Bd. 12 verlängert. GA 13.5.1988.
1988 20.5.88 Z. Zt. laufen die Vorbereitungen zur Grundinstandsetzung der Abraumförderbrücke auf Hochtouren. Für Stahlbauarbeiten sind 94 größere und kleinere Aufträge mit einem Gesamtzeitaufwand von 8.500.Arbeitsstunden zu realisieren. Unterstützt werden die Stahlbauer von zahlreichen anderen Werkstattkollektiven. GA 20.5.1988.
1988 Mai Die Gleisstabilisierungsarbeiten stehen derzeit im Mittelpunkt. Die Schlammperiode hat deutliche Spuren hinterlassen. Es laufen auch Vorbereitungen zur zweigleisigen Zufahrt zwischen den Stw. 101 und 102. GA 20.5.1988.
1988 Mai Auf der VVV des Stammbetrieb wird der Grubenbetrieb hervorgehoben. GA 20.5.1988.
1988 Mai Die Verlängerung des Bd. 12 im Grubenbetrieb läuft auf Hochtouren. 10.000 m² Kies sind einzubringen, Bd. 12 wird um 430 m verlängert, an 5 eingebauten Bändern sind die Verbindungen herzustellen. Bd. 10 um die gleiche Länge verkürzt. GA 20.5.1988.
1988 3.6.88 Für 1988 steht für den Stammbetrieb eine Investitionssumme von 5.075.000.100 Mark zur Verwendung. Per 30.4.1988 ist von dieser Summe ein Investstand von 29,5 % erfüllt. GA 20.5.1988.
1988 Juni Im überbetrieblichen Kombinatswettbewerb belegt der Tagebau gemeinsam mit dem Tagebau Mücheln den 3. Platz. GA 17.6.1988.
1988 Juni Die Grundinstandsetzung der Abraumförderbrücke läuft. Ein Anfangstermin ist in der Glück Auf nicht genannt. Hauptarbeiten sind neben Verschleiß-u. E-Arbeiten, der Wechsel der Turaswelle mit den Lagerböcken, die Instandsetzung der 64-Radschwinge am 1297sowie Korrekturarbeiten Stahlbau am Querrahmen 9 des Haldenbandes. GA 17.6.1988.
Nicht ohne das gute Ergebnis der II. Dekade zu preisen, plus 408.000 m³ Abraum stehen zu Buche. Mindererfüllung in der Rohkohle sind auf ungenügende Wagengestellung der Reichsbahn zurückzuführen. Das ist ein generelles Problem der Bahn. Die dringend Bereitstellung von B-Kohle (briketttierfähiger) Kohle sollen die Tagebaue Goitsche, Breitenfeld und Köckern sichern. GA 1.7.1988.
1988 Juli Der Nordraum fördert seit 100 Jahren im Tagebau… GA 22.7.1988.
Lange das größte, auf jeden Fall aber das beeindruckendste Großgerät des Nordraumes, der D 2240. Geplant Anfang der 1940er Jahre für die Grube Barbara wurde er nicht fertigmontiert, der II. WK verhinderte den Weiterbau und den weiteren Aufschluss der Grube Barbara – später Tgb. Gröbern Geliefert und anmontiert mit der Baunr. 282 u. der betriebl. Nr. REW 41 von der Firma Maschinenfabrik Buckau-Magdeburg. Fertigmontiert von Ende Mai 1955 bis 30.9.1955. Probebetrieb ab 26.10.1955 im Tagebau Muldenstein. Das Gerät erhielt die DDR-Nummer 544. Aber, diese Nummer hatte schon der Es 900 in Espenhain. Nachdem man das erkannt hatte, erhielt D 2240 schließlich die DDR-Nummer 617. Er bewegte in Muldenstein 182.000.000 m³ Abraum, erreichte im April 1974 seine Endstellung und wurde am Rohrschacht 49 schließlich verschrottet.
1988 1. Halbjahr Alle Positionen des Staatsplanes konnten erfüllt werden, meldet die Glück Auf. Ohne jedoch für “alle Positionen” einen konkreten Soll-Ist-Vergleich darzustellen. Der Abraumbandanlage wird wenigstens ein Plus von 146.00 m³ bescheinigt. Für den Juli wird der Plan in der Rohkohle nicht erreicht, weniger Abnahme seitens der Verbraucher wird angeführt. Für DSW stehen Reklamationen von Piesteritz und Erfurt in der Rohkohle an. GA 12.8.1988.
1988 August Der Tagebau erhält für die guten Ergebnisse im II.Quartal das Leninbanner. Die Kollegen der Abraumbandanlage erhalten den Baschkirischen Wimpel. GA 26.8.1988. Diese Auszeichnungen verzückten die Partei-und Gewerkschaftsfunktionäre aufs Höchste. Den Kumpel dagegen die damit verbundenen Prämien.
1988 August Im Stammbetrieb wurden im Monat August erstmals 3.000.000. m³ Abraum gefahren. GA 9.9.1988.
1988 26.8.88 An der Förderbrücke läuft eine 16-stündige Planreparatur, die Brücke wurde schon 19.00 Uhr übergeben, das bedeutet 12.000 m³ Abraum mehr. GA 9.9.1988.
1988 September An 10 Tagen hat der Grubenbetrieb mehr als 30.000 t Rohkohle gefördert. GA 9.9.1988.
1988 September Die Auswertung des überbetrieblichen Wettbewerbs sieht in der Gruppe 1 – Tagebaue – den Tagebau auf dem 1. Platz. GA 30.9.1988.
1988 11.10.88 Bericht über den Stand der Planerfüllung und der Vorbereitung der Winterfahrt 88/89 in den Tagebauen DSW/BRF – Auszug BstU-Akte
Breitenfeld hat per 30.09.88 Plan Rohkohleförderung mit ca. 300.000 t übererfüllt, im Abraum besteht Gleichstand mit Plan.
In DSW Hilfsgerätezustand schlecht, Ersatzteile fehlen. Nicht abgeschlossen ist Auffüllung mit Spaten, Schaufeln, E-Hämmer. Fas ist terminlich gebunden zum 1.11.88. Auswertung der betriebsstörenden Ereignisse: Anzahl der Störungen u. –Störungshäufigkeit zurückgegangen, aber die Höhe der Produktionsausfälle ist gestiegen. Hohes Störgeschehen am Bagger 1703 zurückzuführen auf: als Kohlegerät projektiert und gebaut – auf Grund fehlender Gerätekapazität im Abraum eingesetzt. Qualifizierung des Instandhaltungs- u. Bedienpersonals nicht den Anforderungen genügend. BstU MfS BVfS Leipzig KDfS Delitzsch, 00595.
Qualifizierung des Instandhaltungs- u. Bedienpersonals nicht den Anforderungen genügend.
Typisch für die Einschätzung einzelner Leiter und die des Stammbetriebes, denn diese “Info” stammte ja von einem IM aus der Praxis, eigenes Versagen durfte und konnte ja nicht für schlechte Leistungen verantwortlich sein. Wir absolvierten unsere 52 Schichten zum Lernen auf dem ERs 1120, Bgg. 1702 in Cottbus-Nord, bei Baggerfahrern, die ebenfalls nur kurz auf diesem Gerät fuhren. Es lagen für diesen Gerätetyp keinerlei Erfahrungswerte vor. Die Instandhaltung, bei sehr hohem Kiesanteil, war äußerst schlecht. Ein Beispiel. Die Schürzen im 4m hohen Trichter waren total verschlissen, sie wurden nicht gewechselt. Nächste “Etappe” war, die ZIS-Bleche waren abgeschliffen bzw. abgefallen- Keine Reparatur! Nächste “Etappe”, die Bunkerwand wurde löchrig-keine Reparatur! Erst als die Haufen unter dem Bagger so hoch waren, dass ein Zurückfahren nicht mehr möglich war, kam man auf den Gedanken-jetzt aber. Die Einschätzung als Kohlegerät gebaut, aber…, ist völlig richtig, siehe oben zu IBN ERs 1120. Auf Grund der fehlenden Kapazitäten war der DDR-Großgerätebau nicht in der Lage, Kohlegeräte und Abraumgereäte zu konzipieren. Lösung - die Geräte für Abraum und Kohle zu deklarieren. Wenn dann an den Geräten die im Abraum eingesetzt waren keine Verstärkungen vorgenommen wurden, war es einfacher die Besatzungen verantwortlich zu machen. Zumal es den Besatzungen auch am nötigen Werkzeug fehlte. Ich nenne hier Bandmesser und Bandmeisel, zum Schneiden und Bearbeiten der Abstreicher und Gummischürzen in den Trichtern. Ich habe viele Flaschen Bergmann dafür verwendet, um Bandmesser und Gummimeisel bei den Vulkaniseuren “zu kaufen”. Die Besatzungen waren üblicherweise für das Wechseln der Abstreicher in den Übergabestellen verantwortlich. Bei Reparaturen kein Problem, für abgerissene und durch Abschliff unbrauchbare Befestigungsschrauben war immer ein Schlosser zum Brennschneiden und Aufschweißen verfügbar. Was aber während der Schicht? Geräteschlosser während Spät-und Nachtschicht-meist Fehlanzeige. Wir haben mehrfach angesprochen, dass wir einen Schneidbrenner brauchen, um Schraubenstümpfe plan wegschneiden zu können, bekommen haben wir den erst kurz vor Schluss. Was tun, ganz einfach, mit Schweißelektroden und volle Pulle Strom wurden die Schraubenstümpfe weggebrannt und anschließend neue Schrauben angeschweißt. Jetzt konnte der neue Abstreicher angebaut werden. Waren wir fertig, kam dann ein Schlosser. Ironie, aber tatsächlich mehrfach passiert! Kommt dann noch dazu, dass die Zuggestellung nicht gleichmäßig erfolgt, funktioniert es einfach nicht.
1988 Oktober Wieder einmal wird die Delitzscher Kohle beanstandet, Abnehmer reklamieren die Qualität. Es wird angemahnt, die Technologie zu überprüfen. Ebenso gibt es Beschwerden über “Gewichtsdifferenzen”, die Belader werden aufgerufen entsprechend der Schaubilder die Reichsbahnwagen zu beladen. Die Abraumförderbrücke bewegte 2.500.000. m³ Abraum und schafft damit ausreichend Kohlefreilage. GA 14.10.1988
1988 Oktober Die Berichte, die in der VVV verlesen werden sehen den Stammbetrieb mit einer Mehrleistung im Abraum von 4.100.000 m³. Köckern steht in der Erfüllung bei 91,6 % und dadurch ergibt sich ein unzureichender an sofort greifbarer Kohle. Der Tagebau Goitsche trägt hier eine hohe Verantwortung für Bereitstellen der erforderlichen Züge. GA 28.10.1988.
Es ist das Gleiche wie in Breitenfeld, auch da hängt der Abraum von der Zuggestellung von DSW ab. Denkt man weiter – Ein Schelm, der…! Aber es war nun mal so, dass die zugstellenden Tagebaue zuerst ihre Geräte beschickten, der Rest, mal mehr, mal weniger, ging in den anderen Tagebau. Und alle von den Verantwortlichen sahen zu!
In der Rohkohleförderung steht der Stammbetrieb bei 99% zum Plan. Waren im I. Quartal noch 58.700 t Rohkohleförderung zur Deckung des Bedarfs ausreichend, sind mit Sicht auf den Winter, im IV. Quartal 68.500 t /d und im I. Quartal 1989 73.800 t/d zu bringen. Das ist möglich , im I. Quartal wurden bereits Tagesleistungen von 73.800 t erreicht. GA 28.10.1988.
1988 1.11.88 Im Tagebau Klettwitz-Nord erfolgt der Montagebeginn der F 60, AFB 35.. Ostkohle.de.
1988 November Transportraumausfälle zwingen den Stammbetrieb zu “operativer Fahrweise” in der Kohle. Die Abraumleistungen stehen mit 356.000 m³ im Plus. Die so wichtigen greifbaren Kohlebestände konnten im Tagebau Köckern um 85.000 t erhöht werden. GA 11.11.1988.
1988 Dezember Minustemperaturen künden vom nahen Winter und es ist kein Geheimnis, die im Zugbetrieb fahrenden Tagebaue sollten ihre Gleise vor dem Winter in Schuss haben. So wurden in den Tagebauen des Stammbetriebes 11,5 km stationäre Gleise und 48 generalüberholt. In Golpa-Nord wurden 450 m Gleis zwischen den Stellwerken 02 und 04 generalüberholt. Dieses Teilstück ist wichtig für die Tagebaue DSW, Breitenfeld und Goitsche zur Versorgung der Kraftwerke Zschornewitz und Vockerode über die Reichsbahnstrecke bis Burgkemmnitz. Der Stammbetrieb verfügt über 298 km stationäre Gleise, 192 km rückbare Gleise und 753 Weichen. GA 2.12.1988.
1988 Dezember Seit 1988 wird mit und nach dem Bergarbeiterpass gearbeitet. In dem sind arbeitsplatzspezifisch Vorgaben, Lösungen und Verpflichtungen enthalten. Jeder Kumpel, jedes Kollektiv sollte so arbeiten. GA 9.12.1988.
1988 Dezember Die Glück Auf am 9.12.1988, es geht nochmal um die Betonung des Erhalts des Leninbanners:
Zitat: “Das Kollektiv des Tagebaues zeichnet sich aus durch eine ständige und kontinuierliche Planerfüllung besonders im Abraum und der Kohleförderung. Hier wird es am besten verstanden, die Bagger und Geräte effektiv auszulasten. […]”. GA 9.12.1988.
1988 Vom 15.12 bis 18.12.88 erhält Bagger 1401 im Tagebau Delitzsch Süd-West eine Reparatur und geht am 19.12 bis 23.12.88 auf Transport nach Breitenfeld. Adolf Hampl.
1988 6.12.88 Ein letztmaliges Rücken der Grubenbandanlage in 1988. Die Bänder 11 und 12 werden auf einer Länge von 3.000 m gerückt. GA 16.12.1988.
1988 19.12.88 Der Grubenbetrieb DSW fährt an diesem Tag in der Frühschicht die zehnmillionste Tonne Rohkohle in diesem Jahr. Diese Leistung wurde zum dritten Mal nach 1985 und 1986 erreicht. GA 23.12.1988.
1988 21.12.88 Die VVV beschließt für 1989 eine Steigerung in der Rohkohleförderung auf 110,5 % bezogen auf 1988. Die Steigerung im Abraum gegenüber 1988 soll 8,5 % betragen, wobei auf Erreichen der 100-Millionen-Grenze orientiert wird. Breitenfeld soll davon 10 Millionen m³ beitragen, in Rösa wird eine Leistungssteigerung von 1,5 Millionen t Rohkohle angestrebt. GA 23.12.1988
1988 29.12.88 Der Bestand an sofort greifbarer Kohle beträgt im gesamten BKK Bitterfeld 20,4 Mio t.
Die Jahresförderung Abraum betrug 406,5 Mio m³. Gesamtbilanz Energie 1989, Institut für Energetik, Leipzig.
1989, das Schicksalsjahr beginnt…
1989 1.1.89 SRs 1200a, Bagger 1401 kommt zusammen mit dem BRs 1400 37/50, 823 auf der künftigen Strosse des SRs 6300+VR, Bgg. 1550 zum Einsatz. Mit Aufweitungsarbeiten über die gesamte Strossenlänge soll er für Profilfreiheit für den SRs 6300+VR sorgen. GA vom 13.1.89
1989 Januar Auch 1989 gilt Plan ist gut – Ziel ist besser (Schmunzelemoji)
1989 Januar Januar heißt Winter, Winter heißt Frost. 1989 heißt Winter Schlamm. 1000e Helfer sind im Einsatz um Gleise und Bandanlagen zu stabilisieren. GA vom 20.1.89.
1989 11.1.89 Die VVV Delitzsch Süd-West beschließt auch in 1989 die 10-Millionen-Tonnen-Grenze zu erreichen, die Abraumförderbrücke soll dafür die Voraussetzungen schaffen. GA vom 20.1.89.
Januar 89 Mit 28.213.900 t geförderter Kohle wird der höchste Monatswert in den beiden Revieren, Bitterfeld und Senftenberg abgerechnet. Gesamtbilanz Energie 1989, Institut für Energetik, Leipzig.
1989 IV. Quartal 89 Erneut belegt der Tagebau im Vergleich den 1. Platz vor den Tagebauen Goitsche und Gröbern. GA vom 20.2.89.
1989 31.1.89 Januar – Planerfüllung GA vom 17.2.89.
Am 20.03.1989 erfolgte die Freigabe des SRs 6300 50/15.0(3x630KW) +VR157+12/-12.
1989 21.3.89 Der SRs 6300+VR, Bgg. 1550 fährt vom Montageort zum Einstellplatz, wo notwendige Endschaltereinstellungen vorgenommen werden.
1989 23.3.89 Transportbeginn des Gerätekomplexes zum Tagebau.
1989 24.3.89 Erreichen von Freileitungen, die alle am 25.3.89 überquert werden.
1989 27.3.89 Queren der Kohleverbindungsbahn und anschließend der Straße Wolteritz – Hayna. 21.30 Uhr Ende der Tagesetappe auf der Einfahrtsebene am Tagebaurand.
1989 28.2.89 Der Brückenverband fährt 143.000 m³. GA vom 31.3.89.
1989 31.3.89 Im Tagebau Breitenfeld geht der größte Bagger im Kombinat, der SRs 6300 50/15.0(3x630KW) +VR157+12/-12 in den Probebetrieb. GA vom 7.4.89.
Baggerfahrer ist an diesem Tag Steffen Harmgardt, D-Schicht. Neben ihm sind noch zwei ehemalige DSW’ler 1. Baggerfahrer auf dem Bgg. 1550, Manfred Nobis, A-Schicht und Thomas Schmidt, B-Schicht. In der C-Schicht besetzt Andreas Happich den 1. Baggerfahrer.
Zum Betrieb des SRs 6300+VR, Bgg. 1550 habe ich ausführlich in der Zeitreise Breitenfeld geschrieben. Erwähnt sei aber hier nochmal, das Gerät sollte leistungserprobt werden mit einer zu kleinen Bandanlage, Soll=2,50 m Breite – Ist=2,25 m Breite und einem zu kleinem Absetzer, Soll=15.400 m³/h, Ist =15.000 m³/h, bestimmt für den SRs 4000+VR, Bgg.1549. Zu den normalen Anfahr-Kinderkrankheiten des gewaltigen Komplexes, die ja sukzessive beseitigt werden müssen, kam hinzu zu wenige Schlosser, BMSR-Monteure. Hier zeigten sich die Führungskompetenzen der Leute vom Kreuzeck!
1989 5.4.89 VVV in Delitzsch Süd-West. Beschlossen werden in der Kohleförderung 10.500.000 t zu erreichen und zusätzlich zum Abraumplan, wie hoch der eigentlich ist, wird nicht erwähnt, 1.300.000 m³ zu fahren. GA 12.4.1989
1989 24.4.89 Beginn der Grundinstandsetzung der Abraumförderbrücke. Per 12.5. soll sie beendet sein. GA 5.5.1989
An der GI sind 460 Mitarbeiter vor Ort und in den beteiligten Werkstätten beteiligt. Schwerpunkte neben den erforderlichen Verschleißarbeiten waren: - Wechsel des Winde IV-Gehänges, dazu notwendig des Abstapeln des Baggeroberbaues mit 480 Stapelschwellen - Wechsel von 31 komplette Fahrwerksgetriebe am Bagger und Brücke - Wechsel von 86 Girlandenrollen am Haldenband - Einbau eines neuen Eimertyps
Zu erarbeiten ist eine neue Technologie, um bei dem neuen Eimertyp die Schneidecken in 8 Stunden wechseln zu können. GA 20.5.1989.
April 89 Ein weiteres Mal begibt sich der ERs 560, Bgg. 296 auf Transport vom Tagebau Delitzsch Süd-West zum Tagebau Breitenfeld. Nach 2-tägigem Transport soll der Bagger zur Kohlefreilegung und in der Kohlegewinnung eingesetzt werden. Am 2-tägigen Transport sind 26 Kollegen eingesetzt. GA vom 12.4.89.
1989 26.5.89 In Auswertung der GI der Abraumförderbrücke merkt die GA an: Wenn in jeder Minute im Stammbetrieb 177,4 m³ Abraum gefahren werden ist die Abraumförderbrücke zu etwa 35 % beteiligt. GA 20.5.1989.
1989 31.1.89 In der Auswertung des 11. Leistungsvergleichs der Tagebaue und Brikettfabriken der Braunkohlenindustrie der DDR belegt der Tagebau in der Gruppe 1 den 1. Platz. Den 2. Platz belegt der Tagebau Goitsche. Insgesamt bestritten den Wettbewerb 33 Tagebaue und 48 Brikettfabriken. Die Tagebaue Breitenfeld, Gröbern und Köckern belegten die Plätze 9, 13 und 15. GA 9.6.1989.
1989 16.6.89 In einer Zusammenfassung der Grundinstandsetzungen meldet die GA auch die GI des SRs 240, Bgg. 1518. GA 16.6.1989.
1989 Juni Jährlich werden 300 bis 400 Hektar landwirtschaftlicher Fläche für den Bergbau eingezogen. Mit einem Kostenaufwand von 30.000 bis 40.000 M/ha werden im gleichen Zeitraum bis zu 150 ha zurückgegeben. Bei Terminverzögerungen werden bis zu 50.000 M/ha und bei nicht qualitätsgerechtem Zustand 100.000 Mark/ha fällig. GA 23.6.1989.
1989 Juli Transportraumausfall bestimmt eine geringere Kohleförderung. Diese Zeit wird für Vorbereitungen zum Erweiterung des Delitzscher Übergabebahnhofs treffen. GA 7.7.1989.
1989 Juli Am Es 3150, Bgg. 1297 macht sich durch eine Havarie erforderlich eine neue Kupplungswelle einzubauen. GA 7.7.1989.
1989 Juli Die Planerfüllung des Stammbetriebes: GA 14.8.1989.
1989 I. Quartal Mit sehr guten Ergebnissen wird der Tagebau 1. In der Quartalsauswertung. GA 18.8.1989.
1989 I. Halbjahr Mit einer Mehrbilanz von +486.000 m³ Abraum zum Plan trägt der Tagebau zum guten Ergebnis des Stammbetriebes bei. Dadurch konnte im Grubenbetrieb ein Vorrat von 400.000. t Kohle angebaut werden. Vom Grubenbetrieb werden zur Versorgung des Nordraums hohe Leistungen erwartet, da es im Tagebau Gröbern im Grubenbetrieb zu Umbauarbeiten kommt. GA 7.7.1989.
1989 Das ursprünglich für den Tagebau Delitzsch Süd-West geplante Neubaugerät SRs 320, Bgg. 1572, Objektnr. 0992 soll im Tagebau Breitenfeld zum Einsatz kommen. Das Gerät ist in die Neubauliste aufgenommen, die Montage erfolgt auf dem ZMP Breitenfeld. Unterlagen z. Weiterführung Tagebau Delitzsch Süd-West.
1989 August Nicht nur im Abraum und in der Kohle werden Höchstleistungen gebracht, auch an der Präzisierung der Tagebauentwicklung wird mit Hochdruck gearbeitet. GA 25.8.1989. In der nächsten Zeit sollen die Tagebaue Hatzfeld und Delitzsch-Süd zum Aufschluss kommen. Im Südraum der Puffertagebau Kitzscher. Hier soll eine Direktversturzkombination zum Einsatz kommen.
1989 August Die Planerfüllung des Stammbetriebes: GA 8.9.1989.
1989 Oktober Die Kohleleistungen reichen nicht aus, um eine ausreichende Versorgung der Abnehmer im Winter zu garantieren. Die Schüttfreiheit der Abraumförderbrücke ist zu garantieren. In den Gleisen 4 und 5 des Anschlußbahnhofes werden alkaligeschädigte Schwellen ausgewechselt. Stellwerk 102 wird erweitert, dazu sind 12-stündige Gleissperrungen notwendig. GA 10.11.1989.
1989 30.10.89 Die Unterlagen zur Aufgabenstellung (AST) für das
Investvorhaben Tagebau Delitzsch Süd-West – Weiterführung 1991/92 liegt vor.
Darin werden von Entwässerung bis Verkippung und Wiederurbarmachung alle technisch-technologischen Vorgänge beschrieben. Dazu die notwendigen Vorhaben im Umland des Tagebaues.
1989 2.11.89 Die gesellschaftlichen Probleme, die Diskussionen um Perestroika, Schwierigkeiten des Handels, immer wiederkehrende Probleme der Wirtschaft ohne deren Behebung und um grundlegende Veränderungen in der DDR bauen gewaltigen Druck auf. Die Kombinatsführung sieht sich gezwungen “ in einen Gedankenaustausch mit den Bergarbeitern einzutreten". GA 10.11.1989.
9. November 1989 der Mauerfall…
1989 16.11.89 Im Grubenbetrieb wird Bd. 11 um 110 m verlängert. Die Arbeiten dauerten von 7.00 Uhr bis 01.00 Uhr in der Nacht. Nebel und Reifablagerungen behinderten die Arbeiten. GA 24.11.1989.
1989 November Widrige Wetterverhältnisse, Regen und Ausfall von Technik erschweren die Arbeit der Entwässerung. Es kommt dadurch zu erschwerten Bedingungen beim Baggerprozess bei den Stationen 20-22 und 30-31und Rücken der Grubenbandanlage. GA 1.12.1989.
1989 November Durch 240 Sonderzüge der Reichsbahn, der SED-Parteitag lässt grüßen, fallen an den Wochenenden im November 50.000 bis 60.000 t Transportkapazität aus. Das macht sich bei den Abnehmern bemerkbar, die schon jetzt, eigentlich ohne Not, auf ihre Haldenbestände zurückgreifen müssen. GA 8.12.1989.
1989 24.11.89 Die Betriebszeitung Glück Auf erscheint letztmalig als „Organ der SED-Parteiorganisation des VE BKK Bitterfeld-Stammbetrieb-„ und nennt sich nun „Zeitung der Bergarbeiter des BKK Bitterfeld-Stammbetrieb-“. GA 24.11.1989.
1989 In der Folgezeit der Wende kommt es in vielen Tagebauen zu Geräteausfällen, einige Kollegen waren unterwegs, Begrüßungsgeld im Westen abholen.
1989 Dezember Der Bestand an sofort greifbarer Kohle beträgt im BKK Bitterfeld 21,3 Mio t. Der spezifische EE-Verbrauch für Rohkohleförderung – kWh/t – betrug 15,28. Die Jahresförderung Abraum betrug 397,6 Mio m³. Gesamtbilanz Energie 1989, Institut für Energetik, Leipzig.
1989 Beginnt man im Tagebau Delitzsch-Süd-West auf der Abraumkippe mit der Schüttung eines Dammes Richtung Tagebau Breitenfeld. Der Damm wird mit einer Kronenbreite von 150 m geschüttet Schwerpunkt dieser Dammschüttung wird das ständige Vorstrecken der Absetzergleise im Abstand von 40 m. Auf diesem Damm soll die neue Kohleverbindungsbahn Breitenfeld-Delitzsch rollen. Die bisherige Trasse wird vom Tagebau Delitzsch Süd-West überbaggert. Dokumentation zur Weiterführung Tgb. Delitzsch Süd-West1989-95.
1990 Februar Herr Höhse, Direktor für Kader und Bildung nimmt auf Grund von Anfragen Stellung zur “Kaderarbeit”. GA vom 8.2.90
Wie im Artikel beschrieben war da ja ziemlich viel Bewegung im Arbeitsmarkt. Mir fiel damals nur auf, dass bestimmte “Kollegen” von heute auf gleich verschwunden waren. Und ich meine nicht die, die in den Westen gegangen sind!
1990 26.2.90 Dr. Peter Gerlach führt eine Zusammenkunft zur Bildung eines Betriebsratesund zu weiteren Arbeitsschritten, die einer sozialen Marktwirtschaft gerecht werden. GA vom 22.2.90
1990 26.2.90 In einer in Kleinkoschen durchgeführten Sitzung stimmen die General- u. Betriebsdirektoren der BKK‘e Bitterfeld, Senftenberg und des Kombinates Anlagenbau Braunkohle sowie der Staatlichen Braunkohleversorgung der Bildung eines Wirtschaftsverbandes Braunkohle zu. Sitz des Verbandes ist Senftenberg. Der Vorstand setzt sich aus den Generaldirektoren zusammen. Vorstandsvorsitzender wird Dipl.-Ing. Harry Patzig. GA vom 7.3.90 In der Folge werden die DDR-Nummern der Tagebaugroßgeräte in WVK-Nummern umbenannt.
1990 Februar Orkanartige Stürme führen in den Tagebauen zu Ausfällen von 334.000 m³ Abraum. Am stärksten betroffen sind die Tagebaue Delitzsch Süd-West mit 72 Stunden, Breitenfeld mit 48 Stunden Ausfall, Goitsche mit 29 Stunden, Gröbern und Köckern je 14 Stunden Ausfall. Die Stürme ziehen sich bis Anfang März. GA vom 7.3.90
1990 Februar “Die vorgegebenen Zielstellungen werden mehrfach korrigiert um den realen Bedarf zugrunde zulegen”. Der Bedarf der Großabnehmer reduzierte sich auf Grund der hohen Temperaturen und dem verstärkten Einsatz von “Edelenergieträgern”. GA vom 7.3.90 Neue Zeiten – neue Ausdrucksweise!!
1990 6.4.90 Die Generaldirektorin Frau Häger informiert u.a. über den Stand des Stammbetriebes zur Umwandlung zu Kapitalgesellschaften. Ökonomisch vorteilhaft ist die Umwandlung in Aktiengesellschaften und dazu eine Dach-AG „Mitteldeutsche Braunkohlenwerke AG“ zu gründen. GA vom 18.4.90.
Mai 90 Abnehmer unserer (Stammbetrieb) Kohle bestellen täglich bis zu 3000 t Kohle ab. Erfüllung in Breitenfeld, 1. Dekade, Abraum/Kohle: 88,2/106,8%. Das reicht nicht aus, um den Abraum kontinuierlich fahren zu können. Im Tagebau DSW musste die Abraumförderbrücke zeitweise angehalten werden, weil die Schürffreiheit nicht gegeben war. GA vom 16.5.90.
1990 3.5.90 Frau Oberingenieurin, GD, Häger informiert über die Umbildung der Betriebe des Kombinates in Kapitalgesellschaften. Es sollen spezialisierte Abteilungen geschaffen werden, die nach der Umwandlung des BKK Bitterfeld in Kapitalgesellschaften in GmbH umgewandelt werden können. GA vom 16.5.90.
1990 12.05.90 Tgb. Golpa-Nord Einstellung Abraumförderung und letzter Abraumzug gefördert durch Es 1120, Bgg.651 und Zug Nr. 4-886.
1990 Mai Zur im nächsten Monat beginnenden Grundinstandsetzung der Abraumförderbrücke laufen die Vorbereitungen. 30.000.000 m³ Abraum sind bis jetzt in diesem Jahr über die Brücke gegangen.
Seit Inbetriebnahme der Brücke sind es 213.000.000 m³. GA vom 30.5.90.
1990 22.5.90 Ein Beschluß der Vertreterkörperschaft des VE BKK Bitterfeld: - Entbindung der Kaderleiter (Personalchefs) von ihrer Funktion mit sofortiger Wirkung - sofortige Beendigung der Vernichtung, Veränderung bzw. Rückgabe der Kaderunterlagen Dieser Beschluß soll dem Generaldirektor noch am 22.5. auf den Tisch gelegt und bis Freitag, 25.5 eine Entscheidung abzuverlangen. Weiterhin wird zum Beschluß erhoben, dass diejenigen Leiter, die nicht das Vertrauen ihrer Belegschaft ausgesprochen bekommen, eine andere Arbeit mit entsprechenden Gehaltsveränderungen zugewiesen bekommen und zukünftig nicht in Leitungsfunktionen im Rahmen der Kapitalgesellschaften eingesetzt werden dürfen. Weiterhin wurde mit 5 Gegenstimmen und 14 Stimmenthaltungen beschlossen, dem Generaldirektor, Frau Häger, das Misstrauen auszusprechen. Dieser Beschluß des Misstrauensvotums wird dem zuständigen Minister zur Kenntnis gegeben. GA vom 30.5.90.
1990 Juni Die Grundinstandsetzung der Abraumförderbrücke beginnt, sie soll vom 6.6. bis 26.6.1990 durchgeführt werden. Auf dem Programm stehen: - Ausfahren der 64er Schwinge am Bagger 1297 auf der Feststützenseite - Wechsel Stab 15 - Wechsel Eimerleiter - Wechsel Planetengetriebe - Wechsel Hauptband Die guten Leistungen an der Brücke und die verminderte Abnahme von Kohle haben den greifbaren Bestand an Kohle anwachsen lassen. Die Versorgung der Abnehmer ist während der GI gesichert. GA 30.5.90.
1990 14.6.90 Durch den Staatssekretär im Ministerium für Umwelt-und Naturschutz, Energie-und Reaktorsicherheit wurden am 14. Juni 1990 im Zusammenhang mit der Umwandlung des Kombinates in eine Kapitalgesellschaft die Betriebsdirektoren und der Generaldirektor von ihren Funktionen abberufen. Die Betriebsdirektoren wurden in ihren Betrieben geschäftsführend eingesetzt Mit der Umwandlung des Kombinates in eine Aktiengesellschaft wurde Prof. Bilkenroth als Geschäftsführer eingesetzt. GA 27.6.90.
Juli 90 Die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR trat am 1. Juli 1990 aufgrund eines Staatsvertrages in Kraft, der am 18. Mai 1990 von den Finanzministern Theodor Waigel und Walter Romberg unterzeichnet worden war. Wikipedia
Die Betriebe des BKK Bitterfeld-Stammbetrieb mussten fortan unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten wirtschaften. Strukturbereinigungen, verbunden mit Betriebsschließungen u. -Ausgliederungen stehen ab sofort auf der Tagesordnung.
Bergwerksdirektor Tropp erklärt in der Betriebszeitung die Notwendigkeit der Einführung von Kurzarbeit. GA vom 25.7.90
Der Ehrentag der Berg-und Energiearbeiter der DDR, sonst überschwänglich mit den üblichen Parolen angekündigt und gefeiert, findet in diesem Jahr eher eine nüchterne Ankündigung in der Betriebszeitung. Auf den Seiten 4-5 werden die Ausgezeichneten genannt.
1990 25.7.90 Die Betriebszeitung Glück Auf bekommt erneut einen neuen Namen:
„Zeitung des Anhaltinischen Braunkohlenwerkes“
1990 15.7.90 Bitterfeld Noch betreibt das BKK Bitterfeld 21 Tagebaue und 24 kohleverarbeitende Betriebe mit 57250 Beschäftigten.
Bergwerk steigt und fällt über Nacht
1990 Das Lauchhammerwerk liefert den 500. Schaufelradbagger seiner Geschichte aus. Der SRs 702, Bagger 1554, Baunr. 654, kommt im Tagebau Klettwitz zum Einsatz, wurde im Juni 2004 von der Fa. Geweniger Recycling erworben und an die MIBRAG weiterverkauft. Und ab 2005 im Tagebau Vereinigtes Schleenhain eingesetzt. A. Hampl Gräfenhainichen, W. Märker, Borna. 1990 Anfang Juli Dr.-Ing. Peter Tropp wird vom Geschäftsführer der Mitteldeutschen Braunkohle AG, Prof. Bilkenroth mit der Formierung des Anhaltinischen Braunkohlenwerkes als Berwerksdirektor beauftragt. GA vom 25.7.90.
1990 Juli Herr Horst Richter, amtierender Produktionsdirektor, erläutert die Gründe Kurzarbeit einzuführen. U. a.: Abnehmer der Kohle über die Reichsbahn bestellen täglich 5000 bis 10000 t Kohle ab. Die eigenen Halden abzubauen ist bei den veränderten Preisen billiger. In der ersten Dekade Juli wurden 148000 t Kohle weniger ausgeliefert. Im Jahr wurden 743000 t Kohle nicht abgefahren. GA vom 25.7.90.
1990 Juli Das Bergmannsgeld-Zusätzliche Belohnung- wird 1990 zu 50% in Mark der DDR und zu 50% in DM ausgezahlt. Der Anteil in Mark der DDR wird am 20.6. ausbezahlt, der Anteil in DM im Juli. GA vom 13.6.90.
1990 27.6.89 Die Informationen zur Produktion fallen wesentlich kleiner aus, als früher. Keine Auflistung mehr nach Tagebauen und deren Leistungen, ob Plus oder Minus. GA vom 8.8.90
1990 25.7.90 Die Betriebszeitung Glück Auf bekommt erneut einen neuen Namen:
„Zeitung des Anhaltinischen Braunkohlenwerkes
1990 9.9.90 In Berlin fand die Wahl des Aufsichtsrates der MIBRAG statt. Aufsichtsratsvorsitzender wird Klaus Murmann. GA 17.10.1989.
1990 Oktober Brodau, im Abbaufeld des Tagebaues gelegen, seit 1971 als Bergbauschutzgebiet deklariert, wollen den drohenden Abriss nicht ohne weiteres hinnehmen. Sie informieren sich vor Ort im Rheinischen. Bei einer Rundfahrt erfahren sie viel über Entschädigungen, Neusiedlung und mehr. GA 17.10.1989.
Die Umsiedlungen in der DDR verliefen zum Nachteil der Betroffenen. Die nicht dem eigentlichen Wert entsprechenden der Häuser und Grundstücke wurden auf kontrollierte Konten überwiesen. Bei Bedarf mussten die Leute nachweisen, wofür das Geld benötigt wurde. Wenn man jahrzehnte lang in einer gewachsenen Dorfgemeinschaft gelebt hat und nun in anonyme Neubauviertel ziehen musste, das war schon hart. Außerdem war der Umgangston mit dem man den Betroffenen die Bedingungen diktierte oft rüde und rau. Betroffene können nicht nur ein Lied davon singen. Es wurde natürlich auch im Rahmen des Möglichen auf Wünsche der Leute eingegangen.
1990 November Der Tag der Heiligen Barbara wird wieder gefeiert,
12 Jahre vorher, 1978, las sich das in der Betriebszeitung so:
Die alten Kommunisten beugen sich christlicher Tradition.
1990 November Die Mitteldeutsche Zeitung stellt u. a. in einem Artikel fest, dass alle Gruben der Bitterfelder Region geschlossen werden sollen. Die Information stammt vom Sprecher der Mitteldeutschen Braunkohlen GmbH (LMB). Wie die Nachricht in die Presse lanciert wurde, bleibt offen. Die Rheinbraun AG will bis Ende des Jahres über ihr Engagement im Osten entscheiden. Eine Tendenz ist sichtbar, während die Lausitz wird favorisiert wird, hat man am Mitteldeutschen wohl weniger Interesse. GA vom 14.11.90
1990 November Tausende Arbeitnehmer folgen dem Aufruf der Arbeitsgemeinschaft “Arbeitsplätze für Bitterfeld/Wolfen und fordern deutlich , dass der ökologischen nicht noch die ökonomische Katastrophe folgen darf. GA vom 28.11.90
1990 November Der Leiter des Ressort Technik, Herr Dipl.-Ing. Obereigner begründet in einem Interview mit der Betriebszeitung die Stundung der Tagebaue Breitenfeld und Rösa. Die marktwirtschaftlichen Bedingungen Preis, Qualität und Termintreue können in diesen Tagebauen nicht erfüllt werden. Der Tagebau Delitzsch Süd-West kann den Bedarf der Kunden allein abdecken. In gleicher Ausgabe wird u.a. die Information wiedergegeben, dass alle Gruben der Bitterfelder Region geschlossen werden sollen. Neben anderen Informationen heißt es, in der Führungsetage der MIBRAG wird von einem anderen Partner als Rheinbraun gesprochen, mit dem man verhandeln wolle. GA vom 14.11.90
1991 Januar/Februar Die Fördermenge in den Förderstätten des Anhaltinischen Braunkohlenwerkes beträgt 12.000 t bis 13.000 t Rohkohle. Der Bahnabsatz sinkt auf die Hälfte der vergangenen Jahre. An den z. Zt. stillgesetzten Abraumgeräten erfolgen Wartungs-und Reparatur arbeiten. Am Bagger 1297 wurde an 10 Tagen die Eimerrinne repariert. GA 1/91.
1991 11.3.91 Im Tagebau Klettwitz-Nord geht die F 60-AFB 36 in den Probebetrieb. Diese Abraumförderbrücke ist die letzte ihrer Bauart.
1991 11.3.91 Im Tagebau Klettwitz-Nord wird die letzte Abraumförderbrücke F 60-AFB 36 dem Betreiber zum Regelbetrieb übergeben. Gebaut für Jahrzehnte wird sie, geschuldet des Rückganges in der Braunkohlenindustrie schon 1 Jahr später, am 30.08.1992 wieder außer Betrieb genommen. Die dazugehörenden Bagger wurden in den Tagebau Welzow transportiert, sie ersetzten dort zwei Altgeräte.
Im Jahr 2000 wird sie aus dem Tagebau herausgefahren. Die Abraumförderbrücke ist heute als „Liegender Eiffelturm“ am Bergheider See zu besichtigen. Im Juni 1992 wird sie außer Betrieb genommen. Am 4. und 5. Mai 2002 erfolgte die Eröffnung als Besucherbergwerk.
1991 1990 wurden in 20 Tagebauen insgesamt 80.900.000 t Kohle gefördert, 1989 waren es 105.000.000 t. Spektrum 1/91.
1991 Sachsen-Anhalts Umweltminister sieht Chance auf ein Braunkohlekraftwerk bei Bitterfeld. Spektrum 3/91.
1991 Sommer Eine Sache möchte ich hier unbedingt erwähnen. Von Breitenfeld sollten Gerätefahrer nach DSW übernommen werden, ich war auch dabei. Aber zu dieser Zeit waren wir im Urlaub. Der Zug wäre wohl abgefahren, wenn nicht mein ehemaliger Meister im Grubenbetrieb DSW, Hans Heistermann, die Stelle für mich freigehalten hätte. Gegen Widerstände wartete er bis ich wieder zurück war und führte ein langes Gespräch mit mir. Das ich die Stelle nicht antrat, lag an unserem weiteren Lebensplan.
Das war in dieser so aufregenden Zeit nicht selbstverständlich und ich werde das Meister Heistermann nie vergessen!
Meister Hans Heistermann
Zu Hans gab es einen Spruch: Wie heißt der Mann? Na, Heistermann!
1991 1990 wurden in 20 Tagebauen insgesamt 80.900.000 t Kohle gefördert, 1989 waren es 105.000.000 t. Spektrum 1/91.
1992 Im Spektrum1/92 wird dieses Bild im Artikel “Die neue Kohle”, das Brikett ins rechte Licht gesetzt, abgedruckt. Spektrum 1/92.
1992 April Die noch in Betrieb stehenden Brikettfabriken und Tagebaue. Spektrum 1/92.
Die dazu gehörige Karte. Spektrum 1/92.
1992 14.5.92 Die Werbeliner Glocke wird in Anwesenheit von Superintendent Behr aus Delitzsch geborgen. Spektrum51/92.
Werbelin 1992 aus: Wandlungen und Perspektiven-LMBV
1992 Juni Geht die Abraumförderbrücke F 60, AFRB 35 im Tagebau Klettwitz-Nord außer Betrieb und wird damit endgültig stillgesetzt. Ostkohle.de.
1993 Januar Tgb.DSW Einstellung Abraumbetrieb
1993 Außerbetriebnahme AFB 23
1993 April Einstellung Kohleförderung Grubenbetrieb
1995 19.6.95 SRs 320, Bgg. 1548 abgestellt
Von den Tagebaugeräten des Tagebaues hat nur ein Bagger “überlebt”:
Der ursprünglich für Breitenfeld vorgesehene SRs 320, Bagger 1548 wurde 1986 als Ersatz für den SRs 240, Bagger 1518 im Tagebau Delitzsch Süd-West zum Einsatz gebracht.
Nur eins dieser Geräte ist noch vorhanden, Bagger 1548. Er war zunächst im Tagebau Profen eingesetzt. Wenig später wurde er nach dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain, Feld Schleenhain umgesetzt. 2021 ist er in das Abbaufeld Peres transportiert worden. Bagger 1546 wurde in den Tagebau Amsdorf umgesetzt und wurde da 2014 bei einer Rutschung zerstört
1991 In der Wendezeit, wo ein Konzept das andere jagte und schnell wieder verworfen wurde, sollte die Förderstätte DSW/BRF weiterlaufen. Breitenfeld war gestundet. Der Tagebau Delitzsch Süd-West sollt in seinem Abbaufeld bis Brodau laufen. Breitenfeld sollte vorher wieder anfahren und Es 3150, Bgg.1297 sollte nach Breitenfeld verfahren werden und im Tiefschnitt das Flöz Gröbers aufschließen und gleichzeitig den künftige Strosse der AFB gestalten. In der kurzen Phase der Stundung des Tagebaues bis zum endgültigen Aus ging man offenbar davon aus, den Tagebau Breitenfeld nach Ende des Tagebaues Delitzsch Süd-West weiterbetreiben zu können. Dazu gaben das BKK Bitterfeld -Stammbetrieb- Bereich F/E, Eisenbahnstr. 10 4073 Halle und die zugehörige HA Projektierung Leipzig an die Bergakademie eine Studie in Auftrag:
Einsatz der AFB 23 zum Abbau des Flözes Gröbers im Tagebau Breitenfeld
Hier die Kurzfassung: Mit der veränderten Braunkohleentwicklung wird der Tagebau Breitenfeld 1991 stillgelegt. Eine Weiterführung, etwa nach dem Jahr 2000 wird wahrscheinlich nur bis zur Autobahn möglich sein. Es ist jedoch konzeptionell angedacht, diesen Bereich mittels Abraumförderbrücke F 34 Nr. 23 aus Delitzsch Süd-West abzubauen. Auslauf DSW 1998 vor Brodau / Aufschluss Feld Gröbers etwa 2000.
Für die Erarbeitung der Transportunterlagen wurde BKW Glück Auf Knappenrode konsultiert. Bei der Kostenberechnung orientierte man sich an den AFB-Umsetzungen im Lausitzer Revier: Längstransport der AFB 19, Lohsa nach Bärwalde 13 km, Kosten etwa 13.000.000 M. Quertransport mit je 9 km der AFB’en 25 u. 28 zusammen etwa 22.000.000 M. Längstransport der AFB 21, Spreetal nach Bärwalde, 30.000.000 M. Bisherige Erfahrungen zeigen, Längstransport gegenüber Quertransport erfordern wesentlich höheren Aufwand, materiell wie finanziell. Als Transporthindernisse werden gesehen: 30 kV-, 6 kV- und10/20 kV-Leitungen.
2 mögliche Ausfahrtsszenarien wurden betrachtet: Ausfahrt am Schwenkende über Kippengelände in den Tagebau Breitenfeld. Ausfahrt aus dem Drehpunkt in den Tagebau Breitenfeld
Die Ausfahrt am Schwenkende wird favorisiert. Niveau der Arbeitsebene Bagger kann dem der Kippe angenähert werden, die Ausfahrrampe wird dadurch minimiert.
Für die Erarbeitung der Transportunterlagen wurde BKW Glück Auf Knappenrode konsultiert. Als Transporthindernisse werden gesehen: 30 kV-, 6 kV- und10/20 kV-Leitungen.
Mit Erreichen der Endstellung der Abraumförderbrücke sollte der Es 3150 so schnell wie möglich zum Tagebau Breitenfeld transportiert werden, um einen großen Teil der Aufschlussarbeiten zu übernehmen. „Das besondere Problem" mit Beginn des Aufschlusses Feld Gröbers ist, dass zwar die Abraumbaggerung bis zur Gewinnung des Flözes Gröbers weitergehen kann, jedoch die Innen Verkippung nur bis an den Bereich des Aufschlussgrabens für die Einsatzstellung der AFB zu führen ist. Unter diesem Aspekt sind zeitliche Zwänge gesetzt. Die Innenverkippung ist so zu führen, dass sie gegenüber dem Abbaustand des Grubenbetriebes Bitterfelder Flöz einen Nachlauf von 1,2-1,5 Jahren hat. Innerhalb dieses Zeitraumes muss der Aufschlussgraben für den Brückeneinsatz einschließlich Einfahren der AFB in die Strosse erfolgen. Ein Teil der Aufschlussarbeiten ist durch den ERs 1120 zu realisieren. Die Einsatzstellung nur durch den ERs 1120 herstellen zu lassen, ist aus zeitlichen Gründen nicht möglich; bei einem Ansatz von VE = 9x106 M³/a wären für das Aufschlussvolumen von 23x106 m³ ein Zeitaufwand von 2,7 Jahren notwendig. Deshalb wird als Möglichkeit angesehen, den Brückenbagger ES 3150 für die Baggerung des Aufschlussgrabens im Sonderbetrieb einzusetzen. Über ein gesondertes Fahrmanöver ist er dann schwenkendseitig an die Abraumförderbrücke anzukoppeln. Als Fördermittel ist die spätere Grubenbandanlage einzusetzen.”
Zur Ermittlung der Transportdauer wurden die Erfahrungswerte vorangegangener AFB-Umsetzungen herangezogen. Es wurden in Ansatz gebracht:
Mittl. Transportgeschwindigkeit: 2-2,5 m/min max. Transportgeschwindigkeit: 4,5 m/min Umsetzungsgeschwindigkeit bei Wechselrosttechnologie: ca. 150 m/Schicht
Unter der Voraussetzung dass der Transport weitgehend bei Tageslicht erfolgt und in Abschnitten der Rampenfahrt die Transportgleise vorgebaut werden, ist mit einer Transportdauer von etwa 35 Tagen zu rechnen.
Tiefliegendes Flöz Gröbers durch ein Zwischenmittel von ca. 25 m getrennt. Transportlänge ca. 10,5 km Rampensystem von 1:50, Einfahrtsrampe hat eine Länge von etwa 3000 m Vor Einfahrt ist AFB um 180° zu drehen Sonderbetrieb zur Verkippung Randschlauch notwendig
Bei Abbaufortschritt im Schwenkbetrieb von 500-600 m/a und im Parallelbetrieb von 300-400 m/a ist ein Gestaltungszeitraum für die Rampe von 4,5-7 Jahren einzuplanen. Für die Einsatzstellung der Abraumförderbrücke ist ein Aufschlussgraben einschließlich Rampensystem zur Anlegung der Kohlekopfbandanlage (Zufahrtsgleise zur AFB) im Umfang von etwa 23,7x106 m³ Abraum anzulegen. Der Aufschluss nur mit dem ERs 1120 ist nicht zu schaffen. BA FG. 40200-2230
Ausfahrttechnologie der Abraumförderbrücke am Strossenende Tgb. DSW vor der Ortslage Brodau BA FG40200-2230.

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